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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Babesiose

Die Babesiose bezeichnet eine durch einzellige Parasiten der Gattung Babesia verursachte Infektionskrankheit, die überwiegend über den Stich infizierter Zecken übertragen wird sowie sich, ähnlich der Malaria, in den roten Blutkörperchen des Menschen ansiedelt sowie diese dort zerstört. Die Erkrankung kommt in bestimmten Regionen Nordamerikas sowie Europas vor, wobei sie bei Menschen mit einer intakten Milz sowie einer gesunden Immunabwehr häufig ohne relevante Beschwerden oder mit einem milden, grippeähnlichen Krankheitsbild verläuft. Bei Menschen mit einer bereits entfernten Milz, einer geschwächten Immunabwehr oder einem fortgeschrittenen Lebensalter kann die Babesiose dagegen einen schweren, potenziell lebensbedrohlichen Verlauf mit einer ausgeprägten Zerstörung der roten Blutkörperchen nehmen.

Ursachen

Die Babesiose entsteht durch die Übertragung von einzelligen Parasiten der Gattung Babesia über den Stich infizierter Zecken, wobei die Erreger nach der Übertragung in die roten Blutkörperchen des Menschen eindringen sowie sich dort vermehren, was zu einer fortschreitenden Zerstörung dieser Zellen führt. Ein Aufenthalt in bewaldeten oder grasbewachsenen Gebieten bestimmter Endemieregionen während der Zeckensaison stellt den wichtigsten Risikofaktor für eine Ansteckung dar. Menschen ohne Milz, mit einer geschwächten Immunabwehr oder in fortgeschrittenem Lebensalter tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, da die Milz normalerweise eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung dieser Blutparasiten spielt.

Symptome

Die Babesiose verläuft bei Menschen mit intakter Milz sowie gesunder Immunabwehr häufig ohne relevante Beschwerden oder äußert sich durch ein mildes, grippeähnliches Krankheitsbild mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen sowie Müdigkeit, das meist innerhalb weniger Wochen von selbst abklingt. Bei einem schweren Verlauf, insbesondere bei fehlender Milz oder geschwächter Immunabwehr, kann sich eine ausgeprägte Zerstörung der roten Blutkörperchen mit hohem Fieber, einer Gelbfärbung der Haut sowie der Augen sowie einer erheblichen Blutarmut entwickeln, die bis zu einem lebensbedrohlichen Organversagen fortschreiten kann.

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Diagnostik

Die Diagnose der Babesiose wird durch eine mikroskopische Untersuchung eines Blutausstrichs gestellt, in dem die charakteristischen, innerhalb der roten Blutkörperchen sichtbaren Parasiten nachgewiesen werden können, wobei dieser Befund dem der Malaria mikroskopisch ähneln kann sowie eine sorgfältige Unterscheidung erfordert. Ein molekularbiologischer Erregernachweis aus dem Blut kann die Diagnose zusätzlich bestätigen sowie beschleunigen. Eine sorgfältige Anamnese mit gezielter Frage nach einem möglichen Zeckenstich sowie einem Aufenthalt in bekannten Endemiegebieten ist für die Verdachtsdiagnose von erheblicher Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung der Babesiose erfolgt bei einem milden, unkomplizierten Verlauf mit intakter Immunabwehr häufig gar nicht oder mit einer Kombination aus zwei speziell gegen die Parasiten wirksamen Medikamenten über mehrere Tage. Bei einem schweren Krankheitsverlauf, insbesondere bei fehlender Milz oder ausgeprägter Zerstörung der roten Blutkörperchen, wird eine intensivierte, teils intravenös verabreichte medikamentöse Behandlung eingeleitet, die bei besonders schweren Fällen durch einen teilweisen oder vollständigen Blutaustausch ergänzt werden kann, um die Anzahl der befallenen roten Blutkörperchen rasch zu senken. Eine intensivmedizinische Überwachung ist bei schwerem Verlauf angesichts des Risikos eines Organversagens unerlässlich.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Babesiose ist bei Menschen mit intakter Milz sowie gesunder Immunabwehr sehr gut, wobei die Beschwerden bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb weniger Wochen von selbst vollständig abklingen. Bei einem schweren Verlauf, insbesondere bei fehlender Milz, geschwächter Immunabwehr oder fortgeschrittenem Lebensalter, ist die Prognose deutlich ernster, wobei eine rechtzeitig eingeleitete, intensivierte Behandlung für das Überleben der betroffenen Person entscheidend sein kann. Ein wirksamer Zeckenschutz während des Aufenthalts in Endemiegebieten stellt die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Ansteckung dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie wird die Babesiose übertragen?

Überwiegend über den Stich infizierter Zecken.

Wer ist für einen schweren Verlauf besonders gefährdet?

Menschen ohne Milz, mit geschwächter Immunabwehr oder in fortgeschrittenem Lebensalter.

Womit kann der Blutausstrichbefund verwechselt werden?

Mit dem Befund einer Malaria, da beide Parasiten innerhalb der roten Blutkörperchen sichtbar sind.

Was kann bei besonders schwerem Verlauf zusätzlich helfen?

Ein teilweiser oder vollständiger Blutaustausch, um die Anzahl befallener roter Blutkörperchen rasch zu senken.

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