Dermatomyiasis (Hautmadenbefall)
Die Dermatomyiasis, umgangssprachlich auch als Hautmadenbefall bezeichnet, entsteht durch das Einnisten von Fliegenlarven, meist der Larven der Dasselfliege oder verwandter Arten, in der menschlichen Haut, wo sich die Larven über mehrere Wochen entwickeln, bevor sie die Haut wieder verlassen, um sich außerhalb des Körpers zur erwachsenen Fliege weiterzuentwickeln. Diese Erkrankung kommt vor allem in tropischen Regionen Mittel- sowie Südamerikas sowie in Teilen des subsaharischen Afrikas vor, wobei die Übertragung in unterschiedlicher Weise erfolgt, je nachdem, welche Fliegenart für den Befall verantwortlich ist. Trotz des für die meisten Betroffenen zunächst beunruhigenden Gedankens an einen Befall mit lebenden Larven verläuft die Dermatomyiasis überwiegend harmlos sowie lässt sich in aller Regel unkompliziert behandeln.
Ursachen
Die Dermatomyiasis entsteht durch das Einnisten von Fliegenlarven in der Haut, wobei der genaue Übertragungsweg von der jeweiligen Fliegenart abhängt: Bei der in Mittel- sowie Südamerika verbreiteten Dasselfliege heftet das Weibchen seine Eier an eine blutsaugende Mücke, die beim Blutsaugen am Menschen die schlüpfenden Larven auf die Haut überträgt, während bei bestimmten afrikanischen Fliegenarten die Eier direkt auf feuchter Erde oder Wäsche abgelegt werden, von wo aus die schlüpfenden Larven aktiv in die Haut eindringen. Ein Aufenthalt in ländlichen, tropischen Regionen mit entsprechendem Fliegenvorkommen stellt den wichtigsten Risikofaktor für eine Ansteckung dar.
Symptome
Die Dermatomyiasis äußert sich durch eine langsam über Tage bis Wochen wachsende, gerötete sowie zunehmend schmerzhafte Beule der Haut, in deren Zentrum sich eine kleine, für die Atmung der Larve notwendige Öffnung befindet, aus der gelegentlich eine geringe Menge Flüssigkeit austreten kann. Die betroffene Person spürt häufig ein charakteristisches, bewegungsabhängiges Stechen oder Kribbeln, das durch die Bewegungen der lebenden Larve innerhalb der Haut verursacht wird. Eine begleitende Rötung sowie Schwellung der umgebenden Haut kann zusätzlich auftreten, wobei eine bakterielle Zweitinfektion in seltenen Fällen zu einer stärkeren Entzündungsreaktion führen kann.
Diagnostik
Die Diagnose der Dermatomyiasis wird überwiegend klinisch anhand der charakteristischen Beule mit der zentralen Atemöffnung sowie dem beschriebenen, bewegungsabhängigen Stechen gestellt, wobei eine sorgfältige Reiseanamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt in bekannten Endemiegebieten die Verdachtsdiagnose zusätzlich unterstützt. Eine direkte Sichtbarmachung der Larve mittels eines Dermatoskops kann die Diagnose in unklaren Fällen zusätzlich bestätigen. Eine weiterführende Labordiagnostik ist bei diesem eindeutigen klinischen Bild in aller Regel nicht notwendig.
Behandlung
Die Behandlung der Dermatomyiasis besteht in der Entfernung der Larve aus der Haut, wobei ein Verschließen der zentralen Atemöffnung mit einer dicken Schicht Vaseline, Speck oder einem ähnlichen luftundurchlässigen Material die Larve dazu zwingt, aufgrund von Sauerstoffmangel von selbst an die Hautoberfläche zu wandern, von wo sie anschließend leicht mit einer Pinzette entfernt werden kann. Bei einer nicht erfolgreichen konservativen Entfernung kann eine kleine, chirurgische Erweiterung der Öffnung notwendig werden, um die Larve vollständig zu entfernen. Eine begleitende antibiotische Behandlung wird nur bei Anzeichen einer bakteriellen Zweitinfektion eingeleitet.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Dermatomyiasis ist sehr gut, da die Erkrankung nach vollständiger Entfernung der Larve rasch sowie ohne bleibende Schäden abheilt. Eine unvollständige Entfernung der Larve, bei der Teile der Larve in der Haut verbleiben, kann zu einer stärkeren, örtlichen Entzündungsreaktion führen, weshalb eine sorgfältige, vollständige Entfernung von erheblicher Bedeutung ist. Ein wirksamer Schutz vor Insektenstichen sowie das Vermeiden von direktem Hautkontakt mit potenziell kontaminierter Erde in bekannten Endemiegebieten stellen die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Ansteckung dar.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Dermatomyiasis (Hautmadenbefall): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie gelangt die Larve in die Haut?
Je nach Fliegenart über eine blutsaugende Mücke als Zwischenüberträger oder durch direktes Eindringen aus kontaminierter Erde.
Was ist ein charakteristisches Symptom?
Ein bewegungsabhängiges Stechen oder Kribbeln durch die Bewegungen der Larve in der Haut.
Wie wird die Larve typischerweise entfernt?
Durch Verschließen der Atemöffnung mit Vaseline oder Speck, wodurch die Larve zur Hautoberfläche wandert und entfernt werden kann.
Ist die Erkrankung gefährlich?
Nein, sie verläuft überwiegend harmlos und lässt sich in aller Regel unkompliziert behandeln.
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