Hitzesynkope
Die Hitzesynkope bezeichnet eine kurze, meist wenige Sekunden bis Minuten andauernde Bewusstlosigkeit, die durch große Hitze begünstigt wird, wenn sich die Blutgefäße der Haut zur besseren Wärmeabgabe stark erweitern sowie sich dadurch zu wenig Blut zur ausreichenden Versorgung des Gehirns im Kreislauf befindet. Diese Form der Ohnmacht tritt besonders häufig bei längerem Stehen in großer Hitze sowie bei einem raschen Übergang vom Sitzen oder Liegen in eine aufrechte Körperhaltung auf, da der Körper in diesem Moment kurzzeitig nicht in der Lage ist, den erforderlichen Blutdruck im Gehirn aufrechtzuerhalten. Obwohl die Hitzesynkope in aller Regel harmlos verläuft sowie rasch von selbst abklingt, sollte sie stets ernst genommen sowie von schwereren, ebenfalls mit Bewusstlosigkeit einhergehenden Hitzeschäden sicher abgegrenzt werden.
Ursachen
Die Hitzesynkope entsteht durch eine starke, hitzebedingte Erweiterung der Blutgefäße der Haut, die der Wärmeabgabe des Körpers dient, jedoch gleichzeitig dazu führt, dass sich ein größerer Anteil des zirkulierenden Blutvolumens in der Peripherie sammelt, während weniger Blut für die Versorgung des Gehirns zur Verfügung steht. Ein längeres, unbewegtes Stehen in großer Hitze begünstigt diesen Vorgang zusätzlich, da die Muskelpumpe der Beine, die normalerweise den Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt, in dieser Situation kaum aktiv ist. Ein zusätzlicher Flüssigkeitsmangel durch starkes Schwitzen sowie ein rascher Wechsel von einer liegenden oder sitzenden in eine aufrechte Körperhaltung erhöhen das Risiko für eine Hitzesynkope weiter.
Symptome
Die Hitzesynkope äußert sich durch ein kurzes, meist wenige Sekunden bis wenige Minuten anhaltendes Bewusstseinsverlust, dem häufig Vorboten wie Schwindel, ein Schwarzwerden vor den Augen, Übelkeit sowie ein Gefühl der Schwäche vorausgehen. Die betroffene Person erlangt nach dem Hinlegen oder Hinsetzen in aller Regel innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder das volle Bewusstsein zurück, wobei nach dem Aufwachen häufig noch eine kurze Phase der Benommenheit sowie Blässe besteht. Im Unterschied zu den schwereren Hitzeschäden bleibt die Körpertemperatur bei der reinen Hitzesynkope in aller Regel nicht wesentlich erhöht.
Diagnostik
Die Diagnose der Hitzesynkope wird überwiegend klinisch anhand des typischen, kurzen Verlaufs sowie des Zusammenhangs mit vorangegangener Hitzeeinwirkung sowie längerem Stehen gestellt, wobei eine sorgfältige Überprüfung der Körpertemperatur sowie eine genaue Beobachtung des weiteren Verlaufs wichtig sind, um einen schwereren, deutlich gefährlicheren Hitzschlag mit anhaltender Bewusstseinsstörung sicher auszuschließen. Eine Messung des Blutdrucks sowie des Pulses im Liegen sowie im Stehen kann den zugrunde liegenden Kreislaufmechanismus zusätzlich bestätigen. Bei einer ungewöhnlich langen Bewusstlosigkeit oder wiederholten Episoden sollte stets eine weiterführende ärztliche Abklärung erfolgen, um andere Ursachen einer Ohnmacht auszuschließen.
Behandlung
Die Behandlung der Hitzesynkope besteht in erster Linie darin, die betroffene Person unverzüglich in eine flache, liegende Position mit leicht erhöhten Beinen zu bringen, um den Blutrückfluss zum Herzen sowie die Durchblutung des Gehirns rasch zu verbessern. Ein Aufsuchen eines kühlen, schattigen Ortes sowie eine gezielte Zufuhr von Flüssigkeit nach dem vollständigen Wiedererlangen des Bewusstseins unterstützen die Erholung zusätzlich. Bei einer über mehrere Minuten anhaltenden Bewusstlosigkeit oder bei weiteren, ungewöhnlichen Symptomen ist unverzüglich der Notruf zu verständigen, da in diesem Fall eine schwerere Ursache in Betracht gezogen werden muss.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Hitzesynkope ist bei einem kurzen, typischen Verlauf sehr gut, wobei sich die betroffene Person nach dem Hinlegen sowie einer kurzen Erholungsphase in aller Regel vollständig sowie ohne bleibende Folgen erholt. Ein Wiederauftreten der Hitzesynkope kann durch ein bewusstes Vermeiden von langem, unbewegtem Stehen in großer Hitze sowie durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wirksam verhindert werden. Bei wiederholt auftretenden Episoden auch außerhalb von Hitzeeinwirkung sollte eine weiterführende kardiologische Abklärung erfolgen, um andere, ernsthaftere Ursachen einer Ohnmacht sicher auszuschließen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hitzesynkope: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Hitzesynkope vom Hitzschlag?
Sie ist kurz, klingt von selbst ab und geht nicht mit einer wesentlich erhöhten Körpertemperatur einher, anders als der deutlich gefährlichere Hitzschlag.
Was begünstigt eine Hitzesynkope besonders?
Längeres, unbewegtes Stehen in großer Hitze sowie ein rascher Wechsel in eine aufrechte Körperhaltung.
Was ist die wichtigste Sofortmaßnahme?
Die betroffene Person flach hinzulegen und die Beine leicht zu erhöhen.
Wann muss der Notruf verständigt werden?
Bei einer über mehrere Minuten anhaltenden Bewusstlosigkeit oder weiteren ungewöhnlichen Symptomen.
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