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Frauengesundheit

Habitueller Abort (wiederholte Fehlgeburt)

Der habituelle Abort, im Deutschen auch als wiederholte Fehlgeburt bezeichnet, beschreibt das Auftreten von drei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten vor Vollendung der zwanzigsten Schwangerschaftswoche, wobei diese Häufung über die einzelne, für sich genommen relativ häufige Fehlgeburt hinausgeht sowie Anlass für eine gezielte, umfassende Ursachenabklärung gibt. Während eine einzelne Fehlgeburt in den meisten Fällen durch eine zufällige, nicht wiederkehrende Chromosomenstörung der Frucht bedingt ist, weist ein wiederholtes Auftreten auf eine mögliche, dauerhaft bestehende Ursache bei einem oder beiden Elternteilen hin, die in einem erheblichen Teil der Fälle trotz umfassender Abklärung dennoch nicht sicher identifiziert werden kann. Diese diagnostische Unsicherheit stellt für die betroffenen Paare häufig eine erhebliche zusätzliche emotionale Belastung dar.

Ursachen

Der habituelle Abort kann durch verschiedene, bei einem oder beiden Elternteilen bestehende Ursachen bedingt sein, wobei zu den wichtigsten Ursachengruppen chromosomale Veränderungen bei einem der Elternteile, anatomische Fehlbildungen der Gebärmutter, hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder ein nicht ausreichend eingestellter Diabetes mellitus sowie bestimmte Störungen der Blutgerinnung, insbesondere das Antiphospholipid-Syndrom, zählen. Eine fortgeschrittene mütterliche sowie väterliche Altersgruppe erhöht das Risiko für wiederholte Fehlgeburten zusätzlich. Trotz einer umfassenden Ursachenabklärung bleibt die zugrunde liegende Ursache bei einem erheblichen Teil der betroffenen Paare letztlich ungeklärt.

Symptome

Der habituelle Abort äußert sich durch das wiederholte Auftreten der für eine Fehlgeburt typischen Anzeichen, insbesondere Unterleibsschmerzen sowie vaginale Blutungen in der frühen Schwangerschaft, die schließlich zum Verlust der Schwangerschaft führen. Über das körperliche Beschwerdebild hinaus stellt der wiederholte Verlust einer gewünschten Schwangerschaft für die betroffenen Paare eine erhebliche, oft unterschätzte psychische Belastung dar, die von Trauer über Schuldgefühle bis hin zu einer ausgeprägten Angst vor einer erneuten Schwangerschaft reichen kann.

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Diagnostik

Die Diagnostik des habituellen Aborts umfasst nach dem dritten aufeinanderfolgenden Fehlgeburtsereignis eine umfassende Abklärung, die eine genetische Untersuchung beider Elternteile, eine bildgebende Untersuchung der Gebärmutter mittels Ultraschall oder einer speziellen Röntgen- oder Spiegelungsuntersuchung, eine hormonelle sowie stoffwechselbezogene Blutuntersuchung sowie eine gezielte Untersuchung auf Gerinnungsstörungen umfasst. Eine feingewebliche Untersuchung des Fruchtgewebes einer erneuten Fehlgeburt kann zusätzliche Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefern. Trotz dieser umfassenden Diagnostik bleibt die Ursache bei einem erheblichen Teil der betroffenen Paare ungeklärt.

Behandlung

Die Behandlung des habituellen Aborts richtet sich, sofern möglich, nach der zugrunde liegenden Ursache, wobei eine festgestellte hormonelle Störung entsprechend behandelt, eine anatomische Fehlbildung der Gebärmutter in ausgewählten Fällen operativ korrigiert sowie eine nachgewiesene Gerinnungsstörung mit einer gezielten, während einer erneuten Schwangerschaft fortgeführten blutverdünnenden Behandlung angegangen wird. Bei ungeklärter Ursache wird den betroffenen Paaren eine engmaschige, unterstützende Begleitung einer erneuten Schwangerschaft angeboten, die auch ohne einen spezifischen Behandlungsansatz die Chance auf einen erfolgreichen Schwangerschaftsverlauf verbessern kann. Eine begleitende psychologische Unterstützung wird angesichts der erheblichen emotionalen Belastung dringend empfohlen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des habituellen Aborts ist trotz der belastenden Vorgeschichte grundsätzlich positiv zu bewerten, da die überwiegende Mehrheit der betroffenen Paare auch nach mehreren wiederholten Fehlgeburten letztlich eine erfolgreiche, bis zum Ende ausgetragene Schwangerschaft erreicht, insbesondere wenn eine behandelbare Ursache identifiziert sowie gezielt angegangen werden kann. Auch bei ungeklärter Ursache besteht für die meisten betroffenen Paare weiterhin eine gute Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft, wobei eine engmaschige medizinische Begleitung die Erfolgsaussichten zusätzlich verbessern kann. Eine offene, einfühlsame Kommunikation über die bestehende diagnostische Unsicherheit ist für die psychische Bewältigung der betroffenen Paare von erheblicher Bedeutung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Ab wie vielen Fehlgeburten spricht man von einem habituellen Abort?

Ab drei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten vor der zwanzigsten Schwangerschaftswoche.

Welche Ursachengruppen kommen infrage?

Chromosomale Veränderungen, anatomische Fehlbildungen der Gebärmutter, hormonelle Störungen sowie Gerinnungsstörungen.

Bleibt die Ursache immer auffindbar?

Nein, sie bleibt bei einem erheblichen Teil der betroffenen Paare trotz umfassender Abklärung ungeklärt.

Wie stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft danach?

Grundsätzlich gut — die überwiegende Mehrheit der Paare erreicht letztlich eine erfolgreiche, ausgetragene Schwangerschaft.

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