Tinea nigra
Die Tinea nigra ist eine harmlose, oberflächliche Pilzinfektion der Haut, die durch einen dunkel pigmentierten Schimmelpilz verursacht wird sowie sich durch eine charakteristische, bräunlich bis schwärzliche Verfärbung der Haut äußert, welche überwiegend die Handflächen, seltener die Fußsohlen betrifft. Die Erkrankung kommt vor allem in feuchtwarmen, tropischen sowie subtropischen Klimazonen vor sowie wird trotz ihres harmlosen Charakters häufig zunächst mit einem bösartigen Melanom oder einem anderen pigmentierten Hautbefund verwechselt, was mitunter zu unnötiger Beunruhigung sowie unnötigen diagnostischen Maßnahmen führt. Eine korrekte Diagnosestellung ist daher von erheblicher praktischer Bedeutung, um eine unnötige operative Entfernung der harmlosen Hautveränderung zu vermeiden.
Ursachen
Die Tinea nigra entsteht durch das Eindringen eines dunkel pigmentierten, in feuchtwarmen, tropischen sowie subtropischen Klimazonen im Erdboden natürlich vorkommenden Schimmelpilzes in die obersten Hautschichten, wobei eine kleine, häufig unbemerkte Hautverletzung das Eindringen des Erregers begünstigt. Ein häufiger Kontakt mit feuchter Erde, etwa beim Barfußgehen oder bei Gartenarbeit in entsprechenden Klimazonen, erhöht das Risiko einer Ansteckung. Kinder sowie junge Erwachsene sind für die Entwicklung einer Tinea nigra etwas häufiger betroffen als ältere Menschen.
Symptome
Die Tinea nigra äußert sich durch eine langsam wachsende, unregelmäßig begrenzte, bräunliche bis schwärzliche Verfärbung der Haut, die überwiegend an den Handflächen, seltener an den Fußsohlen auftritt sowie in ihrem Erscheinungsbild einem Muttermal oder, seltener, einem bösartigen Melanom ähneln kann. Die betroffene Hautstelle verursacht keinerlei Beschwerden, insbesondere keinen Juckreiz, keine Schmerzen sowie keine Erhabenheit über das umgebende Hautniveau, was einen wichtigen Unterschied zu vielen anderen, ernsthafteren Hautveränderungen darstellt.
Diagnostik
Die Diagnose der Tinea nigra wird durch eine dermatoskopische Untersuchung sowie, bei verbleibender Unsicherheit, durch eine mikroskopische Untersuchung eines oberflächlichen Hautabstrichs gestellt, in dem die charakteristischen, pigmentierten Pilzfäden nachgewiesen werden können. Diese Untersuchung ist von erheblicher Bedeutung, um die harmlose Tinea nigra sicher von einem bösartigen Melanom sowie anderen pigmentierten Hautveränderungen abzugrenzen, die ein grundlegend anderes, deutlich aufwendigeres diagnostisches sowie therapeutisches Vorgehen erfordern würden. Eine feingewebliche Untersuchung mittels Gewebeprobenentnahme ist bei einem eindeutigen mikroskopischen Befund in aller Regel nicht notwendig.
Behandlung
Die Behandlung der Tinea nigra erfolgt mittels einer örtlich aufgetragenen antimykotischen Creme oder Lösung, die über mehrere Wochen konsequent angewendet wird sowie bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer vollständigen Beseitigung der Hautverfärbung führt. Bei einer besonders ausgeprägten oder hartnäckigen Hautveränderung kann alternativ eine kurzzeitige, oral eingenommene antimykotische Behandlung eingesetzt werden. Eine chirurgische Entfernung der Hautveränderung ist bei gesicherter Diagnose nicht notwendig, sollte jedoch bei verbleibender diagnostischer Unsicherheit gegenüber einem bösartigen Melanom in Betracht gezogen werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Tinea nigra ist sehr gut, da es sich um eine harmlose, oberflächliche Pilzinfektion handelt, die unter konsequenter antimykotischer Behandlung innerhalb weniger Wochen vollständig sowie ohne bleibende Hautveränderungen abheilt. Eine unbehandelte Tinea nigra kann über längere Zeit bestehen bleiben, ohne dass sich die Erkrankung ausbreitet oder verschlimmert, wobei die korrekte diagnostische Abgrenzung von einem bösartigen Melanom die wichtigste Herausforderung bei dieser insgesamt gutartigen Erkrankung darstellt. Ein Wiederauftreten nach erfolgreicher Behandlung ist selten.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Tinea nigra: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Womit wird die Tinea nigra häufig verwechselt?
Mit einem bösartigen Melanom oder einem Muttermal.
Wo tritt die charakteristische Hautverfärbung meist auf?
An den Handflächen, seltener an den Fußsohlen.
Verursacht die Tinea nigra Beschwerden?
Nein, sie ist schmerzlos und verursacht in aller Regel keinen Juckreiz.
Wie wird die Tinea nigra meist behandelt?
Mit einer örtlich aufgetragenen antimykotischen Creme über mehrere Wochen.
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