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Innere Medizin

Chylothorax (Chylöser Pleuraerguss)

Der Chylothorax, auch als chylöser Pleuraerguss bezeichnet, beschreibt eine Ansammlung von milchig-trüber, fetthaltiger Lymphflüssigkeit im Brustfellraum, die entsteht, wenn der Ductus thoracicus, das größte Lymphgefäß des Körpers, das die aus dem Verdauungstrakt aufgenommenen Fette über den Brustkorb in den Blutkreislauf transportiert, verletzt, verlegt oder anderweitig in seiner Funktion gestört wird. Diese austretende Lymphflüssigkeit sammelt sich zwischen der Lunge sowie der Brustwand an, wodurch die betroffene Lunge in ihrer Ausdehnungsfähigkeit eingeschränkt wird sowie zunehmende Atembeschwerden verursacht. Der Chylothorax kann sowohl durch eine Verletzung, etwa im Rahmen einer Operation am Brustkorb, als auch durch eine Verlegung des Lymphgefäßes durch eine zugrunde liegende Erkrankung entstehen, weshalb eine sorgfältige Ursachenabklärung für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung ist.

Ursachen

Der Chylothorax entsteht am häufigsten als Komplikation einer Operation am Brustkorb, insbesondere bei herz- oder lungenchirurgischen Eingriffen, bei denen der in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Blutgefäßen verlaufende Ductus thoracicus versehentlich verletzt wird. Eine weitere wichtige Ursache stellt eine Verlegung des Lymphgefäßes durch eine zugrunde liegende bösartige Erkrankung, insbesondere ein Lymphom, dar, das durch sein Wachstum den normalen Abfluss der Lymphflüssigkeit behindert. Seltener entsteht ein Chylothorax bereits angeboren durch eine Fehlbildung des lymphatischen Systems, insbesondere bei Neugeborenen, oder durch eine schwere Verletzung des Brustkorbs im Rahmen eines Unfalls.

Symptome

Der Chylothorax äußert sich durch eine langsam über Tage bis Wochen zunehmende Atemnot, die durch die zunehmende Flüssigkeitsansammlung sowie die damit verbundene Einschränkung der Lungenausdehnung verursacht wird. Ein Engegefühl im Brustkorb sowie eine deutlich verminderte körperliche Belastbarkeit begleiten die Erkrankung häufig zusätzlich. Bei einem über längere Zeit bestehenden, unbehandelten Chylothorax kann der anhaltende Verlust von Fetten, Eiweißen sowie bestimmten Abwehrzellen über die austretende Lymphflüssigkeit zu einer Mangelernährung sowie einer geschwächten Immunabwehr führen.

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Diagnostik

Die Diagnose des Chylothorax wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs gestellt, die die Flüssigkeitsansammlung im Brustfellraum sichtbar macht, wobei die endgültige Diagnosesicherung durch eine Entnahme sowie laborchemische Untersuchung der Flüssigkeit erfolgt, die einen charakteristisch hohen Fettgehalt zeigt. Eine gezielte Bildgebung des Ductus thoracicus mittels einer speziellen Kontrastmitteluntersuchung kann die genaue Lokalisation der Verletzung oder Verlegung zusätzlich sichtbar machen sowie für die operative Behandlungsplanung wichtige Informationen liefern. Eine Suche nach einer möglichen, zugrunde liegenden bösartigen Erkrankung wird bei Fehlen einer offensichtlichen Verletzung durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlung des Chylothorax beginnt in aller Regel mit einer konservativen Behandlung, die eine Entlastung des betroffenen Brustfellraums mittels einer Drainage sowie eine gezielte, fettarme Ernährung mit speziellen, direkt über das Blut statt über die Lymphbahnen aufgenommenen Fetten umfasst, um den Fluss durch das verletzte oder verlegte Lymphgefäß zu vermindern sowie dessen spontane Ausheilung zu unterstützen. Bei einem anhaltenden, konservativ nicht ausreichend beherrschbaren Chylothorax kann eine operative Behandlung notwendig werden, bei der das verletzte Lymphgefäß gezielt verschlossen wird. Eine gleichzeitige Behandlung einer zugrunde liegenden, ursächlichen Erkrankung, insbesondere eines Lymphoms, ist für den langfristigen Behandlungserfolg von entscheidender Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Chylothorax hängt maßgeblich von der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Ansprechen auf die konservative Behandlung ab, wobei ein durch eine Operation verursachter Chylothorax bei einem erheblichen Teil der Betroffenen unter konsequenter konservativer Behandlung innerhalb weniger Wochen folgenlos ausheilt. Ein durch eine bösartige Erkrankung verursachter Chylothorax hat dagegen eine Prognose, die maßgeblich von der Behandelbarkeit der zugrunde liegenden Grunderkrankung abhängt. Ein über längere Zeit unbehandelt bestehender Chylothorax kann durch den anhaltenden Verlust von Nährstoffen sowie Abwehrzellen zu einer erheblichen Schwächung des Allgemeinzustands führen, weshalb eine rechtzeitige Behandlung von entscheidender Bedeutung ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Ductus thoracicus?

Das größte Lymphgefäß des Körpers, das Fette aus dem Verdauungstrakt über den Brustkorb in den Blutkreislauf transportiert.

Was ist eine häufige Ursache des Chylothorax?

Eine Verletzung des Lymphgefäßes im Rahmen einer Operation am Brustkorb.

Was zeigt die Untersuchung der entnommenen Flüssigkeit?

Einen charakteristisch hohen Fettgehalt.

Was ist Teil der konservativen Erstbehandlung?

Eine Drainage des Brustfellraums sowie eine spezielle, fettarme Ernährung.

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