Paragonimiasis (Lungenegelkrankheit)
Die Paragonimiasis, umgangssprachlich auch als Lungenegelkrankheit bezeichnet, ist eine durch verschiedene Arten von Lungenegeln verursachte Wurmerkrankung, bei der sich die erwachsenen Parasiten überwiegend im Lungengewebe ansiedeln, nachdem ihre infektiösen Larven zuvor durch den Verzehr roher oder unzureichend gegarter Süßwasserkrebse sowie -krabben aufgenommen wurden. Diese Erkrankung ist vor allem in Teilen Asiens, insbesondere in ländlichen Regionen mit traditionellem Verzehr roher Süßwasserkrebstiere, verbreitet, kommt jedoch in geringerem Ausmaß auch in Teilen Afrikas sowie Lateinamerikas vor. Aufgrund ihrer chronischen, mit Husten sowie blutigem Auswurf einhergehenden Symptomatik wird die Paragonimiasis in nicht-endemischen Regionen häufig zunächst mit einer Lungentuberkulose verwechselt.
Ursachen
Die Paragonimiasis entsteht durch den Verzehr roher, eingelegter oder unzureichend gegarter Süßwasserkrebse sowie -krabben, die mit den infektiösen Larvenstadien des Lungenegels befallen sind, wobei die Larven nach der Aufnahme die Darmwand durchdringen sowie über die Bauchhöhle sowie das Zwerchfell in das Lungengewebe wandern, wo sie sich zu erwachsenen Würmern entwickeln. Traditionelle kulinarische Zubereitungsweisen, bei denen Süßwasserkrebstiere roh, mariniert oder nur kurz erhitzt verzehrt werden, wie sie in bestimmten Regionen Ostasiens verbreitet sind, stellen das wichtigste Übertragungsrisiko dar. Auch der Verzehr des Fleisches bestimmter, mit Larven befallener Wildtiere kann in seltenen Fällen zu einer Ansteckung führen.
Symptome
Die Paragonimiasis äußert sich durch einen chronischen, über Monate bis Jahre anhaltenden Husten mit zähem, mitunter blutig tingiertem Auswurf, der von Brustschmerzen sowie einer bei körperlicher Belastung zunehmenden Atemnot begleitet wird. Fieber sowie allgemeine Erschöpfung können insbesondere in der frühen Krankheitsphase zusätzlich auftreten. Bei einem Teil der Betroffenen wandern die jungen Würmer statt in die Lunge in andere Organe, insbesondere in das Gehirn, wo sie schwerwiegende neurologische Symptome, einschließlich epileptischer Anfälle, verursachen können.
Diagnostik
Die Diagnose der Paragonimiasis wird durch eine mikroskopische Untersuchung des Auswurfs oder des Stuhls gestellt, in der die charakteristischen Wurmeier nachgewiesen werden können, wobei ein Nachweis spezifischer Antikörper im Blut die Diagnose zusätzlich unterstützen kann. Eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs zeigt charakteristische, häufig mit einer Lungentuberkulose verwechselbare Veränderungen des Lungengewebes. Eine sorgfältige Ernährungsanamnese mit gezielter Frage nach dem Verzehr roher Süßwasserkrebstiere ist angesichts der symptomatischen Ähnlichkeit zur Tuberkulose für die richtige Verdachtsdiagnose von entscheidender Bedeutung.
Behandlung
Die Behandlung der Paragonimiasis erfolgt mittels eines spezifischen, gegen den Lungenegel wirksamen Medikaments, das über wenige Tage eingenommen wird sowie bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer erfolgreichen Beseitigung der Würmer führt. Bei einer selteneren Beteiligung des Gehirns wird die medikamentöse Behandlung durch eine sorgfältige, engmaschige neurologische Überwachung sowie gegebenenfalls eine begleitende, entzündungshemmende Behandlung ergänzt, um eine durch das Absterben der Würmer bedingte Entzündungsreaktion im Gehirn abzufedern. Eine erneute Untersuchung von Auswurf oder Stuhl nach abgeschlossener Behandlung kann den Behandlungserfolg bestätigen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Paragonimiasis ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie erfolgreicher medikamentöser Behandlung sehr gut, wobei die Beschwerden bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb weniger Wochen deutlich nachlassen. Eine über Jahre unbehandelt bestehende Infektion kann dagegen zu einer chronischen Vernarbung des Lungengewebes führen. Bei einer Beteiligung des Gehirns ist die Prognose ernster, wobei bereits eingetretene neurologische Schäden trotz erfolgreicher Beseitigung der Würmer nicht immer vollständig rückgängig gemacht werden können. Ein Verzicht auf den Verzehr roher oder unzureichend gegarter Süßwasserkrebstiere in bekannten Endemiegebieten ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Paragonimiasis (Lungenegelkrankheit): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie erfolgt die Ansteckung mit dem Lungenegel?
Durch den Verzehr roher oder unzureichend gegarter Süßwasserkrebse sowie -krabben.
Womit wird die Erkrankung häufig verwechselt?
Mit einer Lungentuberkulose, da beide chronischen Husten mit blutigem Auswurf verursachen können.
Welches Organ kann statt der Lunge betroffen sein?
In seltenen Fällen das Gehirn, was zu schwerwiegenden neurologischen Symptomen führen kann.
Wie wird die Erkrankung behandelt?
Mit einem spezifischen, gegen den Lungenegel wirksamen Medikament über wenige Tage.
Weiterlesen
Suberose (Korkarbeiterlunge)
Eine allergisch bedingte Lungenentzündung durch das Einatmen von Schimmelpilzsporen aus verunreinigtem Korkstaub, die vor allem Beschäftigte der Korkverarbeitung betrifft.
Weiterlesen →Innere MedizinPilzarbeiter-Lunge
Eine allergisch bedingte Lungenentzündung durch das Einatmen von Schimmelpilzsporen aus verrottendem Kompostmaterial, die vor allem Beschäftigte der Champignonzucht betrifft.
Weiterlesen →Haut & HautkrankheitenZerkariendermatitis (Badedermatitis)
Eine juckende Hautreizung durch das Eindringen von Larvenstadien tierischer Pärchenegel beim Baden in Süß- oder Brackwasser, die harmlos verläuft sowie meist nach wenigen Tagen von selbst abklingt.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.