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Nervensystem & Gehirn

Naegleria-Infektion (Primäre amöbische Meningoenzephalitis)

Die Naegleria-Infektion, medizinisch als primäre amöbische Meningoenzephalitis bezeichnet, ist eine äußerst seltene, jedoch überaus gefährliche Infektion des Gehirns sowie der Hirnhäute, die durch den in warmem, stehendem Süßwasser wie Seen, Flüssen oder unzureichend gechlorten Schwimmbädern natürlich vorkommenden Einzeller Naegleria fowleri verursacht wird. Der Erreger gelangt beim Baden oder Tauchen über die Nasenschleimhaut in den Körper, wandert von dort entlang des Riechnervs direkt in das Gehirn sowie verursacht dort innerhalb weniger Tage eine rasch fortschreitende, äußerst schwere Entzündung des Hirngewebes. Obwohl die Naegleria-Infektion insgesamt außerordentlich selten auftritt, verläuft sie aufgrund ihrer raschen Ausbreitung sowie des Fehlens einer zuverlässig wirksamen Behandlung bei der weit überwiegenden Mehrheit der Betroffenen tödlich.

Ursachen

Die Naegleria-Infektion entsteht durch das Eindringen des Einzellers Naegleria fowleri über die Nasenschleimhaut, wenn warmes, den Erreger enthaltendes Süßwasser beim Baden, Tauchen oder Wasserrutschen mit Druck in die Nase gelangt, wobei der Erreger anschließend entlang des Riechnervs unmittelbar in das Gehirn wandert. Warmes, stehendes Süßwasser in Seen, Flüssen sowie unzureichend gechlorten Schwimmbädern, insbesondere in den warmen Sommermonaten, bietet dem Erreger die für sein Wachstum günstigsten Bedingungen. Eine Übertragung durch das Trinken von kontaminiertem Wasser oder von Mensch zu Mensch findet dagegen nicht statt, da ausschließlich der direkte Kontakt der Nasenschleimhaut mit kontaminiertem Wasser zur Ansteckung führt.

Symptome

Die Naegleria-Infektion äußert sich zunächst durch unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit sowie Erbrechen, die meist innerhalb weniger Tage nach dem Wasserkontakt auftreten sowie rasch, innerhalb weniger weiterer Tage, in eine schwere Entzündung des Gehirns übergehen. Eine zunehmende Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, epileptische Anfälle sowie eine rasch fortschreitende Bewusstseinstrübung kennzeichnen den weiteren, äußerst schnell fortschreitenden Krankheitsverlauf. Der Zeitraum zwischen dem ersten Auftreten von Beschwerden sowie dem Tod beträgt bei der weit überwiegenden Mehrheit der Betroffenen nur wenige Tage.

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Diagnostik

Die Diagnose der Naegleria-Infektion wird durch eine mikroskopische sowie molekularbiologische Untersuchung des Nervenwassers gestellt, das mittels einer Lumbalpunktion gewonnen wird, wobei der direkte Nachweis des beweglichen Einzellers im Nervenwasser die Diagnose sichern kann. Angesichts der Seltenheit der Erkrankung sowie der unspezifischen Anfangssymptome wird die Diagnose in der Praxis häufig erst spät oder erst nach dem Versterben der betroffenen Person gestellt, weshalb eine gezielte Befragung nach einem vorausgegangenen Süßwasserkontakt bei jedem rasch fortschreitenden, unklaren Krankheitsbild einer Gehirnentzündung von entscheidender Bedeutung ist.

Behandlung

Die Behandlung der Naegleria-Infektion erfolgt mittels einer Kombination mehrerer, gegen den Erreger wirksamer Medikamente, die in einzelnen, sehr seltenen Fällen überlebender Betroffener zur Anwendung kam, wobei angesichts der äußerst geringen Zahl bekannter Überlebender keine gesicherten, allgemein anerkannten Behandlungsstandards existieren. Eine intensivmedizinische Behandlung mit gezielter Senkung des erhöhten Hirndrucks sowie umfassender Organunterstützung ist bei jedem Behandlungsversuch unerlässlich. Angesichts der äußerst raschen Krankheitsprogression ist eine unverzüglich nach Diagnosestellung eingeleitete, maximal intensivierte Behandlung für die ohnehin geringe Überlebenschance entscheidend.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Naegleria-Infektion ist außerordentlich ernst, da die weit überwiegende Mehrheit der Betroffenen trotz intensivmedizinischer Behandlung innerhalb weniger Tage nach dem ersten Auftreten von Beschwerden verstirbt, wobei weltweit nur eine sehr kleine Zahl an dokumentierten Überlebenden bekannt ist. Angesichts dieser außerordentlich ernsten Prognose sowie des Fehlens einer zuverlässig wirksamen Behandlung kommt der Vorbeugung einer Ansteckung die entscheidende Bedeutung zu, insbesondere durch das Vermeiden eines Eindringens von warmem Süßwasser in die Nase, etwa durch die Verwendung einer Nasenklammer beim Baden in bekannt warmen Gewässern.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie gelangt der Erreger in den Körper?

Über die Nasenschleimhaut, wenn warmes Süßwasser beim Baden oder Tauchen mit Druck in die Nase gelangt.

Kann man sich durch Trinken von kontaminiertem Wasser anstecken?

Nein, nur der direkte Kontakt der Nasenschleimhaut mit kontaminiertem Wasser führt zur Ansteckung.

Wie schnell schreitet die Erkrankung fort?

Sehr rasch — der Tod tritt bei den meisten Betroffenen nur wenige Tage nach den ersten Beschwerden ein.

Was ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme?

Das Vermeiden eines Eindringens von warmem Süßwasser in die Nase, etwa durch eine Nasenklammer.

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