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Kinder & Jugendliche

Kephalhämatom

Das Kephalhämatom bezeichnet eine durch den Geburtsvorgang verursachte Ansammlung von Blut zwischen einem Schädelknochen sowie der ihn bedeckenden Knochenhaut, die dadurch entsteht, dass kleine Blutgefäße während des Durchtritts durch den Geburtskanal einreißen sowie sich das austretende Blut in dem begrenzten Raum unter der Knochenhaut sammelt. Ein charakteristisches Merkmal des Kephalhämatoms, das es von anderen, ähnlich aussehenden Schwellungen der Kopfhaut unterscheidet, ist seine strikte Begrenzung auf die Fläche eines einzelnen Schädelknochens, da die Knochenhaut an den Nahtlinien zwischen den einzelnen Schädelknochen fest verwachsen ist sowie eine weitere Ausbreitung des Blutergusses verhindert. Das Kephalhämatom ist in aller Regel eine harmlose, sich innerhalb weniger Wochen von selbst zurückbildende Erscheinung, wobei in seltenen Fällen begleitende Komplikationen auftreten können.

Ursachen

Das Kephalhämatom entsteht durch ein Einreißen kleiner Blutgefäße zwischen einem Schädelknochen sowie der ihn bedeckenden Knochenhaut während des Durchtritts des kindlichen Kopfes durch den engen Geburtskanal, wobei die dabei einwirkenden Druck- sowie Scherkräfte die empfindlichen Blutgefäße in diesem Bereich verletzen können. Eine erschwerte oder verlängerte Geburt, der Einsatz einer Saugglocke oder Geburtszange sowie ein besonders großer kindlicher Kopfumfang erhöhen das Risiko für die Entstehung eines Kephalhämatoms. Bei einer normalen, unkomplizierten Geburt kann ein kleines Kephalhämatom dennoch gelegentlich ohne erkennbaren, besonderen Risikofaktor auftreten.

Symptome

Das Kephalhämatom äußert sich durch eine meist erst einige Stunden nach der Geburt zunehmend sichtbare, weiche, prall-elastische Schwellung an der Kopfhaut, die strikt auf die Fläche eines einzelnen Schädelknochens begrenzt bleibt sowie die Schädelnahtlinien nicht überschreitet. Im Unterschied zur häufig bereits unmittelbar nach der Geburt vorhandenen, weicher abgrenzbaren Geburtsgeschwulst, die die Nahtlinien überschreiten kann, entwickelt sich das Kephalhämatom typischerweise langsamer sowie bleibt länger bestehen. Bei einem größeren Kephalhämatom kann sich durch den beim Abbau des angesammelten Blutes freigesetzten Blutfarbstoff eine vorübergehende, verstärkte Neugeborenengelbsucht entwickeln.

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Diagnostik

Die Diagnose des Kephalhämatoms wird überwiegend klinisch anhand der charakteristischen, auf einen Schädelknochen begrenzten Schwellung gestellt, wobei eine sorgfältige körperliche Untersuchung des Neugeborenen sowie eine Tastuntersuchung des betroffenen Bereichs die typische, strikte Begrenzung auf die Schädelnahtlinien bestätigt. Bei einem ungewöhnlich großen Kephalhämatom oder bei Verdacht auf eine begleitende Schädelfraktur kann eine Bildgebung mittels Ultraschall oder Röntgenaufnahme zusätzliche Informationen liefern. Eine engmaschige Kontrolle des Bilirubinwertes im Blut wird bei einem größeren Kephalhämatom zur Überwachung einer möglichen, verstärkten Neugeborenengelbsucht empfohlen.

Behandlung

Die Behandlung des unkomplizierten Kephalhämatoms besteht in aller Regel lediglich in einer abwartenden Beobachtung, da sich die Blutansammlung innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst zurückbildet, ohne dass eine spezifische Behandlung notwendig ist. Eine Punktion oder operative Entlastung des Kephalhämatoms wird angesichts eines dadurch erhöhten Infektionsrisikos in aller Regel vermieden sowie nur in seltenen, besonders ausgeprägten Ausnahmefällen erwogen. Bei einer begleitenden, verstärkten Neugeborenengelbsucht wird diese nach den allgemeinen Grundsätzen der Behandlung dieser Erkrankung, gegebenenfalls mittels einer Lichttherapie, behandelt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Kephalhämatoms ist bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Neugeborenen sehr gut, wobei sich die Blutansammlung innerhalb weniger Wochen bis maximal einiger Monate von selbst vollständig zurückbildet, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Bei einem Teil der Kinder kann sich am Rand des sich zurückbildenden Kephalhämatoms vorübergehend eine tastbare, harte Verkalkung entwickeln, die sich im Verlauf des weiteren Wachstums in aller Regel ebenfalls von selbst zurückbildet. Eine begleitende, verstärkte Neugeborenengelbsucht heilt bei rechtzeitiger Erkennung sowie Behandlung ebenfalls folgenlos aus.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist charakteristisch für das Kephalhämatom?

Die strikte Begrenzung auf die Fläche eines einzelnen Schädelknochens, ohne die Nahtlinien zu überschreiten.

Wie unterscheidet sich das Kephalhämatom von der Geburtsgeschwulst?

Es entwickelt sich langsamer, bleibt länger bestehen und überschreitet im Gegensatz zur Geburtsgeschwulst nicht die Schädelnahtlinien.

Welche Komplikation kann bei einem größeren Kephalhämatom auftreten?

Eine verstärkte Neugeborenengelbsucht durch den Abbau des angesammelten Blutes.

Ist eine Punktion des Kephalhämatoms meist empfehlenswert?

Nein, sie wird wegen des erhöhten Infektionsrisikos in aller Regel vermieden.

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