Loiasis (Loa-loa-Filariose)
Die Loiasis, auch als Loa-loa-Filariose bezeichnet, ist eine Wurmerkrankung, die durch den Fadenwurm Loa loa verursacht wird sowie über den Stich infizierter, tagaktiver Bremsen der Gattung Chrysops übertragen wird, welche in den Regenwaldgebieten West- sowie Zentralafrikas vorkommen. Nach der Übertragung entwickeln sich die Larven im menschlichen Körper zu erwachsenen Würmern, die sich über Jahre hinweg wiederholt durch das lockere Bindegewebe unter der Haut bewegen, wobei ein für die Erkrankung besonders charakteristisches sowie für Betroffene beunruhigendes Ereignis die gelegentliche, sichtbare Wanderung eines erwachsenen Wurms durch die Bindehaut des Auges darstellt. Trotz dieser ungewöhnlichen sowie oft beängstigenden Erscheinungsform verläuft die Loiasis bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen ohne ernste, bleibende Schäden.
Ursachen
Die Loiasis entsteht durch die Übertragung von Larven des Fadenwurms Loa loa über den Stich infizierter, tagaktiver Bremsen, die sich in den feuchten Regenwaldgebieten West- sowie Zentralafrikas entwickeln sowie dort in großer Zahl vorkommen. Eine wiederholte, über Jahre andauernde Exposition gegenüber infizierten Bremsen, wie sie bei langjährigen Bewohnern von Endemiegebieten typisch ist, führt zu einer zunehmenden Wurmlast sowie damit zu einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Beschwerden. Menschen, die sich beruflich oder aus anderen Gründen tagsüber über längere Zeit im Regenwald aufhalten, sind einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt.
Symptome
Die Loiasis äußert sich durch sogenannte Kalabar-Schwellungen, vorübergehende, juckende sowie schmerzhafte Weichteilschwellungen, die typischerweise an den Armen oder im Gesicht auftreten sowie durch die Bewegung der erwachsenen Würmer im Unterhautgewebe verursacht werden. Das eindrücklichste, wenn auch nicht bei jedem Betroffenen auftretende Symptom ist die sichtbare Wanderung eines erwachsenen Wurms durch die Bindehaut des Auges, die zwar meist ohne bleibende Schäden verläuft, jedoch mit einer vorübergehenden Augenreizung sowie erheblicher Beunruhigung der betroffenen Person einhergeht. Bei einer sehr hohen Wurmlast im Blut kann in seltenen Fällen eine Beteiligung des Nervensystems auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose der Loiasis wird durch eine mikroskopische Untersuchung einer tagsüber entnommenen Blutprobe gestellt, in der die zirkulierenden Wurmlarven nachgewiesen werden können, da diese im Gegensatz zu manchen anderen Filarienarten bevorzugt tagsüber im Blut zirkulieren. Der direkte, augenärztliche oder chirurgische Nachweis eines sichtbar unter der Bindehaut oder Haut wandernden erwachsenen Wurms kann die Diagnose ebenfalls sichern. Ein Nachweis spezifischer Antikörper im Blut kann die Diagnostik in Fällen ohne direkten Erregernachweis zusätzlich ergänzen.
Behandlung
Die Behandlung der Loiasis erfolgt mittels eines spezifischen, gegen die Wurmlarven wirksamen Medikaments, wobei bei einer sehr hohen Wurmlast im Blut aufgrund des Risikos einer schweren, durch das rasche Absterben zahlreicher Larven ausgelösten Entzündungsreaktion des Nervensystems eine besonders vorsichtige, schrittweise Dosierung notwendig ist. Ein sichtbar durch die Bindehaut des Auges wandernder erwachsener Wurm kann in ausgewählten Fällen durch eine kleine, ambulant durchführbare chirurgische Maßnahme direkt entfernt werden. Eine begleitende, juckreizlindernde Behandlung kann die durch die Kalabar-Schwellungen verursachten Beschwerden zusätzlich lindern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Loiasis ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen gut, da schwere, bleibende Organschäden trotz der teils beunruhigenden Symptomatik nur selten auftreten. Die wiederholt auftretenden Kalabar-Schwellungen sowie die gelegentliche Wanderung eines Wurms durch das Auge stellen für die betroffene Person dennoch eine erhebliche, wiederkehrende Belastung dar. Bei einer sehr hohen Wurmlast im Blut besteht ein Risiko für eine schwere, durch die Behandlung selbst ausgelöste Entzündungsreaktion des Nervensystems, weshalb eine sorgfältige, ärztlich überwachte Behandlungsplanung in diesen Fällen von entscheidender Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Loiasis (Loa-loa-Filariose): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie wird die Loiasis übertragen?
Über den Stich infizierter, tagaktiver Bremsen in den Regenwaldgebieten West- und Zentralafrikas.
Was sind Kalabar-Schwellungen?
Vorübergehende, juckende und schmerzhafte Weichteilschwellungen, verursacht durch wandernde erwachsene Würmer.
Was ist das eindrücklichste Symptom der Erkrankung?
Die sichtbare Wanderung eines erwachsenen Wurms durch die Bindehaut des Auges.
Warum ist bei hoher Wurmlast besondere Vorsicht bei der Behandlung geboten?
Wegen des Risikos einer schweren Entzündungsreaktion des Nervensystems durch das rasche Absterben vieler Larven.
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