Rhinosporidiose
Die Rhinosporidiose ist eine seltene, chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch den Erreger Rhinosporidium seeberi verursacht wird, dessen genaue biologische Einordnung lange umstritten war, sich jedoch nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand am ehesten einer eigenständigen Gruppe wasserlebender Organismen zuordnen lässt. Die Erkrankung betrifft überwiegend die Schleimhaut der Nase sowie der Nasennebenhöhlen, seltener die Bindehaut des Auges oder andere Schleimhäute, sowie äußert sich durch langsam über Monate bis Jahre wachsende, leicht blutende Wucherungen. Die Rhinosporidiose kommt vor allem in Teilen Indiens sowie Sri Lankas gehäuft vor, wobei ein Zusammenhang mit dem Baden in stehenden Gewässern sowie Teichen als wahrscheinlicher Übertragungsweg angesehen wird.
Ursachen
Die Rhinosporidiose entsteht durch das Eindringen des Erregers Rhinosporidium seeberi über eine kleine Verletzung der Nasenschleimhaut oder der Bindehaut des Auges, wobei ein Kontakt mit stehenden, möglicherweise durch den Erreger kontaminierten Gewässern, insbesondere beim Baden oder bei landwirtschaftlicher Tätigkeit in überfluteten Reisfeldern, als wahrscheinlichster Übertragungsweg angesehen wird. Die Erkrankung tritt gehäuft bei Menschen auf, die regelmäßigen Kontakt zu stehenden Gewässern in bekannten Endemiegebieten haben, wobei Männer deutlich häufiger betroffen sind als Frauen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.
Symptome
Die Rhinosporidiose äußert sich durch eine langsam über Monate bis Jahre wachsende, meist gestielte, leicht blutende Wucherung der Nasenschleimhaut, die zu einer zunehmenden Verlegung eines Nasenlochs, wiederholtem Nasenbluten sowie einem Fremdkörpergefühl führen kann. Bei einer Beteiligung der Bindehaut des Auges können ähnliche, langsam wachsende Wucherungen mit Augenreizung sowie gelegentlichen Blutungen auftreten. Allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber fehlen bei dieser überwiegend lokal begrenzten Erkrankung in aller Regel.
Diagnostik
Die Diagnose der Rhinosporidiose wird durch eine feingewebliche Untersuchung einer entnommenen Gewebeprobe der Wucherung gestellt, in der die charakteristischen, mit bloßem Auge bereits als kleine weißliche Punkte erkennbaren, sporenhaltigen Strukturen des Erregers unter dem Mikroskop nachgewiesen werden können. Eine sorgfältige Reiseanamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt in bekannten Endemiegebieten sowie einem möglichen Kontakt mit stehenden Gewässern unterstützt die Verdachtsdiagnose zusätzlich. Eine Bildgebung mittels Endoskopie der Nase kann das genaue Ausmaß sowie die Lokalisation der Wucherung vor einer geplanten Behandlung zusätzlich darstellen.
Behandlung
Die Behandlung der Rhinosporidiose besteht in einer operativen Entfernung der Wucherung, die angesichts der guten Durchblutung des Gewebes sorgfältig sowie unter Vermeidung übermäßiger Blutung durchgeführt wird. Eine vollständige Entfernung der Wucherung einschließlich ihrer Basis ist für die Vorbeugung eines Wiederauftretens von erheblicher Bedeutung, da ein unvollständig entferntes Gewebe erneut wachsen kann. Eine spezifische, medikamentöse Behandlung gegen den Erreger selbst existiert bislang nicht, weshalb die operative Entfernung die einzige wirksame Behandlungsoption darstellt.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Rhinosporidiose ist bei einer vollständigen operativen Entfernung der Wucherung gut, wobei die betroffene Person nach dem Eingriff in aller Regel beschwerdefrei wird. Ein Wiederauftreten der Wucherung an derselben oder einer benachbarten Stelle ist jedoch nicht selten, insbesondere wenn die ursprüngliche Entfernung unvollständig erfolgte, weshalb eine regelmäßige Nachkontrolle nach der Behandlung empfohlen wird. Schwerwiegende, lebensbedrohliche Verläufe sind bei der Rhinosporidiose ausgesprochen selten, da die Erkrankung überwiegend lokal begrenzt bleibt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Rhinosporidiose: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch wird die Rhinosporidiose verursacht?
Durch den Erreger Rhinosporidium seeberi, dessen genaue biologische Einordnung lange umstritten war.
Wo tritt die Erkrankung gehäuft auf?
Vor allem in Teilen Indiens sowie Sri Lankas.
Wie äußert sich die Erkrankung typischerweise?
Durch eine langsam wachsende, leicht blutende Wucherung der Nasenschleimhaut.
Wie wird die Rhinosporidiose behandelt?
Durch eine vollständige operative Entfernung der Wucherung.
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