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Vergiftungen

Heroinvergiftung

Die Heroinvergiftung bezeichnet eine akute Überdosierung mit Heroin, einem halbsynthetischen, aus Morphin gewonnenen Opioid, das aufgrund seiner besonders raschen sowie ausgeprägten Wirkung auf das zentrale Nervensystem zu den gefährlichsten illegalen Suchtstoffen zählt. Die charakteristische, lebensbedrohliche Gefahr dieser Vergiftung besteht in einer ausgeprägten Dämpfung des im Hirnstamm gelegenen Atemzentrums, die unbehandelt innerhalb weniger Minuten zu einem vollständigen Atemstillstand führen kann. Aufgrund stark schwankender Reinheitsgrade der auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Substanz sowie einer häufigen, potenziell tödlichen Streckung mit dem deutlich wirksameren synthetischen Opioid Fentanyl ist das Risiko einer unbeabsichtigten Überdosierung bei Konsumierenden erheblich.

Ursachen

Die Heroinvergiftung entsteht überwiegend durch eine, gemessen an der individuellen Toleranz, zu hoch dosierte Einnahme, wie sie insbesondere nach einer vorangegangenen Abstinenzphase auftritt, da die körpereigene Toleranz gegenüber dem Opioid während einer Konsumpause rasch absinkt, während die anschließend konsumierte Menge häufig unverändert an der vorherigen, höheren Toleranz orientiert bleibt. Eine erhebliche zusätzliche Gefahr entsteht durch stark schwankende Reinheitsgrade sowie eine zunehmend verbreitete, den Konsumierenden meist unbekannte Streckung mit dem deutlich wirksameren synthetischen Opioid Fentanyl. Ein gleichzeitiger Konsum weiterer dämpfender Substanzen, insbesondere von Alkohol oder Benzodiazepinen, verstärkt die atemdämpfende Wirkung von Heroin zusätzlich erheblich.

Symptome

Die Heroinvergiftung äußert sich durch die charakteristische Trias aus stark verengten, punktförmigen Pupillen, einer ausgeprägten Bewusstseinstrübung bis hin zur vollständigen Bewusstlosigkeit sowie einer deutlich verlangsamten, flachen Atmung, die im weiteren Verlauf bis zum vollständigen Atemstillstand fortschreiten kann. Eine bläuliche Verfärbung der Haut sowie der Lippen als Zeichen des Sauerstoffmangels sowie eine deutlich verminderte Reaktion auf äußere Reize begleiten die schwere Vergiftung. Ein durch die schwere Atemdepression bedingtes, gefährliches Lungenödem kann sich bei einem Teil der Betroffenen zusätzlich entwickeln.

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Diagnostik

Die Diagnose der Heroinvergiftung wird in der Notfallsituation überwiegend klinisch anhand der charakteristischen Symptomtrias sowie unter Berücksichtigung von am Fundort sichtbaren Hinweisen auf einen Substanzkonsum gestellt, wobei die Reaktion auf die sofortige Gabe des spezifischen Gegenmittels zusätzlich eine wichtige diagnostische wie therapeutische Bedeutung besitzt. Eine sorgfältige Überwachung der Atmung, der Sauerstoffsättigung sowie des Bewusstseinszustands ist während der gesamten notfallmedizinischen Versorgung unerlässlich. Eine toxikologische Untersuchung des Blutes oder Urins kann den Nachweis nachträglich bestätigen, ist für die unmittelbare notfallmedizinische Entscheidung jedoch nicht ausschlaggebend.

Behandlung

Die Behandlung der Heroinvergiftung erfordert bei jedem Verdacht sofort den Notruf sowie, sofern verfügbar, die unverzügliche Verabreichung des spezifischen Opioid-Gegenmittels Naloxon, das die atemdämpfende Wirkung des Heroins innerhalb weniger Minuten aufheben sowie damit lebensrettend wirken kann. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes müssen die Atmung sowie das Bewusstsein der betroffenen Person engmaschig überwacht werden, wobei eine bewusstlose, jedoch selbstständig atmende Person in die stabile Seitenlage zu bringen ist, um ein Ersticken an Erbrochenem zu verhindern. Bei fehlender Eigenatmung ist unverzüglich mit einer Wiederbelebung zu beginnen. Da die Wirkung von Naloxon kürzer anhalten kann als die des Heroins selbst, ist eine engmaschige klinische Nachüberwachung über mehrere Stunden zwingend erforderlich.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Heroinvergiftung hängt entscheidend von der Geschwindigkeit der eingeleiteten notfallmedizinischen Versorgung ab, wobei eine rechtzeitige Gabe von Naloxon gemeinsam mit einer angemessenen Atemunterstützung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer vollständigen Erholung führt. Eine unbehandelt über mehrere Minuten anhaltende, schwere Atemdepression kann dagegen zu einem irreversiblen Sauerstoffmangelschaden des Gehirns oder zum Tod führen. Nach einer überstandenen Heroinvergiftung wird den Betroffenen eine suchtmedizinische Beratung sowie gegebenenfalls eine Substitutionsbehandlung dringend empfohlen, um das Risiko einer erneuten, mitunter tödlichen Überdosierung zu verringern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist das charakteristische Zeichen einer Opioidüberdosierung?

Die Trias aus punktförmigen Pupillen, Bewusstseinstrübung sowie stark verlangsamter, flacher Atmung.

Welches Gegenmittel kann lebensrettend wirken?

Das spezifische Opioid-Gegenmittel Naloxon.

Warum ist das Risiko nach einer Konsumpause besonders hoch?

Weil die körpereigene Toleranz absinkt, während die konsumierte Menge häufig unverändert bleibt.

Warum ist eine Nachüberwachung nach der Naloxon-Gabe notwendig?

Weil die Wirkung von Naloxon kürzer anhalten kann als die des Heroins selbst.

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