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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Lobomykose

Die Lobomykose ist eine seltene, chronische Pilzinfektion der Haut sowie des darunterliegenden Bindegewebes, die durch den Erreger Lacazia loboi verursacht wird, welcher bislang nicht auf künstlichen Nährböden angezüchtet werden konnte, was die wissenschaftliche Erforschung dieser Erkrankung erheblich erschwert. Die Erkrankung kommt vor allem in den tropischen Regenwaldgebieten des Amazonasbeckens sowie in angrenzenden Teilen Mittel- sowie Südamerikas vor, wobei sie überwiegend Menschen mit beruflicher oder freizeitbedingter Tätigkeit im Regenwald, insbesondere Landwirte, Fischer sowie Jäger, betrifft. Die Lobomykose entwickelt sich äußerst langsam über Jahre bis Jahrzehnte sowie führt zu charakteristischen, knotigen, keloidartigen Hautveränderungen, die überwiegend die Ohren sowie die Extremitäten betreffen.

Ursachen

Die Lobomykose entsteht vermutlich durch das Eindringen des Erregers Lacazia loboi über eine kleine Hautverletzung, wobei der genaue natürliche Lebensraum sowie der exakte Übertragungsweg dieses Erregers bislang nicht abschließend geklärt sind. Ein Zusammenhang mit Verletzungen im Rahmen von Tätigkeiten im tropischen Regenwald, etwa durch Stiche von Insekten, Kratzer an Pflanzen oder Bisse bestimmter Wassertiere, wird als wahrscheinlich angesehen. Männer, die beruflich oder freizeitbedingt regelmäßig im Regenwald des Amazonasgebiets tätig sind, sind für eine Ansteckung besonders anfällig.

Symptome

Die Lobomykose äußert sich durch langsam, über Jahre bis Jahrzehnte wachsende, feste, knotige Hautveränderungen, die in ihrer Erscheinung einem Keloid, also einer überschießenden Narbenbildung, ähneln können sowie überwiegend an den Ohren, den Armen oder den Beinen auftreten. Die betroffenen Hautareale sind in aller Regel schmerzlos sowie verursachen keine relevanten allgemeinen Krankheitszeichen, wobei sich die Knoten im Verlauf der Erkrankung zunehmend vergrößern sowie zu größeren, verbundenen Herden zusammenschließen können. Eine spontane Rückbildung der Hautveränderungen tritt praktisch nie auf.

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Diagnostik

Die Diagnose der Lobomykose wird durch eine feingewebliche Untersuchung einer entnommenen Gewebeprobe der Hautveränderung gestellt, in der die charakteristischen, kettenförmig angeordneten Pilzzellen unter dem Mikroskop nachgewiesen werden können. Da der Erreger bislang nicht kulturell angezüchtet werden kann, spielt die mikroskopische Untersuchung die zentrale Rolle bei der Diagnosestellung. Eine sorgfältige Reiseanamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt im Amazonasgebiet sowie einer beruflichen Tätigkeit im Regenwald unterstützt die Verdachtsdiagnose zusätzlich.

Behandlung

Die Behandlung der Lobomykose gestaltet sich angesichts der bislang unzureichenden Wirksamkeit der üblichen antimykotischen Medikamente gegen diesen Erreger schwierig, weshalb die operative Entfernung der betroffenen Hautareale die wichtigste sowie wirksamste Behandlungsoption darstellt. Bei kleineren, umschriebenen Hautveränderungen kann eine vollständige chirurgische Entfernung zu einer dauerhaften Beseitigung der Erkrankung führen. Bei großen, ausgedehnten Hautveränderungen ist eine vollständige operative Entfernung dagegen mitunter nicht möglich, sodass die Behandlung in diesen Fällen auf eine Begrenzung des weiteren Fortschreitens abzielt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Lobomykose hängt maßgeblich vom Ausmaß der bereits bestehenden Hautveränderungen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ab, wobei kleinere, frühzeitig erkannte sowie vollständig entfernte Herde eine gute Prognose aufweisen. Große, seit Jahrzehnten bestehende sowie ausgedehnte Hautveränderungen sind dagegen nur schwer vollständig zu behandeln sowie können die Lebensqualität der betroffenen Person erheblich beeinträchtigen. Eine bösartige Entartung der Hautveränderungen ist bei der Lobomykose nicht bekannt, sodass die Erkrankung trotz ihres chronischen, fortschreitenden Verlaufs nicht lebensbedrohlich ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wo kommt die Lobomykose vor?

Vor allem in den tropischen Regenwaldgebieten des Amazonasbeckens.

Wie sehen die typischen Hautveränderungen aus?

Feste, knotige Veränderungen, die einem Keloid ähneln können.

Warum ist die Erforschung des Erregers erschwert?

Weil er bislang nicht auf künstlichen Nährböden angezüchtet werden konnte.

Wie wird die Lobomykose meist behandelt?

Durch operative Entfernung der betroffenen Hautareale, da antimykotische Medikamente unzureichend wirksam sind.

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