Prostataatrophie
Die Prostataatrophie bezeichnet eine Verkleinerung sowie einen Funktionsverlust des Drüsengewebes der Prostata, die durch verschiedene Ursachen, insbesondere durch eine altersbedingte Abnahme des männlichen Sexualhormons Testosteron, durch eine bereits abgelaufene Entzündung der Prostata oder durch eine hormonelle Behandlung, etwa im Rahmen einer Prostatakrebsbehandlung, entstehen kann. Im Gegensatz zur weitaus häufigeren, gutartigen Prostatavergrößerung, bei der das Prostatagewebe im Alter zunimmt, beschreibt die Prostataatrophie den entgegengesetzten Vorgang eines Gewebeschwundes, der bei den meisten betroffenen Männern keine eigenständigen Beschwerden verursacht sowie überwiegend als Zufallsbefund im Rahmen einer Gewebeuntersuchung entdeckt wird.
Ursachen
Die Prostataatrophie entsteht am häufigsten durch eine mit zunehmendem Lebensalter natürlicherweise abnehmende Produktion des männlichen Sexualhormons Testosteron, das für den Erhalt des normalen Prostatagewebes von entscheidender Bedeutung ist. Eine bereits durchgemachte, insbesondere chronisch verlaufende Entzündung der Prostata kann durch die dabei entstehende Vernarbung ebenfalls zu einer örtlich begrenzten Gewebeschrumpfung führen. Eine gezielte, hormonelle Behandlung, etwa im Rahmen einer Prostatakrebsbehandlung, bei der die Testosteronproduktion medikamentös unterdrückt wird, sowie eine operative Entfernung der Hoden führen ebenfalls zu einer ausgeprägten Prostataatrophie.
Symptome
Die Prostataatrophie verursacht bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Männer keine eigenständigen Beschwerden, da das Wasserlassen durch eine Verkleinerung des Prostatagewebes im Gegensatz zu einer Vergrößerung in aller Regel nicht beeinträchtigt wird. Bei einer durch eine hormonelle Behandlung verursachten, ausgeprägten Prostataatrophie können begleitend allgemeine Symptome eines Testosteronmangels, insbesondere eine verminderte sexuelle Lust, Hitzewallungen sowie eine Abnahme der Muskelmasse, auftreten, die jedoch nicht direkt durch die Prostataatrophie selbst, sondern durch den zugrunde liegenden Hormonmangel bedingt sind.
Diagnostik
Die Diagnose der Prostataatrophie wird überwiegend im Rahmen einer feingeweblichen Untersuchung einer aus anderem Anlass entnommenen Gewebeprobe der Prostata gestellt, wobei die Prostataatrophie in dieser Untersuchung sicher von anderen, insbesondere bösartigen Veränderungen des Prostatagewebes abgegrenzt werden muss, da bestimmte Formen der Atrophie unter dem Mikroskop mitunter ähnlich aussehen können. Eine Bildgebung mittels Ultraschall oder Magnetresonanztomografie kann eine Verkleinerung der Prostata zusätzlich sichtbar machen. Eine Bestimmung des Testosteronspiegels im Blut kann bei Verdacht auf einen zugrunde liegenden Hormonmangel als Ursache zusätzlich sinnvoll sein.
Behandlung
Eine beschwerdefreie, zufällig entdeckte Prostataatrophie bedarf in aller Regel keiner spezifischen Behandlung, da sie keinen eigenständigen Krankheitswert besitzt. Sofern die Atrophie durch eine gezielte hormonelle Behandlung, etwa im Rahmen einer Prostatakrebsbehandlung, beabsichtigt herbeigeführt wurde, richtet sich die weitere Behandlung nach der zugrunde liegenden Grunderkrankung. Bei Beschwerden eines begleitenden Testosteronmangels kann in ausgewählten Fällen, sofern medizinisch sinnvoll sowie vertretbar, eine gezielte Hormonersatzbehandlung erwogen werden, wobei diese Entscheidung sorgfältig gegen mögliche Risiken abgewogen werden muss.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Prostataatrophie ist bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Männer sehr gut, da sie als eigenständiger Befund keine relevante gesundheitliche Bedeutung besitzt sowie keiner Behandlung bedarf. Bei einer durch eine hormonelle Behandlung verursachten Prostataatrophie hängt der weitere Verlauf maßgeblich von der zugrunde liegenden Grunderkrankung sowie deren Behandlungserfolg ab. Eine regelmäßige urologische Nachsorge wird insbesondere bei Männern empfohlen, bei denen die Prostataatrophie im Rahmen einer Gewebeuntersuchung wegen des Verdachts auf eine andere, ernstere Prostataerkrankung entdeckt wurde.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Prostataatrophie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was unterscheidet die Prostataatrophie von der gutartigen Prostatavergrößerung?
Bei der Atrophie schrumpft das Gewebe, während es bei der Vergrößerung zunimmt — es handelt sich um entgegengesetzte Vorgänge.
Verursacht die Prostataatrophie meist Beschwerden beim Wasserlassen?
Nein, das Wasserlassen wird durch eine Gewebeverkleinerung in aller Regel nicht beeinträchtigt.
Wodurch kann eine Prostataatrophie gezielt herbeigeführt werden?
Durch eine hormonelle Behandlung, etwa im Rahmen einer Prostatakrebsbehandlung.
Braucht eine zufällig entdeckte Prostataatrophie eine Behandlung?
Nein, sie besitzt in aller Regel keinen eigenständigen Krankheitswert und bedarf keiner spezifischen Behandlung.
Weiterlesen
Zoster ophthalmicus (Augengürtelrose)
Eine durch das Windpocken-Virus verursachte Gürtelrose im Bereich des Auges sowie der Stirn, die unbehandelt zu schwerwiegenden, das Sehvermögen bedrohenden Augenkomplikationen führen kann.
Weiterlesen →Häufige ErkrankungenDisseminierte Herpesvirus-Krankheit
Eine seltene, schwere Ausbreitung einer Herpes-simplex-Infektion über mehrere Organe hinweg, die vor allem bei stark geschwächter Immunabwehr auftritt sowie eine dringliche, intensivmedizinische Behandlung erfordert.
Weiterlesen →Hals-Nase-OhrenGlomus-caroticum-Tumor (Karotisparagangliom)
Eine meist gutartige, langsam wachsende Geschwulst an der Aufzweigung der Halsschlagader, die aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zu wichtigen Blutgefäßen sowie Nerven eine sorgfältige, spezialisierte Behandlung erfordert.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.