Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Herz & Kreislauf

Status asthmaticus

Der Status asthmaticus bezeichnet einen schweren, anhaltenden Asthmaanfall, bei dem sich die ausgeprägte Verengung der Atemwege trotz wiederholter Anwendung der üblichen, bronchienerweiternden Bedarfsmedikation nicht ausreichend bessert sowie zu einer zunehmend lebensbedrohlichen Atemnot führt. Diese schwerste Verlaufsform eines Asthmaanfalls stellt einen absoluten medizinischen Notfall dar, bei dem die Atemwege durch eine Kombination aus einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, einer ausgeprägten Schwellung der Bronchialschleimhaut sowie einer zähen Schleimansammlung so stark verengt sind, dass eine ausreichende Atmung ohne sofortige, intensive medizinische Behandlung nicht mehr gewährleistet werden kann. Unbehandelt kann der Status asthmaticus innerhalb kurzer Zeit zu einer völligen Erschöpfung der Atemmuskulatur sowie zu einem lebensbedrohlichen Atemstillstand führen.

Ursachen

Der Status asthmaticus entsteht meist im Rahmen eines bereits bestehenden Asthma bronchiale, wenn ein auslösender Faktor, etwa eine Infektion der Atemwege, eine massive Allergenexposition, eine unzureichende Basisbehandlung des Asthmas oder ein plötzliches Absetzen der verordneten Medikamente, zu einer besonders ausgeprägten, sich rasch verschlechternden Verengung der Atemwege führt. Eine unzureichende oder verspätet begonnene Behandlung eines beginnenden, schweren Asthmaanfalls begünstigt das Fortschreiten zum Status asthmaticus zusätzlich. Menschen mit einem in der Vorgeschichte bereits schwer oder lebensbedrohlich verlaufenen Asthmaanfall tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für einen erneuten Status asthmaticus.

Symptome

Der Status asthmaticus äußert sich durch eine hochgradige, sich trotz wiederholter Anwendung der bronchienerweiternden Bedarfsmedikation nicht bessernde Atemnot, bei der die betroffene Person häufig nur noch in aufrechter Sitzhaltung unter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur atmen kann sowie kaum noch zusammenhängende Sätze sprechen kann. Ein zunächst lautes, pfeifendes Atemgeräusch kann bei fortschreitender Erschöpfung der Atemmuskulatur paradoxerweise leiser werden oder ganz verschwinden, was als besonders bedrohliches Warnzeichen einer drohenden vollständigen Verlegung der Atemwege gewertet werden muss. Eine bläuliche Verfärbung der Lippen sowie eine zunehmende Bewusstseinstrübung kennzeichnen den lebensbedrohlichen, fortgeschrittenen Verlauf.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose des Status asthmaticus wird primär klinisch anhand der schweren, therapierefraktären Atemnot sowie der charakteristischen Warnzeichen gestellt, wobei eine kontinuierliche Messung der Sauerstoffsättigung sowie eine Blutgasanalyse das Ausmaß der bereits eingetretenen Atemstörung sowie eine mögliche Erschöpfung der Atemmuskulatur objektivieren. Eine Messung der maximalen Ausatemstromstärke kann, sofern die betroffene Person dazu noch in der Lage ist, das Ausmaß der Atemwegsverengung zusätzlich quantifizieren. Eine sorgfältige, fortlaufende Überwachung von Atmung, Kreislauf sowie Bewusstsein ist während der gesamten notfallmedizinischen Versorgung unerlässlich, da sich der Zustand innerhalb weniger Minuten dramatisch verschlechtern kann.

Behandlung

Die Behandlung des Status asthmaticus erfordert die sofortige Verständigung des Notrufs sowie eine intensivierte, deutlich über die übliche Bedarfsmedikation hinausgehende notfallmedizinische Behandlung, die eine hochdosierte, wiederholte sowie kontinuierliche Verabreichung bronchienerweiternder Medikamente mittels Vernebler, eine systemische Gabe von Kortisonpräparaten sowie eine Sauerstoffzufuhr umfasst. Bei unzureichendem Ansprechen auf diese Erstmaßnahmen kommen weitere, intravenös verabreichte Medikamente zum Einsatz, wobei bei einer drohenden vollständigen Erschöpfung der Atemmuskulatur eine maschinelle Beatmung auf einer Intensivstation notwendig werden kann. Die betroffene Person sollte bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes in einer aufrechten, für sie angenehmen Sitzposition mit ruhigem, beruhigendem Zuspruch begleitet werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Status asthmaticus hängt entscheidend von der Geschwindigkeit der eingeleiteten intensivierten notfallmedizinischen Behandlung ab, wobei eine rechtzeitig sowie konsequent behandelte Episode bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen ohne bleibende Schäden ausheilt. Eine verspätet erkannte oder unzureichend behandelte Episode kann dagegen innerhalb kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Atemstillstand mit nachfolgendem Sauerstoffmangelschaden des Gehirns führen. Nach einem überstandenen Status asthmaticus wird eine gründliche Überprüfung sowie Optimierung der bestehenden Asthma-Basisbehandlung dringend empfohlen, um das Risiko eines erneuten schweren Anfalls zu verringern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet den Status asthmaticus von einem gewöhnlichen Asthmaanfall?

Die Atemnot bessert sich trotz wiederholter Anwendung der üblichen bronchienerweiternden Bedarfsmedikation nicht.

Was ist ein besonders bedrohliches Warnzeichen?

Wenn das pfeifende Atemgeräusch leiser wird oder ganz verschwindet — Zeichen einer drohenden vollständigen Atemwegsverlegung.

Was ist die wichtigste Sofortmaßnahme?

Die sofortige Verständigung des Notrufs, da eine intensivierte notfallmedizinische Behandlung notwendig ist.

Was wird nach einem überstandenen Status asthmaticus empfohlen?

Eine gründliche Überprüfung sowie Optimierung der bestehenden Asthma-Basisbehandlung.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen