Pilzarbeiter-Lunge
Die Pilzarbeiter-Lunge ist eine allergisch bedingte Entzündung des Lungengewebes, die durch das wiederholte Einatmen von Staub verrottenden, mit Schimmelpilzsporen durchsetzten Kompostmaterials entsteht, wie es bei der gewerblichen Zucht von Speisepilzen, insbesondere Champignons, in großem Umfang verwendet wird. Diese Erkrankung zählt ebenso wie die Farmerlunge oder die Vogelzüchterlunge zur Gruppe der sogenannten exogen-allergischen Alveolitiden sowie betrifft nahezu ausschließlich Menschen, die beruflich in der Pilzzucht, insbesondere beim Wenden oder Umsetzen des Kompostmaterials, tätig sind. Das wiederholte Einatmen der beim Umsetzen des Komposts freigesetzten Schimmelpilzsporen führt bei entsprechend veranlagten Personen über Wochen bis Monate zu einer allergischen Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems im Lungengewebe.
Ursachen
Die Pilzarbeiter-Lunge entsteht durch das wiederholte Einatmen von Staub verrottenden, mit bestimmten Schimmelpilzsporen durchsetzten Kompostmaterials, das bei der gewerblichen Champignonzucht als Nährsubstrat verwendet wird, wobei das körpereigene Immunsystem bei entsprechend veranlagten Personen nach wiederholtem Kontakt eine überschießende, allergische Abwehrreaktion gegen diese Sporen entwickelt. Beschäftigte in der Pilzzucht, insbesondere beim Umsetzen, Wenden oder Ausbringen des Kompostmaterials, sind für die Entwicklung dieser Erkrankung besonders anfällig, wobei nicht jede exponierte Person zwangsläufig erkrankt. Eine unzureichende Staubschutzausrüstung sowie eine mangelhafte Belüftung der Arbeitsräume begünstigen die Entstehung der Erkrankung erheblich.
Symptome
Die Pilzarbeiter-Lunge äußert sich je nach Ausmaß sowie Dauer der Exposition entweder als akute Verlaufsform mit Fieber, Husten, Atemnot sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl, das typischerweise einige Stunden nach einem intensiven Kontakt mit dem verrottenden Kompostmaterial auftritt sowie sich nach Beendigung der Exposition innerhalb weniger Tage bessert, oder als chronische Verlaufsform mit einem langsam über Monate bis Jahre fortschreitenden, trockenen Husten sowie einer zunehmenden Atemnot bei körperlicher Belastung. Ein deutlicher Gewichtsverlust sowie eine ausgeprägte Erschöpfung können die chronische Verlaufsform zusätzlich begleiten.
Diagnostik
Die Diagnose der Pilzarbeiter-Lunge wird durch eine sorgfältige Berufsanamnese mit gezielter Frage nach einer beruflichen Tätigkeit in der Pilzzucht sowie durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme oder hochauflösender Computertomografie des Brustkorbs gestellt, die charakteristische entzündliche Veränderungen des Lungengewebes zeigen kann. Ein Nachweis spezifischer Antikörper gegen die auslösenden Schimmelpilzsporen im Blut sowie eine Lungenfunktionsprüfung, die eine für diese Erkrankung typische Einschränkung zeigen kann, ergänzen die Diagnostik zusätzlich. Eine Bronchoskopie mit Spülung der Lunge kann in unklaren Fällen zur endgültigen Diagnosesicherung notwendig sein.
Behandlung
Die wichtigste Behandlungsmaßnahme der Pilzarbeiter-Lunge besteht in der konsequenten, dauerhaften Vermeidung eines weiteren Kontakts mit dem auslösenden, staubenden Kompostmaterial, was in vielen Fällen einen Wechsel des Arbeitsplatzes oder eine deutliche Verbesserung des Atemschutzes sowie der Belüftung am bisherigen Arbeitsplatz erfordert. Bei einer akuten Verlaufsform mit ausgeprägten Beschwerden kann eine kurzzeitige Behandlung mit Kortisonpräparaten die Entzündungsreaktion rasch lindern. Bei einer bereits fortgeschrittenen, chronischen Verlaufsform mit dauerhafter Lungenvernarbung wird eine langfristige, individuell angepasste Behandlung eingeleitet, um das weitere Fortschreiten der Lungenschädigung zu verlangsamen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Pilzarbeiter-Lunge ist bei einer frühzeitig erkannten akuten Verlaufsform sowie konsequenter Vermeidung einer weiteren Exposition sehr gut, wobei sich die Lungenfunktion in diesem Stadium meist vollständig erholt. Bei einer bereits fortgeschrittenen, chronischen Verlaufsform mit dauerhafter Vernarbung des Lungengewebes ist die Prognose deutlich ernster, da diese Gewebeveränderungen auch nach Beendigung der Exposition nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Eine frühzeitige Diagnosestellung sowie ein rascher Wechsel des Arbeitsplatzes oder eine deutliche Verbesserung von Atemschutz sowie Belüftung sind daher für eine günstige langfristige Prognose von entscheidender Bedeutung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Pilzarbeiter-Lunge: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wer ist von der Pilzarbeiter-Lunge besonders betroffen?
Nahezu ausschließlich Beschäftigte in der gewerblichen Champignonzucht.
Wodurch entsteht die allergische Reaktion?
Durch wiederholtes Einatmen von Schimmelpilzsporen aus verrottendem Kompostmaterial.
Zu welcher Krankheitsgruppe zählt die Pilzarbeiter-Lunge?
Zu den exogen-allergischen Alveolitiden, ebenso wie die Farmerlunge oder Vogelzüchterlunge.
Was ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme?
Die konsequente, dauerhafte Vermeidung eines weiteren Kontakts mit dem staubenden Kompostmaterial.
Weiterlesen
Hashimoto-Thyreoiditis
Hashimoto-Thyreoiditis: die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion in Deutschland.
Weiterlesen →Innere MedizinMorbus Basedow
Morbus Basedow: die häufigste Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion.
Weiterlesen →Innere MedizinVaskulitis (Gefäßentzündung)
Vaskulitis: wenn sich Blutgefäße durch eine Fehlreaktion des Immunsystems entzünden.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.