Paratyphus
Der Paratyphus ist eine bakterielle Allgemeininfektion, die durch bestimmte Salmonella-paratyphi-Bakterien verursacht wird, welche eng mit dem Erreger des Typhus verwandt sind sowie ein sehr ähnliches, jedoch meist deutlich milder ausgeprägtes Krankheitsbild verursachen. Die Übertragung erfolgt überwiegend über mit menschlichem Kot verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser, weshalb die Erkrankung vor allem in Regionen mit unzureichender sanitärer Versorgung sowie mangelnder Trinkwasserhygiene verbreitet ist. Im Unterschied zum Typhus, bei dem der Mensch das ausschließliche natürliche Reservoir des Erregers darstellt, verläuft der Paratyphus in aller Regel milder, wobei Reisende in Endemiegebiete dennoch ein relevantes Ansteckungsrisiko tragen.
Ursachen
Der Paratyphus entsteht durch die orale Aufnahme der Erreger Salmonella paratyphi A, B oder C, die über mit menschlichem Kot verunreinigte Nahrungsmittel, insbesondere ungewaschenes rohes Obst sowie Gemüse, oder verunreinigtes Trinkwasser in den Körper gelangen. Eine unzureichende sanitäre Versorgung sowie mangelnde Handhygiene begünstigen die Übertragung erheblich, weshalb die Erkrankung besonders häufig in Regionen mit begrenzter Abwasserentsorgung sowie unzureichend aufbereitetem Trinkwasser auftritt. Reisende in bekannte Endemiegebiete, insbesondere in Teile Asiens sowie Afrikas, sind für eine Ansteckung besonders anfällig.
Symptome
Der Paratyphus äußert sich durch einen allmählich über mehrere Tage ansteigenden Fieberverlauf, begleitet von Kopfschmerzen, einem allgemeinen Krankheitsgefühl sowie Bauchbeschwerden, die sowohl als Verstopfung als auch als Durchfall auftreten können. Ein vorübergehender, kleinfleckiger Hautausschlag am Rumpf sowie eine Vergrößerung der Milz können bei einem Teil der Betroffenen zusätzlich auftreten. Im Unterschied zum Typhus verläuft der Paratyphus in aller Regel milder sowie mit einer kürzeren Krankheitsdauer, wobei schwere Verlaufsformen mit Darmkomplikationen dennoch möglich, jedoch seltener sind.
Diagnostik
Die Diagnose des Paratyphus wird durch eine kulturelle Untersuchung einer Blutprobe gestellt, in der der Erreger insbesondere in der ersten Krankheitswoche nachgewiesen werden kann, wobei eine kulturelle Untersuchung von Stuhl- oder Urinproben die Diagnostik in späteren Krankheitsphasen zusätzlich ergänzen kann. Eine sorgfältige Reiseanamnese mit gezielter Frage nach einem Aufenthalt in bekannten Endemiegebieten sowie den dort konsumierten Nahrungsmitteln ist für die Verdachtsdiagnose von erheblicher Bedeutung. Eine Blutuntersuchung kann zusätzlich charakteristische, jedoch nicht beweisende Veränderungen des Blutbildes zeigen.
Behandlung
Die Behandlung des Paratyphus erfolgt mittels einer gezielten Antibiotikabehandlung, die über mehrere Tage bis Wochen eingenommen wird sowie bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer erfolgreichen Ausheilung führt. Angesichts einer zunehmenden Antibiotikaresistenz bestimmter Erregerstämme in einigen Regionen wird die Wahl des geeigneten Antibiotikums idealerweise anhand eines zuvor durchgeführten Resistenztests getroffen. Eine ausreichende Flüssigkeits- sowie Elektrolytzufuhr sowie eine begleitende fiebersenkende Behandlung unterstützen die Genesung zusätzlich.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Paratyphus ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie gezielter Antibiotikabehandlung sehr gut, wobei die überwiegende Mehrheit der Betroffenen innerhalb weniger Wochen vollständig sowie ohne bleibende Schäden ausheilt. Ein kleiner Teil der Betroffenen kann nach überstandener Erkrankung zu einem vorübergehenden oder dauerhaften Ausscheider des Erregers werden, ohne selbst weitere Krankheitszeichen zu zeigen, was für die Vermeidung einer Weiterverbreitung an andere Personen von Bedeutung ist. Eine sorgfältige Reisehygiene, insbesondere der Verzicht auf ungewaschene Nahrungsmittel sowie ungereinigtes Trinkwasser in Endemiegebieten, stellt die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Ansteckung dar.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Paratyphus: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich der Paratyphus vom Typhus?
Er wird durch einen verwandten, jedoch anderen Erreger verursacht und verläuft in aller Regel milder.
Wie erfolgt die Ansteckung meist?
Über mit menschlichem Kot verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser.
Wie verläuft das Fieber typischerweise?
Allmählich über mehrere Tage ansteigend.
Was kann nach überstandener Erkrankung zurückbleiben?
Ein vorübergehender oder dauerhafter Zustand als Erregerausscheider ohne eigene Krankheitszeichen.
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