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Vergiftungen

Barbituratvergiftung

Die Barbituratvergiftung bezeichnet eine akute Überdosierung mit Barbituraten, einer heute aufgrund ihrer geringen therapeutischen Breite sowie ihres hohen Abhängigkeitspotenzials nur noch selten verordneten Gruppe stark dämpfender Arzneistoffe, die früher breit als Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie in der Behandlung der Epilepsie eingesetzt wurden. Die besondere Gefährlichkeit dieser Vergiftung ergibt sich aus der vergleichsweise geringen Differenz zwischen der therapeutisch wirksamen sowie der lebensbedrohlichen Dosis, wodurch bereits eine deutlich geringere Überdosierung als bei vielen anderen Beruhigungsmitteln zu einer schweren, potenziell tödlichen Dämpfung des zentralen Nervensystems mit Atem- sowie Kreislaufstillstand führen kann.

Ursachen

Die Barbituratvergiftung entsteht überwiegend im Rahmen eines Suizidversuchs mit den heute nur noch in wenigen speziellen Anwendungsbereichen, etwa der Behandlung schwerer Epilepsieformen oder in der Narkoseeinleitung, verordneten Barbituraten, wobei die geringe therapeutische Breite dieser Substanzgruppe bereits bei einer moderaten Überdosierung eine erhebliche Gefahr darstellt. Ein gleichzeitiger Konsum weiterer dämpfender Substanzen, insbesondere von Alkohol oder Benzodiazepinen, verstärkt die atem- sowie kreislaufdämpfende Wirkung von Barbituraten erheblich. Bei Kindern kann eine versehentliche Einnahme von im Haushalt aufbewahrten, für einen Angehörigen verordneten Barbituraten zu einer Vergiftung führen.

Symptome

Die Barbituratvergiftung äußert sich zunächst durch eine ausgeprägte Müdigkeit sowie eine zunehmende Bewusstseinstrübung, die im weiteren Verlauf bis zur vollständigen, durch äußere Reize nicht mehr aufhebbaren Bewusstlosigkeit fortschreiten kann. Eine deutlich verlangsamte, flache Atmung sowie ein Abfall des Blutdrucks mit einem beschleunigten, später auch verlangsamten Puls kennzeichnen die schwere Vergiftung, wobei ein vollständiger Atem- sowie Kreislaufstillstand bei besonders schweren Verläufen droht. Eine ausgeprägte Unterkühlung sowie charakteristische, mit Flüssigkeit gefüllte Hautblasen an druckbelasteten Körperstellen können bei einer länger anhaltenden Bewusstlosigkeit zusätzlich auftreten.

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Diagnostik

Die Diagnose der Barbituratvergiftung wird durch die charakteristische klinische Symptomatik in Kombination mit Hinweisen auf eine mögliche Substanzeinnahme, etwa aufgefundene Medikamentenverpackungen, sowie durch eine gezielte Bestimmung des Barbituratspiegels im Blut gestellt. Eine sorgfältige, kontinuierliche Überwachung der Atmung, des Kreislaufs sowie des Bewusstseinszustands ist angesichts der raschen Verschlechterungsgefahr während der gesamten notfallmedizinischen Versorgung unerlässlich. Ein Elektrokardiogramm sowie eine Blutgasanalyse ergänzen die notfallmedizinische Diagnostik zur Einschätzung des Ausmaßes der Kreislauf- sowie Atemfunktionsstörung.

Behandlung

Die Behandlung der Barbituratvergiftung erfolgt überwiegend symptomatisch mittels intensivmedizinischer Überwachung sowie, bei unzureichender Eigenatmung, einer maschinellen Beatmung, da ein spezifisches Gegenmittel für Barbiturate im Gegensatz zu manchen anderen Beruhigungsmitteln nicht zur Verfügung steht. Eine frühzeitige Verabreichung von medizinischer Kohle kann bei einer innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme erfolgenden Behandlung die weitere Aufnahme der Substanz aus dem Magen-Darm-Trakt vermindern. Bei besonders schweren Vergiftungen sowie bestimmten Barbituraten kann eine Alkalisierung des Urins die Ausscheidung der Substanz über die Nieren beschleunigen; bei lebensbedrohlichem Verlauf kann zudem ein Blutreinigungsverfahren zur schnelleren Entgiftung notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Barbituratvergiftung hängt entscheidend von der aufgenommenen Menge sowie der Geschwindigkeit der eingeleiteten intensivmedizinischen Versorgung ab, wobei eine rechtzeitig behandelte, auch schwere Vergiftung bei konsequenter Atem- sowie Kreislaufunterstützung meist ohne bleibende Schäden überstanden wird. Eine unbehandelt über längere Zeit anhaltende, schwere Atem- sowie Kreislaufdepression kann dagegen zu einem irreversiblen Sauerstoffmangelschaden des Gehirns oder zum Tod führen. Nach einer im Rahmen eines Suizidversuchs aufgetretenen Barbituratvergiftung wird den Betroffenen dringend eine psychiatrische Mitbeurteilung sowie weiterführende Betreuung empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum sind Barbiturate besonders gefährlich?

Wegen der geringen therapeutischen Breite zwischen wirksamer und lebensbedrohlicher Dosis.

Gibt es ein spezifisches Gegenmittel gegen Barbiturate?

Nein, die Behandlung erfolgt überwiegend symptomatisch mittels intensivmedizinischer Überwachung.

Was kann bei früher Behandlung die Aufnahme vermindern?

Die frühzeitige Verabreichung von medizinischer Kohle innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme.

Was verstärkt die Wirkung von Barbituraten zusätzlich erheblich?

Ein gleichzeitiger Konsum weiterer dämpfender Substanzen, insbesondere von Alkohol oder Benzodiazepinen.

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