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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Brazilian Purpuric Fever

Das Brazilian Purpuric Fever ist eine seltene, jedoch äußerst rasch fortschreitende bakterielle Erkrankung des Kindesalters, die durch einen besonderen, hochvirulenten Stamm des Bakteriums Haemophilus influenzae Biogruppe aegyptius verursacht wird sowie erstmals in den 1980er Jahren in ländlichen Regionen Brasiliens beschrieben wurde. Charakteristisch für diese Erkrankung ist ihr typischer zweiphasiger Verlauf, bei dem einer zunächst harmlos erscheinenden, eitrigen Bindehautentzündung nach wenigen Tagen bis Wochen eine schwere, blitzartig fortschreitende Blutvergiftung mit charakteristischen violetten Hauteinblutungen folgt. Aufgrund der außerordentlich raschen Verschlechterung innerhalb weniger Stunden sowie der hohen Sterblichkeit zählt das Brazilian Purpuric Fever zu den dringlichsten pädiatrischen Notfällen, bei denen ein rasches Erkennen sowie eine unverzügliche Behandlung über Leben sowie Tod entscheiden können.

Ursachen

Das Brazilian Purpuric Fever entsteht durch eine Infektion mit einem besonderen, hochvirulenten Stamm des Bakteriums Haemophilus influenzae Biogruppe aegyptius, der zunächst eine eitrige Bindehautentzündung verursacht, bevor er bei einem kleinen Teil der betroffenen Kinder über die Blutbahn in den gesamten Körper streut sowie dort die charakteristische, schwere Blutvergiftung auslöst. Vor allem Kleinkinder in ländlichen, tropischen Regionen mit begrenztem Zugang zu medizinischer Versorgung sind von dieser Erkrankung betroffen, wobei der genaue Mechanismus, weshalb nur ein kleiner Teil der an einer Bindehautentzündung erkrankten Kinder die schwere, systemische Verlaufsform entwickelt, bislang nicht abschließend geklärt ist.

Symptome

Das Brazilian Purpuric Fever beginnt mit einer scheinbar harmlosen, eitrigen Bindehautentzündung mit Rötung sowie Ausfluss aus beiden Augen, die zunächst dem Erscheinungsbild einer gewöhnlichen Bindehautentzündung entspricht. Nach einem beschwerdefreien Intervall von wenigen Tagen bis zwei Wochen setzt bei einem kleinen Teil der betroffenen Kinder plötzlich hohes Fieber, Erbrechen sowie Bauchschmerzen ein, gefolgt von den charakteristischen, violett-blauen Hauteinblutungen sowie einem raschen, innerhalb weniger Stunden fortschreitenden Kreislaufversagen. Dieser fulminante Verlauf kann von den ersten schweren Symptomen bis zum Tod innerhalb von weniger als 24 Stunden fortschreiten.

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Diagnostik

Die Diagnose des Brazilian Purpuric Fever wird durch den klinischen Zusammenhang zwischen einer vorausgegangenen Bindehautentzündung sowie dem anschließenden Auftreten der charakteristischen, rasch fortschreitenden Blutvergiftungssymptomatik gestellt, wobei ein kultureller Nachweis des ursächlichen Bakteriums aus dem Blut die Diagnose bestätigen kann. Angesichts der außerordentlich raschen Krankheitsprogression bleibt in der Praxis häufig keine Zeit für eine umfassende diagnostische Abklärung, bevor die notfallmedizinische Behandlung eingeleitet werden muss. Eine sorgfältige Anamnese mit gezielter Frage nach einer kürzlich durchgemachten Bindehautentzündung ist bei jedem Kind mit einer rasch fortschreitenden, unklaren Blutvergiftung in bekannten Endemiegebieten von entscheidender Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung des Brazilian Purpuric Fever erfordert eine unverzüglich, bereits bei begründetem Verdacht eingeleitete, hochdosierte, intravenöse Antibiotikabehandlung in Kombination mit einer intensivmedizinischen Kreislaufunterstützung, die angesichts der außerordentlich raschen Krankheitsprogression über das Überleben der betroffenen Kinder entscheiden kann. Eine umfassende intensivmedizinische Behandlung mit Flüssigkeits- sowie Kreislaufunterstützung sowie gegebenenfalls einer maschinellen Beatmung ist bei jedem Verdachtsfall unerlässlich. Eine frühzeitige, bereits bei der ursprünglichen Bindehautentzündung eingeleitete lokale antibiotische Behandlung wird angesichts der schweren Komplikationsmöglichkeit in Endemiegebieten vorsorglich empfohlen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Brazilian Purpuric Fever ist trotz intensivmedizinischer Behandlung ernst, da die Erkrankung aufgrund ihrer außerordentlich raschen Progression eine erhebliche Sterblichkeit aufweist, selbst wenn die Behandlung unverzüglich eingeleitet wird. Kinder, die die akute Phase überleben, erholen sich bei erfolgreicher Behandlung in aller Regel vollständig, ohne dass bleibende Organschäden zurückbleiben. Angesichts der geringen Zeitspanne zwischen dem Auftreten erster schwerer Symptome sowie einem möglichen tödlichen Verlauf kommt der Aufklärung von Familien sowie medizinischem Personal in Endemiegebieten über die Warnzeichen dieser Erkrankung eine besonders wichtige Bedeutung zu.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welcher Erkrankung geht das Brazilian Purpuric Fever typischerweise voraus?

Einer zunächst harmlos erscheinenden, eitrigen Bindehautentzündung.

Wie schnell schreitet die schwere Verlaufsform fort?

Sehr rasch — von ersten schweren Symptomen bis zum Tod kann es innerhalb von weniger als 24 Stunden kommen.

Was ist die wichtigste Sofortmaßnahme?

Eine unverzüglich, bereits bei Verdacht eingeleitete, hochdosierte intravenöse Antibiotikabehandlung.

Wer ist von der Erkrankung betroffen?

Vor allem Kleinkinder in ländlichen, tropischen Regionen, ursprünglich in Brasilien beschrieben.

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