Verletzung des Musculus sternocleidomastoideus durch Geburtsverletzung
Die Verletzung des Musculus sternocleidomastoideus durch Geburtsverletzung ist eine Schädigung des seitlichen Halsmuskels, die während einer schwierigen Geburt entsteht und zu einer knotigen Verhärtung sowie einer Verkürzung des Muskels führen kann. Sie zählt zu den häufigeren Ursachen eines angeborenen Schiefhalses bei Neugeborenen.
Ursachen
Die Verletzung entsteht durch eine Zerrung oder kleine Einblutung in den seitlichen Halsmuskel während einer schwierigen Geburt, etwa bei einer Beckenendlage oder starkem Zug am kindlichen Kopf. Das dabei entstehende Narbengewebe kann den Muskel im weiteren Verlauf verkürzen.
Symptome
Typisch ist eine tastbare, knotige Verhärtung im betroffenen Muskel, die sich meist in den ersten Lebenswochen zeigt, gefolgt von einer zunehmenden Neigung des Kopfes zur betroffenen Seite und einer Drehung des Kinns zur Gegenseite. Manche Kinder zeigen zusätzlich eine bevorzugte Kopfhaltung beim Liegen.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch die körperliche Untersuchung mit Abtasten des Muskels sowie Prüfung der Kopfbeweglichkeit gestellt. Bei Unklarheiten kann eine Ultraschalluntersuchung des Muskels zur genaueren Beurteilung der Verhärtung durchgeführt werden.
Behandlung
Die Behandlung besteht in erster Linie aus regelmäßigen, von den Eltern durchgeführten Dehnübungen sowie einer gezielten Physiotherapie, um die Beweglichkeit des Halses zu erhalten und einer Verkürzung entgegenzuwirken. Bei anhaltender, ausgeprägter Bewegungseinschränkung trotz konsequenter Therapie kann im späteren Kindesalter eine operative Verlängerung des Muskels notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Mit einer frühzeitig begonnenen, konsequenten Dehnungsbehandlung bildet sich die Verhärtung bei den meisten Kindern innerhalb weniger Monate zurück und die Kopfbeweglichkeit normalisiert sich vollständig. Nur bei einem kleinen Teil der Kinder bleibt trotz Behandlung eine leichte Bewegungseinschränkung bestehen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Angeborener Schiefhals durch Geburtsverletzung: Ursachen, Symptome, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch entsteht die Verletzung des Musculus sternocleidomastoideus?
Durch eine Zerrung oder kleine Einblutung in den Muskel während einer schwierigen Geburt.
Woran zeigt sich die Verletzung?
An einer tastbaren, knotigen Verhärtung im Muskel sowie einer Neigung des Kopfes zur betroffenen Seite.
Wie wird die Verletzung behandelt?
In erster Linie durch regelmäßige Dehnübungen und gezielte Physiotherapie.
Wann wird eine Operation erwogen?
Bei anhaltender, ausgeprägter Bewegungseinschränkung trotz konsequenter Therapie im späteren Kindesalter.
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