Sterilität der Frau (weibliche Unfruchtbarkeit)
Die Sterilität der Frau, umgangssprachlich auch als weibliche Unfruchtbarkeit bezeichnet, beschreibt das Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr über einen Zeitraum von in der Regel mindestens einem Jahr, wobei die zugrunde liegenden Ursachen ausschließlich oder überwiegend bei der Frau liegen. Diese Form der ungewollten Kinderlosigkeit betrifft weltweit eine erhebliche Zahl von Paaren sowie kann durch ein breites Spektrum unterschiedlicher Ursachen bedingt sein, die von hormonellen Störungen über anatomische Veränderungen der Geschlechtsorgane bis hin zu altersbedingten Veränderungen der Eizellqualität reichen. Eine gezielte, strukturierte Ursachenabklärung ermöglicht es bei einem erheblichen Teil der betroffenen Frauen, eine spezifische, auf die jeweilige Ursache abgestimmte Behandlung einzuleiten sowie dadurch die Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft deutlich zu verbessern.
Ursachen
Die Sterilität der Frau kann durch verschiedenste Ursachen bedingt sein, wobei zu den häufigsten Ursachengruppen Störungen des Eisprungs, etwa durch das polyzystische Ovarialsyndrom oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung, eine Verlegung oder Vernarbung der Eileiter infolge früherer Entzündungen im Bereich des weiblichen Beckens sowie anatomische Veränderungen der Gebärmutter zählen. Eine mit zunehmendem Lebensalter abnehmende Eizellqualität sowie -anzahl stellt eine weitere, bedeutsame sowie zunehmend häufige Ursache dar, insbesondere bei einem späten Kinderwunsch. Ein deutliches Über- oder Untergewicht sowie bestimmte Grunderkrankungen können die Fruchtbarkeit der Frau zusätzlich beeinträchtigen.
Symptome
Die Sterilität der Frau äußert sich primär durch das Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr, wobei je nach zugrunde liegender Ursache zusätzliche Beschwerden wie ein unregelmäßiger oder ausbleibender Menstruationszyklus, starke Regelschmerzen oder Zwischenblutungen auftreten können, die bereits erste Hinweise auf eine mögliche Ursache liefern. Über das körperliche Beschwerdebild hinaus stellt der unerfüllte Kinderwunsch für die betroffenen Frauen sowie Paare häufig eine erhebliche psychische sowie partnerschaftliche Belastung dar.
Diagnostik
Die Diagnostik der Sterilität der Frau umfasst eine ausführliche Befragung zum Menstruationszyklus sowie zur bisherigen Krankengeschichte, eine hormonelle Blutuntersuchung zur Beurteilung des Eisprungs sowie der Eizellreserve, eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter sowie der Eierstöcke sowie eine gezielte Überprüfung der Durchgängigkeit der Eileiter mittels einer speziellen Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung. Eine gleichzeitige Untersuchung des männlichen Partners auf mögliche, zusätzlich bestehende Fruchtbarkeitsstörungen wird angesichts der häufigen Kombination mehrerer Ursachenfaktoren dringend empfohlen.
Behandlung
Die Behandlung der Sterilität der Frau richtet sich nach der jeweils festgestellten Ursache, wobei eine Störung des Eisprungs häufig mit einer gezielten, den Eisprung auslösenden hormonellen Behandlung erfolgreich behandelt werden kann, während eine anatomische Veränderung der Gebärmutter oder eine Verlegung der Eileiter mitunter operativ korrigiert werden kann. Bei einer nicht anders behandelbaren Ursache oder bei fortgeschrittenem mütterlichem Lebensalter kommen assistierte reproduktionsmedizinische Verfahren, insbesondere die künstliche Befruchtung, zum Einsatz. Eine begleitende Optimierung des Körpergewichts sowie des allgemeinen Gesundheitszustands kann die Erfolgsaussichten jeder gewählten Behandlung zusätzlich verbessern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Sterilität der Frau hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Alter der betroffenen Frau ab, wobei eine gezielt behandelbare Ursache, insbesondere eine Störung des Eisprungs, bei einem erheblichen Teil der betroffenen Frauen zu einer erfolgreichen Schwangerschaft führt. Bei einer altersbedingt verminderten Eizellreserve nimmt die Erfolgsaussicht einer Behandlung mit zunehmendem Lebensalter deutlich ab, weshalb eine frühzeitige Abklärung bei bestehendem, bislang unerfülltem Kinderwunsch empfohlen wird. Eine begleitende psychologische Unterstützung kann Frauen sowie Paare während des häufig belastenden Diagnostik- sowie Behandlungsprozesses wertvoll unterstützen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Sterilität der Frau (weibliche Unfruchtbarkeit): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ab wann spricht man von Sterilität?
Wenn trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr über in der Regel mindestens ein Jahr keine Schwangerschaft eintritt.
Was sind häufige Ursachen bei der Frau?
Störungen des Eisprungs, eine Verlegung der Eileiter sowie eine altersbedingt abnehmende Eizellqualität.
Warum wird auch der männliche Partner untersucht?
Weil häufig mehrere Ursachenfaktoren bei beiden Partnern gleichzeitig bestehen.
Welche Rolle spielt das Lebensalter für die Prognose?
Eine erhebliche — die Erfolgsaussicht jeder Behandlung nimmt mit zunehmendem Lebensalter deutlich ab.
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