Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Östliche Pferdeenzephalitis (Eastern Equine Encephalitis)

Die östliche Pferdeenzephalitis ist eine durch das Virus der östlichen Pferdeenzephalitis verursachte, über den Stich infizierter Mücken übertragene Infektionskrankheit, die vor allem in den feuchten, sumpfreichen Küstenregionen des östlichen Nordamerikas vorkommt sowie zu den seltensten, gleichzeitig jedoch schwerwiegendsten durch Mücken übertragenen Gehirnentzündungen des Kontinents zählt. Im Unterschied zur westlichen Pferdeenzephalitis verläuft die östliche Pferdeenzephalitis bei einem deutlich größeren Anteil der Infizierten schwer, wobei eine hohe Sterblichkeit sowie ein erhebliches Risiko für bleibende, schwere neurologische Schäden bei den Überlebenden charakteristisch für diese Erkrankung sind. Aufgrund ihrer Seltenheit, jedoch außerordentlichen Schwere wird jeder bestätigte Fall der östlichen Pferdeenzephalitis von den zuständigen Gesundheitsbehörden besonders engmaschig überwacht.

Ursachen

Die östliche Pferdeenzephalitis entsteht durch die Übertragung des zugrunde liegenden Virus über den Stich infizierter Mücken, die sich in den feuchten, sumpfreichen Regionen entlang der Ostküste sowie der Golfküste Nordamerikas vermehren, wobei das Virus in der Natur überwiegend zwischen bestimmten Vogelarten in Sumpfgebieten sowie den übertragenden Mücken zirkuliert. Ein Aufenthalt in der Nähe von Sümpfen oder Feuchtgebieten während der wärmeren Sommer- sowie Herbstmonate stellt den wichtigsten Risikofaktor für eine Ansteckung dar. Kinder unter 15 Jahren sowie Erwachsene über 50 Jahren tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer schweren, das Gehirn betreffenden Verlaufsform.

Symptome

Die östliche Pferdeenzephalitis beginnt mit plötzlich einsetzendem Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen sowie Erbrechen, wobei sich bei einem im Vergleich zu anderen mückenübertragenen Gehirnentzündungen ungewöhnlich hohen Anteil der Betroffenen innerhalb weniger Tage eine schwere Entzündung des Gehirns entwickelt, die sich durch eine rasch zunehmende Bewusstseinstrübung, epileptische Anfälle sowie eine ausgeprägte Nackensteifigkeit äußert. Der Krankheitsverlauf ist bei dieser Erkrankung häufig besonders foudroyant, wobei ein Koma innerhalb weniger Tage nach Beginn der ersten Symptome eintreten kann.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose der östlichen Pferdeenzephalitis wird durch einen serologischen oder molekularbiologischen Erregernachweis im Blut sowie im Nervenwasser gestellt, wobei eine sorgfältige Anamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt in bekannten, sumpfreichen Endemiegebieten während der Sommer- sowie Herbstmonate für die Verdachtsdiagnose von erheblicher Bedeutung ist. Eine Bildgebung mittels Magnetresonanztomografie des Gehirns zeigt bei dieser Erkrankung häufig ausgeprägte, charakteristische entzündliche Veränderungen. Angesichts der Seltenheit sowie Schwere der Erkrankung wird jeder bestätigte Fall den zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet.

Behandlung

Eine spezifische, ursächliche Behandlung der östlichen Pferdeenzephalitis existiert nicht, weshalb die Behandlung ausschließlich unterstützend erfolgt sowie eine unverzügliche, intensivmedizinische Versorgung mit einer gezielten Senkung des erhöhten Hirndrucks, einer Kontrolle epileptischer Anfälle sowie einer umfassenden Organunterstützung erfordert. Angesichts des häufig foudroyanten Verlaufs ist eine rasche Verlegung auf eine spezialisierte Intensivstation von entscheidender Bedeutung. Eine engmaschige neurologische Überwachung ist während der gesamten Behandlungsdauer unerlässlich.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der östlichen Pferdeenzephalitis ist ernst, da diese Erkrankung im Vergleich zu anderen mückenübertragenen Gehirnentzündungen mit einer besonders hohen Sterblichkeit verbunden ist, die einen erheblichen Teil der schwer erkrankten Betroffenen betrifft. Überlebende der schweren Verlaufsform tragen zudem ein hohes Risiko für bleibende, teils schwere neurologische Schäden, insbesondere kognitive Beeinträchtigungen sowie Lähmungserscheinungen. Ein wirksamer Mückenschutz während des Aufenthalts in bekannten, sumpfreichen Endemiegebieten stellt angesichts des Fehlens einer wirksamen Behandlung die mit Abstand wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Wo kommt die östliche Pferdeenzephalitis vor?

Vor allem in feuchten, sumpfreichen Küstenregionen des östlichen Nordamerikas.

Wie unterscheidet sie sich von der westlichen Pferdeenzephalitis?

Sie verläuft bei einem deutlich größeren Anteil der Infizierten schwer und ist mit einer höheren Sterblichkeit verbunden.

Wer ist besonders gefährdet?

Kinder unter 15 Jahren sowie Erwachsene über 50 Jahren.

Was bleibt bei Überlebenden häufig zurück?

Bleibende, teils schwere neurologische Schäden, insbesondere kognitive Beeinträchtigungen.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen