Epiphora (übermäßiger Tränenfluss)
Die Epiphora bezeichnet einen anhaltenden, übermäßigen Tränenfluss aus dem Auge, bei dem Tränenflüssigkeit über den normalen Lidrand hinaus auf die Wange läuft, anstatt regelrecht über die Tränenwege in die Nase abzufließen. Diese Erkrankung kann durch zwei grundsätzlich unterschiedliche Mechanismen entstehen: entweder durch eine vermehrte Produktion von Tränenflüssigkeit als Reaktion auf eine Reizung der Augenoberfläche oder durch eine mechanische Behinderung des normalen Tränenabflusses. Eine gezielte Unterscheidung dieser beiden Mechanismen ist für die Wahl der geeigneten Behandlung von entscheidender Bedeutung.
Ursachen
Eine vermehrte Tränenproduktion entsteht am häufigsten als reflexartige Reaktion auf eine Reizung der Augenoberfläche, insbesondere durch eine Bindehautentzündung, einen Fremdkörper, ein eingewachsenes Wimpernhaar oder eine ausgeprägte Trockenheit des Auges, die paradoxerweise zu einer verstärkten Reiztränenbildung führen kann. Eine gestörte Tränenableitung entsteht dagegen durch eine Verengung oder Verstopfung der Tränenwege, eine Fehlstellung des Augenlides, insbesondere ein Ektropium, oder eine altersbedingte Erschlaffung der Tränenpünktchen, die den normalen Abtransport der Tränenflüssigkeit behindern.
Symptome
Die Epiphora äußert sich durch einen anhaltenden, störenden Tränenfluss, der über den Lidrand hinaus auf die Wange läuft sowie das Sehvermögen durch den ständigen Tränenfilm beeinträchtigen kann. Bei einer gestörten Tränenableitung kann zusätzlich eine wiederkehrende Entzündung des Tränensackes mit Rötung, Schwellung sowie schmerzhaftem Druck im inneren Augenwinkel auftreten. Eine begleitende Reizung der umgebenden Haut durch den ständigen Feuchtigkeitskontakt kann zusätzlich bestehen.
Diagnostik
Die Diagnose der Epiphora wird durch eine augenärztliche Untersuchung mit Beurteilung der Augenoberfläche sowie der Tränenwege gestellt. Eine sogenannte Tränenwegsspülung dient der Überprüfung der Durchgängigkeit der Tränenwege sowie der Lokalisation einer möglichen Verengung. Eine sorgfältige Untersuchung auf eine zugrunde liegende Reizung der Augenoberfläche, insbesondere eine Bindehautentzündung oder eine Trockenheit des Auges, ergänzt die Abklärung.
Behandlung
Die Behandlung der Epiphora richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache, wobei eine reflexartig vermehrte Tränenproduktion durch die gezielte Behandlung der auslösenden Augenreizung, insbesondere einer Bindehautentzündung oder Trockenheit des Auges, behoben wird. Bei einer gestörten Tränenableitung durch eine Verengung der Tränenwege kann eine gezielte Aufdehnung oder, bei ausgeprägter Verstopfung, eine operative Neuanlage der Tränenwegsverbindung zur Nase erwogen werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Epiphora ist bei erfolgreicher Behandlung der zugrunde liegenden Ursache gut, wobei sich der übermäßige Tränenfluss bei den meisten Betroffenen deutlich bessert. Eine unbehandelt bleibende, gestörte Tränenableitung kann zu wiederkehrenden Entzündungen des Tränensackes führen, weshalb eine gezielte Ursachenabklärung sowie Behandlung von erheblicher Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Epiphora (übermäßiger Tränenfluss): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welche zwei Mechanismen können der Epiphora zugrunde liegen?
Eine vermehrte Tränenproduktion oder eine gestörte Tränenableitung.
Was ist eine häufige Ursache für vermehrte Tränenproduktion?
Eine Reizung der Augenoberfläche, etwa durch eine Bindehautentzündung.
Wie wird die Durchgängigkeit der Tränenwege geprüft?
Durch eine Tränenwegsspülung.
Was kann bei gestörter Tränenableitung helfen?
Eine Aufdehnung oder operative Neuanlage der Tränenwegsverbindung.
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