Syndrom polyzystischer Ovarien (PCO-Syndrom)
Das Syndrom polyzystischer Ovarien, abgekürzt als PCO-Syndrom bezeichnet, ist eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter, die durch die charakteristische Kombination aus einem unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprung, erhöhten männlichen Geschlechtshormonen sowie zahlreichen kleinen, perlschnurartig angeordneten Zysten an den Eierstöcken gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch sowie kann neben den unmittelbaren, zyklusbezogenen Beschwerden auch langfristige Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben, insbesondere ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus.
Ursachen
Die genaue Ursache des PCO-Syndroms ist nicht abschließend geklärt, wobei eine erbliche Veranlagung sowie eine gestörte Insulinwirkung, die sogenannte Insulinresistenz, eine zentrale Rolle spielen. Diese Insulinresistenz führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Insulin, das wiederum die Eierstöcke zu einer verstärkten Produktion männlicher Geschlechtshormone anregt, wodurch der normale, geregelte Ablauf des Eisprungs gestört wird. Übergewicht kann die zugrunde liegende Insulinresistenz sowie damit die Beschwerden zusätzlich verstärken.
Symptome
Das PCO-Syndrom äußert sich durch einen unregelmäßigen, verlängerten oder vollständig ausbleibenden Menstruationszyklus, der durch den gestörten Eisprung bedingt ist, sowie durch Zeichen eines erhöhten männlichen Geschlechtshormonspiegels, insbesondere eine vermehrte Körper- sowie Gesichtsbehaarung, Akne sowie, bei ausgeprägter Form, eine Ausdünnung des Kopfhaares. Viele betroffene Frauen sind zusätzlich übergewichtig sowie berichten über Schwierigkeiten, schwanger zu werden.
Diagnostik
Die Diagnose des PCO-Syndroms wird anhand einer Kombination aus mindestens zwei der drei charakteristischen Hauptmerkmale gestellt: ein unregelmäßiger oder ausbleibender Eisprung, klinische oder laborchemische Zeichen eines erhöhten männlichen Geschlechtshormonspiegels sowie der Nachweis der charakteristischen, zahlreichen kleinen Eierstockzysten mittels Ultraschalluntersuchung. Eine Blutuntersuchung dient zusätzlich der Abgrenzung von anderen, seltener zugrunde liegenden hormonellen Erkrankungen sowie der Beurteilung des Zucker- sowie Fettstoffwechsels.
Behandlung
Die Behandlung des PCO-Syndroms richtet sich nach den individuellen Beschwerden sowie dem bestehenden Kinderwunsch, wobei eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Betroffenen die zugrunde liegende Insulinresistenz sowie damit die Beschwerden häufig deutlich bessern kann. Bei fehlendem Kinderwunsch wird häufig eine hormonelle Verhütung zur Regulierung des Zyklus sowie zur Verminderung der übermäßigen Behaarung eingesetzt, während bei bestehendem Kinderwunsch gezielte, den Eisprung anregende Medikamente zum Einsatz kommen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des PCO-Syndroms ist bei gezielter, individuell angepasster Behandlung insgesamt gut, wobei sich die zyklusbezogenen Beschwerden sowie eine bestehende Kinderwunschproblematik bei einem großen Teil der Betroffenen deutlich bessern lassen. Da das PCO-Syndrom mit einem erhöhten langfristigen Risiko für Diabetes mellitus sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht, wird eine regelmäßige ärztliche Verlaufskontrolle sowie ein gesunder Lebensstil auch unabhängig von einem aktuellen Kinderwunsch empfohlen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Syndrom polyzystischer Ovarien (PCO-Syndrom): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was sind die drei Hauptmerkmale des PCO-Syndroms?
Gestörter Eisprung, erhöhte männliche Geschlechtshormone sowie zahlreiche kleine Eierstockzysten.
Welche Stoffwechselstörung spielt eine zentrale Rolle?
Eine gestörte Insulinwirkung, die Insulinresistenz.
Warum ist das PCO-Syndrom für den Kinderwunsch bedeutsam?
Es zählt zu den häufigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch.
Was verbessert die Beschwerden bei übergewichtigen Betroffenen oft deutlich?
Eine gezielte Gewichtsreduktion.
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