Selektiver Immunglobulin-M-Mangel (IgM-Mangel)
Beim selektiven Immunglobulin-M-Mangel ist im Blut ausschließlich die Antikörperklasse IgM erniedrigt, während andere Immunglobulinklassen normal ausgeprägt sind. Da IgM-Antikörper zu den ersten Abwehrmolekülen bei einer neuen Infektion zählen, kann dieser Mangel die frühe Immunantwort schwächen, auch wenn viele Betroffene über lange Zeit keine oder nur milde Beschwerden zeigen.
Ursachen
Die genauen Ursachen des selektiven IgM-Mangels sind noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch von einer gestörten Reifung bestimmter B-Lymphozyten-Untergruppen ausgegangen, die auf IgM-Produktion spezialisiert sind. Vereinzelt tritt der Mangel zusammen mit anderen Grunderkrankungen des Immunsystems oder Bindegewebes auf.
Symptome
Ein Teil der Betroffenen bleibt beschwerdefrei, andere zeigen eine erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Infektionen, insbesondere der Atemwege, sowie gelegentlich schwerere Verläufe bei bestimmten bekapselten Bakterien. Auch ein gehäuftes Auftreten von Allergien wurde bei einem Teil der Betroffenen beobachtet.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch eine laborchemische Bestimmung der einzelnen Immunglobulinklassen im Blut, wobei sich ein isoliert erniedrigter IgM-Wert bei normalen IgG- und IgA-Werten zeigt. Wiederholte Messungen sichern den Befund ab, und weitere Untersuchungen schließen andere Ursachen einer Infektanfälligkeit aus.
Behandlung
Eine spezifische Behandlung des Mangels selbst ist in der Regel nicht erforderlich, solange keine gehäuften Infektionen auftreten. Bei wiederkehrenden bakteriellen Infektionen kommen eine gezielte antibiotische Behandlung sowie in ausgeprägten Fällen eine Immunglobulin-Substitution infrage.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf ist bei den meisten Betroffenen günstig, viele bleiben zeitlebens weitgehend beschwerdefrei. Bei einem kleineren Teil kann die erhöhte Infektanfälligkeit über die Jahre bestehen bleiben und eine regelmäßige ärztliche Begleitung erfordern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Selektiver Immunglobulin-M-Mangel: Ursachen, Symptome, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist der selektive IgM-Mangel gefährlich?
Bei den meisten Betroffenen verläuft er mild, nur ein Teil zeigt eine erhöhte Infektanfälligkeit.
Wie wird der Mangel festgestellt?
Durch eine Blutuntersuchung, die die einzelnen Antikörperklassen getrennt misst.
Braucht jeder Betroffene eine Behandlung?
Nein, viele benötigen keine spezifische Therapie, solange keine gehäuften Infektionen auftreten.
Kann der Mangel mit anderen Erkrankungen zusammenhängen?
Ja, er tritt gelegentlich zusammen mit anderen Immun- oder Bindegewebserkrankungen auf.
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