Kokzidioidomykose (Wüstenfieber)
Die Kokzidioidomykose, umgangssprachlich auch als Wüstenfieber oder Talfieber bezeichnet, ist eine durch den Schimmelpilz Coccidioides verursachte Infektionskrankheit, deren Sporen in trockenem, staubigem Wüstenboden bestimmter Regionen Nord- sowie Südamerikas, insbesondere im Südwesten der Vereinigten Staaten sowie in Teilen Mexikos, natürlicherweise vorkommen. Die Ansteckung erfolgt durch das Einatmen dieser Pilzsporen, die insbesondere bei Erdarbeiten, Ausgrabungen oder starkem Wind aufgewirbelt werden, wobei die überwiegende Mehrheit der Infektionen ohne relevante Beschwerden oder mit einem milden, grippeähnlichen Krankheitsbild verläuft. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen, insbesondere bei einer geschwächten Immunabwehr, kann sich die Infektion jedoch zu einer schweren, die Lunge oder andere Organe betreffenden Erkrankung ausweiten, die eine gezielte Behandlung erfordert.
Ursachen
Die Kokzidioidomykose entsteht durch das Einatmen von Sporen des im trockenen Wüstenboden natürlich vorkommenden Schimmelpilzes Coccidioides, die insbesondere bei Erdarbeiten, landwirtschaftlicher Tätigkeit, Ausgrabungen oder durch starken Wind sowie Sandstürme in die Luft aufgewirbelt werden. Reisende sowie neu in ein Endemiegebiet zugezogene Personen ohne bereits bestehende Immunität sind für eine Ansteckung besonders empfänglich. Eine geschwächte Immunabwehr, etwa durch eine HIV-Infektion, eine immunsuppressive Behandlung oder eine Schwangerschaft, erhöht das Risiko für einen schweren, über die Lunge hinausgehenden Krankheitsverlauf erheblich.
Symptome
Die Kokzidioidomykose verläuft bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen ohne erkennbare Beschwerden oder mit einem milden, grippeähnlichen Krankheitsbild, das sich durch Husten, Fieber, Müdigkeit sowie Brustschmerzen äußert und meist innerhalb weniger Wochen von selbst abklingt. Ein Teil der Betroffenen entwickelt zusätzlich charakteristische Hautveränderungen, insbesondere eine schmerzhafte Knotenbildung an den Unterschenkeln, sowie Gelenkschmerzen. Bei einem kleinen Anteil der Infizierten, insbesondere bei geschwächter Immunabwehr, kann sich die Infektion auf andere Organe, etwa die Haut, die Knochen oder die Hirnhäute, ausbreiten, was zu einer deutlich schwereren, potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung führen kann.
Diagnostik
Die Diagnose der Kokzidioidomykose wird durch den Nachweis spezifischer Antikörper im Blut sowie, bei Beteiligung der Lunge, durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs gestellt, die charakteristische Veränderungen des Lungengewebes zeigen kann. Ein direkter Erregernachweis aus Gewebeproben, Sputum oder anderen Körperflüssigkeiten kann die Diagnose zusätzlich bestätigen. Eine sorgfältige Reiseanamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt in bekannten Endemiegebieten ist für die Verdachtsdiagnose von entscheidender Bedeutung, da die Erkrankung außerhalb dieser Regionen nur selten in Betracht gezogen wird.
Behandlung
Die Behandlung der Kokzidioidomykose richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, wobei die häufigen, milden sowie auf die Lunge begrenzten Verlaufsformen meist keiner spezifischen antimykotischen Behandlung bedürfen sowie von selbst ausheilen. Bei einem schwereren oder über die Lunge hinausgehenden Verlauf, insbesondere bei geschwächter Immunabwehr, wird eine gezielte, über mehrere Monate bis Jahre fortgeführte antimykotische Behandlung eingeleitet. Bei einer besonders schweren, die Hirnhäute betreffenden Verlaufsform ist eine intensivierte, oft lebenslang fortgeführte Behandlung notwendig, um ein Wiederaufflammen der Infektion zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Kokzidioidomykose ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen mit einer milden, auf die Lunge begrenzten Verlaufsform sehr gut, wobei die Erkrankung innerhalb weniger Wochen bis Monate folgenlos ausheilt. Bei einer schweren, über die Lunge hinausgehenden Verlaufsform, insbesondere bei geschwächter Immunabwehr, ist die Prognose deutlich ernster, wobei eine konsequente, langfristige antimykotische Behandlung für den Behandlungserfolg entscheidend ist. Nach einer überstandenen Infektion entwickelt die betroffene Person in aller Regel eine lang anhaltende Immunität gegenüber einer erneuten Erkrankung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Kokzidioidomykose (Wüstenfieber): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wo kommt der Erreger der Kokzidioidomykose vor?
In trockenem Wüstenboden bestimmter Regionen Nord- und Südamerikas, insbesondere im Südwesten der USA sowie in Teilen Mexikos.
Wie erfolgt die Ansteckung?
Durch das Einatmen von Pilzsporen, die etwa bei Erdarbeiten oder starkem Wind aufgewirbelt werden.
Wie verläuft die Infektion meist?
Bei der überwiegenden Mehrheit ohne Beschwerden oder mit einem milden, grippeähnlichen Krankheitsbild.
Wer ist für einen schweren Verlauf besonders gefährdet?
Menschen mit geschwächter Immunabwehr, etwa durch eine HIV-Infektion oder eine immunsuppressive Behandlung.
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