Zoster ophthalmicus (Augengürtelrose)
Der Zoster ophthalmicus, umgangssprachlich als Augengürtelrose bezeichnet, entsteht durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, das nach einer durchgemachten Windpockenerkrankung lebenslang in einem bestimmten Nervenknoten des ersten Astes des Gesichtsnervs verbleibt sowie sich bei einer erneuten Aktivierung entlang dieses Nervs im Bereich der Stirn, der Augenlider sowie des Auges selbst ausbreitet. Im Unterschied zur gewöhnlichen, andere Körperregionen betreffenden Gürtelrose stellt der Zoster ophthalmicus aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Auge einen augenärztlichen Notfall dar, da die Infektion unbehandelt auf nahezu alle Strukturen des Auges übergreifen sowie zu einer erheblichen, dauerhaften Beeinträchtigung des Sehvermögens führen kann.
Ursachen
Der Zoster ophthalmicus entsteht durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, das nach einer in der Kindheit durchgemachten Windpockenerkrankung lebenslang in einem Nervenknoten des ersten Astes des Gesichtsnervs, der die Stirn sowie das Auge sensibel versorgt, in einem inaktiven Zustand verbleibt. Eine altersbedingte oder krankheitsbedingte, insbesondere durch eine HIV-Infektion, eine Krebserkrankung oder eine immunsuppressive Behandlung verursachte Schwächung der körpereigenen Immunabwehr begünstigt diese Reaktivierung erheblich. Ein höheres Lebensalter zählt aufgrund der mit dem Alter natürlicherweise nachlassenden Immunabwehr gegenüber dem Virus zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung eines Zoster ophthalmicus.
Symptome
Der Zoster ophthalmicus äußert sich zunächst durch einen brennenden, einseitigen Schmerz sowie ein Kribbeln im Bereich der Stirn sowie des Auges, gefolgt von einem charakteristischen, auf eine Körperhälfte begrenzten, gruppiert angeordneten Bläschenausschlag, der die Stirn, das obere Augenlid sowie mitunter die Nasenspitze betrifft. Ein Befall der Nasenspitze gilt als wichtiges Warnzeichen für eine wahrscheinliche Mitbeteiligung des Auges selbst. Bei einer Ausbreitung der Infektion auf das Auge können eine schmerzhafte Augenrötung, Lichtempfindlichkeit, eine Trübung der Hornhaut sowie eine Entzündung tieferer Augenstrukturen auftreten, die unbehandelt zu einer erheblichen Sehverschlechterung führen können.
Diagnostik
Die Diagnose des Zoster ophthalmicus wird überwiegend klinisch anhand des charakteristischen, halbseitigen Bläschenausschlags im Versorgungsgebiet des ersten Gesichtsnervastes gestellt, wobei eine augenärztliche Untersuchung mittels Spaltlampe bei jedem Verdacht auf eine Beteiligung des Auges unverzüglich durchgeführt werden sollte, um das Ausmaß einer möglichen Augenbeteiligung frühzeitig zu erfassen. Ein molekularbiologischer Erregernachweis aus dem Bläscheninhalt kann die Diagnose in unklaren Fällen zusätzlich bestätigen. Eine besonders sorgfältige Untersuchung wird bei jedem Nachweis von Hautveränderungen an der Nasenspitze durchgeführt, da dieser Befund auf ein erhöhtes Risiko einer Augenbeteiligung hinweist.
Behandlung
Die Behandlung des Zoster ophthalmicus erfordert eine unverzüglich, innerhalb der ersten drei Tage nach Auftreten des Hautausschlags eingeleitete, systemische antivirale Behandlung, um das Ausmaß der Erkrankung sowie insbesondere das Risiko einer schweren Augenbeteiligung zu vermindern. Bei einer bereits eingetretenen Beteiligung des Auges wird die Behandlung durch spezielle, augenärztlich verordnete Augentropfen ergänzt sowie eine engmaschige augenärztliche Verlaufskontrolle ist unerlässlich. Eine begleitende, schmerzlindernde Behandlung ist angesichts der häufig erheblichen, mit der Erkrankung verbundenen Schmerzen von großer Bedeutung.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Zoster ophthalmicus ist bei einer rechtzeitig eingeleiteten, konsequenten antiviralen sowie augenärztlichen Behandlung insgesamt gut, wobei ein erheblicher Teil der Betroffenen ohne bleibende Beeinträchtigung des Sehvermögens ausheilt. Eine verspätet erkannte oder unzureichend behandelte Augenbeteiligung kann dagegen zu einer dauerhaften Trübung der Hornhaut, einem erhöhten Augeninnendruck oder anderen schwerwiegenden, das Sehvermögen bedrohenden Komplikationen führen. Ein anhaltender, auch nach Abheilen des Hautausschlags fortbestehender Nervenschmerz, die sogenannte postzosterische Neuralgie, kann bei einem Teil der Betroffenen über Monate bis Jahre bestehen bleiben.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Zoster ophthalmicus (Augengürtelrose): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum ist der Zoster ophthalmicus ein augenärztlicher Notfall?
Weil die Infektion unbehandelt auf nahezu alle Strukturen des Auges übergreifen sowie das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen kann.
Welches Hautzeichen weist auf eine wahrscheinliche Augenbeteiligung hin?
Ein Befall der Nasenspitze.
Wie wichtig ist der Behandlungsbeginn?
Sehr wichtig — die antivirale Behandlung sollte innerhalb der ersten drei Tage nach Auftreten des Ausschlags beginnen.
Was ist eine mögliche langfristige Folge?
Eine postzosterische Neuralgie — ein anhaltender Nervenschmerz, der über Monate bis Jahre bestehen bleiben kann.
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