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Innere Medizin

Milzinfarkt

Der Milzinfarkt bezeichnet ein plötzliches Absterben von Milzgewebe infolge eines Verschlusses eines die Milz versorgenden Blutgefäßes, wodurch der betroffene Gewebebereich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff sowie Nährstoffen versorgt wird. Dieser Gefäßverschluss entsteht am häufigsten durch ein aus dem Herzen oder einem großen Blutgefäß stammendes, mit dem Blutstrom in die Milz verschlepptes Blutgerinnsel, wobei bestimmte Herzerkrankungen, insbesondere Vorhofflimmern, sowie bestimmte Bluterkrankungen mit erhöhter Gerinnungsneigung zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen. Ein Milzinfarkt kann sowohl kleine, umschriebene Gewebebereiche als auch, insbesondere bei einem Verschluss der Hauptversorgungsgefäße, große Teile oder die gesamte Milz betreffen, was das Ausmaß der Beschwerden sowie das Risiko für Komplikationen erheblich beeinflusst.

Ursachen

Der Milzinfarkt entsteht am häufigsten durch ein aus dem Herzen stammendes, mit dem Blutstrom in die Milzarterie verschlepptes Blutgerinnsel, wobei Vorhofflimmern aufgrund der dabei begünstigten Gerinnselbildung im Herzen zu den wichtigsten Risikofaktoren zählt. Weitere wichtige Ursachen umfassen bestimmte Bluterkrankungen mit erhöhter Gerinnungsneigung, insbesondere die Sichelzellenkrankheit sowie bestimmte myeloproliferative Erkrankungen mit einer krankhaft erhöhten Blutzellzahl, sowie eine örtliche Erkrankung der Milzarterie selbst. Ein bereits bestehendes, deutlich vergrößertes Milzgewebe, wie es etwa bei bestimmten Blut- oder Infektionskrankheiten auftritt, erhöht das Risiko für einen Milzinfarkt zusätzlich.

Symptome

Der Milzinfarkt äußert sich durch einen plötzlich einsetzenden, heftigen Schmerz im linken Oberbauch, der sich häufig bis in die linke Schulter ausstrahlend bemerkbar macht sowie sich bei tiefer Atmung oder Bewegung deutlich verstärken kann. Begleitend können Fieber, Übelkeit sowie Erbrechen auftreten, wobei die Schmerzintensität von der Größe des betroffenen Infarktbereichs abhängt sowie bei einem kleinen, umschriebenen Infarkt mitunter auch nur gering ausgeprägt sein kann. Bei einer bereits bestehenden Milzvergrößerung als Grunderkrankung kann diese bei der körperlichen Untersuchung zusätzlich tastbar sein.

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Diagnostik

Die Diagnose des Milzinfarkts wird durch eine Bildgebung mittels Computertomografie mit Kontrastmittel gestellt, die den fehlenden Blutfluss im betroffenen Milzgewebe sowie den ursächlichen Gefäßverschluss direkt darstellen kann. Eine Blutuntersuchung zeigt typischerweise einen deutlichen Anstieg bestimmter, auf eine Gewebeschädigung hinweisender Enzyme sowie erhöhte Entzündungswerte. Eine gezielte kardiologische sowie hämatologische Abklärung, insbesondere zum Ausschluss eines zugrunde liegenden Vorhofflimmerns oder einer Bluterkrankung mit erhöhter Gerinnungsneigung, wird bei jedem gesicherten Milzinfarkt dringend empfohlen, um die zugrunde liegende Ursache sowie das Risiko für weitere Infarktereignisse abzuklären.

Behandlung

Die Behandlung des Milzinfarkts erfolgt bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen überwiegend unterstützend mittels schmerzlindernder Medikamente sowie körperlicher Schonung, da sich das betroffene Milzgewebe im Verlauf meist von selbst zurückbildet oder vernarbt, ohne dass eine unmittelbare Behandlung des Infarkts selbst notwendig ist. Eine gezielte, blutverdünnende Behandlung wird zur Vorbeugung eines erneuten Infarktereignisses eingeleitet, insbesondere wenn ein zugrunde liegendes Vorhofflimmern oder eine Bluterkrankung mit erhöhter Gerinnungsneigung festgestellt wurde. Bei einer seltenen, schwerwiegenden Komplikation, insbesondere einem Einreißen der geschwächten Milzkapsel mit innerer Blutung oder einer bakteriellen Infektion des abgestorbenen Gewebes, kann eine operative Entfernung der Milz notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Milzinfarkts ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen mit einem kleinen, umschriebenen Infarktbereich sehr gut, wobei das betroffene Gewebe im Verlauf vernarbt, ohne dass relevante bleibende Beschwerden zurückbleiben. Bei einem ausgedehnten Milzinfarkt oder bei schwerwiegenden Komplikationen, insbesondere einem Einreißen der Milzkapsel, ist die Prognose deutlich ernster sowie erfordert eine rasche, intensivierte Behandlung. Da die zugrunde liegende Ursache, insbesondere ein Vorhofflimmern, häufig fortbesteht, ist eine konsequente, langfristige blutverdünnende Behandlung zur Vorbeugung eines erneuten Infarktereignisses in vielen Fällen erforderlich.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist die häufigste Ursache des Milzinfarkts?

Ein aus dem Herzen stammendes, in die Milzarterie verschlepptes Blutgerinnsel, häufig infolge von Vorhofflimmern.

Wohin strahlt der Schmerz häufig aus?

In die linke Schulter.

Wie wird die Diagnose gesichert?

Durch eine Computertomografie mit Kontrastmittel, die den fehlenden Blutfluss im Milzgewebe zeigt.

Wann kann eine Milzentfernung notwendig werden?

Bei schwerwiegenden Komplikationen, insbesondere einem Einreißen der geschwächten Milzkapsel mit innerer Blutung.

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