Postoperative Adhäsionen der Vagina
Postoperative Adhäsionen der Vagina bezeichnen bindegewebige Verwachsungen, die sich innerhalb der Scheide als Folge einer vorausgegangenen gynäkologischen Operation bilden können, wenn während des natürlichen Wundheilungsprozesses gegenüberliegende Schleimhautflächen der Scheide miteinander verkleben, anstatt getrennt voneinander abzuheilen. Diese Verwachsungen können sowohl nach einer operativen Entfernung der Gebärmutter über die Scheide als auch nach anderen gynäkologischen Eingriffen, insbesondere solchen mit einer ausgedehnten Wundfläche innerhalb der Scheide, auftreten sowie reichen in ihrem Ausmaß von kleinen, funktionell unbedeutenden Verklebungen bis hin zu einer erheblichen Einengung oder sogar einem vollständigen Verschluss der Scheide. Eine frühzeitige Erkennung sowie gegebenenfalls gezielte Behandlung ist von Bedeutung, um funktionelle Beschwerden sowie eine mögliche Beeinträchtigung der sexuellen Funktion zu vermeiden.
Ursachen
Postoperative Adhäsionen der Vagina entstehen, wenn während der Wundheilung nach einer gynäkologischen Operation gegenüberliegende, verletzte Schleimhautflächen der Scheide direkt miteinander verkleben, anstatt getrennt voneinander mit einer intakten Schleimhautoberfläche abzuheilen. Eine ausgedehnte operative Wundfläche innerhalb der Scheide, wie sie insbesondere nach einer über die Scheide durchgeführten Gebärmutterentfernung oder einer operativen Behandlung eines Scheidenvorfalls auftreten kann, erhöht das Risiko für die Entstehung solcher Verwachsungen. Eine mangelnde sexuelle Aktivität oder eine unzureichende Dehnung der Scheide in der Heilungsphase nach der Operation, in der eine regelmäßige, sanfte Dehnung der Wundflächen einer Verklebung entgegenwirken kann, begünstigt die Entstehung von Adhäsionen zusätzlich.
Symptome
Postoperative Adhäsionen der Vagina äußern sich, sofern sie funktionell relevant sind, durch Schmerzen sowie Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr, die durch die eingeschränkte Dehnbarkeit sowie das verminderte Volumen der Scheide verursacht werden. Bei einer ausgeprägten, nahezu vollständigen Verwachsung kann es zu einer erheblichen Einengung des Scheidenlumens kommen, die den Geschlechtsverkehr vollständig unmöglich macht sowie in seltenen, besonders ausgeprägten Fällen sogar den Abfluss von Menstruationsblut oder Wundsekret behindern kann. Kleine, funktionell unbedeutende Verwachsungen verursachen dagegen häufig keine relevanten Beschwerden.
Diagnostik
Die Diagnose postoperativer Adhäsionen der Vagina wird durch eine gynäkologische Untersuchung gestellt, bei der die genaue Lokalisation sowie das Ausmaß der bindegewebigen Verwachsungen innerhalb der Scheide beurteilt werden. Eine sorgfältige Befragung nach dem zeitlichen Zusammenhang zu einer vorausgegangenen gynäkologischen Operation sowie nach den funktionellen Beschwerden, insbesondere beim Geschlechtsverkehr, unterstützt die Diagnosestellung zusätzlich. Eine weiterführende Bildgebung ist bei dieser überwiegend durch die körperliche Untersuchung feststellbaren Erkrankung in aller Regel nicht notwendig.
Behandlung
Die Behandlung postoperativer Adhäsionen der Vagina richtet sich nach dem Ausmaß sowie den funktionellen Beschwerden, wobei kleine, beschwerdefreie Verwachsungen keiner spezifischen Behandlung bedürfen. Bei funktionell relevanten Verwachsungen kann eine schrittweise, mittels spezieller Dehnungshilfen durchgeführte Behandlung die Scheide allmählich wieder erweitern. Bei ausgeprägten, durch diese konservative Behandlung nicht ausreichend zu behebenden Verwachsungen kann eine operative Lösung der Verklebungen notwendig werden, wobei nach dem Eingriff eine konsequente Nachbehandlung mittels Dehnungshilfen oder regelmäßiger sexueller Aktivität wichtig ist, um ein erneutes Verkleben der Wundflächen zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose postoperativer Adhäsionen der Vagina ist bei einer dem Ausmaß angepassten Behandlung gut, wobei eine konsequent durchgeführte Dehnungsbehandlung bei einem erheblichen Teil der Betroffenen zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führt. Nach einer operativen Lösung ausgeprägter Verwachsungen ist eine konsequente Nachbehandlung entscheidend, um ein erneutes Verkleben der Wundflächen sowie damit ein Wiederauftreten der Adhäsionen zu verhindern. Eine frühzeitige, bereits während der Wundheilungsphase nach der ursprünglichen Operation begonnene, sanfte Dehnung kann der Entstehung relevanter Adhäsionen wirksam vorbeugen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Postoperative Adhäsionen der Vagina: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie entstehen postoperative Adhäsionen der Vagina?
Durch das Verkleben gegenüberliegender, verletzter Schleimhautflächen der Scheide während der Wundheilung.
Welche Beschwerden können auftreten?
Schmerzen und Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr durch die eingeschränkte Dehnbarkeit der Scheide.
Was kann der Entstehung vorbeugen?
Eine frühzeitige, sanfte Dehnung der Scheide während der Wundheilungsphase.
Wie werden ausgeprägte Verwachsungen behandelt?
Durch eine operative Lösung mit anschließender konsequenter Nachbehandlung mittels Dehnungshilfen.
Weiterlesen
Harnröhrenstriktur nach medizinischen Maßnahmen
Eine narbige Verengung der Harnröhre, die als Folge eines medizinischen Eingriffs, insbesondere eines Blasenkatheters oder einer endoskopischen Untersuchung, entstehen kann sowie den Urinfluss zunehmend behindert.
Weiterlesen →FrauengesundheitPCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)
PCOS: eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter.
Weiterlesen →FrauengesundheitChorioamnionitis
Chorioamnionitis: eine Infektion der Eihäute während der Schwangerschaft.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.