Spasmus hemifacialis
Der Spasmus hemifacialis bezeichnet unwillkürliche, meist einseitige, wiederkehrende Zuckungen der von einem der beiden Gesichtsnerven versorgten Gesichtsmuskulatur. Diese Zuckungen beginnen typischerweise im Bereich des Augenlids sowie können sich im Laufe der Zeit auf die übrige Gesichtshälfte, insbesondere den Mundwinkel, ausbreiten. Die häufigste Ursache dieser Erkrankung ist ein direkter Kontakt zwischen einem kleinen Blutgefäß sowie dem Gesichtsnerv an dessen Austrittspunkt aus dem Hirnstamm, wodurch der Nerv durch die pulsierende Gefäßbewegung dauerhaft gereizt wird.
Ursachen
Der Spasmus hemifacialis entsteht in den meisten Fällen durch einen direkten, mechanischen Kontakt zwischen einem kleinen, pulsierenden Blutgefäß sowie dem Gesichtsnerv unmittelbar an dessen Austrittspunkt aus dem Hirnstamm. Die wiederholte, mechanische Reizung des Nervs durch die pulsierende Gefäßbewegung führt zu einer Überregbarkeit sowie zu unwillkürlichen Entladungen, die sich als Muskelzuckungen äußern. Seltener kann der Spasmus hemifacialis auch durch eine andere, den Nerv komprimierende Raumforderung oder als Folge einer vorausgegangenen Gesichtslähmung entstehen.
Symptome
Der Spasmus hemifacialis äußert sich durch unwillkürliche, zunächst kurze, später zunehmend anhaltende Zuckungen der Gesichtsmuskulatur einer Gesichtshälfte, die typischerweise im Bereich des Augenlids beginnen sowie sich im Laufe von Monaten bis Jahren auf die untere Gesichtshälfte, insbesondere den Mundwinkel, ausbreiten können. Diese Zuckungen können durch Stress, Müdigkeit oder bestimmte Gesichtsbewegungen verstärkt werden sowie bei ausgeprägter Form auch während des Schlafes fortbestehen.
Diagnostik
Die Diagnose des Spasmus hemifacialis wird durch eine klinische Untersuchung mit Beurteilung des charakteristischen, einseitigen Zuckungsmusters gestellt. Eine Magnetresonanztomographie des Gehirns wird empfohlen, um den ursächlichen Gefäßkontakt mit dem Gesichtsnerv darzustellen sowie andere, seltenere Ursachen, insbesondere eine Raumforderung, auszuschließen.
Behandlung
Die Behandlung des Spasmus hemifacialis besteht in erster Linie in regelmäßigen, gezielten Injektionen von Botulinumtoxin in die betroffene Gesichtsmuskulatur, die die unwillkürlichen Zuckungen für mehrere Monate wirksam unterdrücken sowie bei Bedarf wiederholt werden können. Bei einem eindeutig nachgewiesenen, ursächlichen Gefäßkontakt kann bei jüngeren, stark beeinträchtigten Betroffenen ein neurochirurgischer Eingriff erwogen werden, bei dem das betroffene Gefäß gezielt vom Nerv separiert wird.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Spasmus hemifacialis ist mit den verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten insgesamt gut, wobei die regelmäßigen Botulinumtoxin-Injektionen bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden führen. Unbehandelt schreitet die Erkrankung meist langsam fort sowie kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen, wobei ein spontanes Verschwinden der Beschwerden selten ist, weshalb eine langfristige, regelmäßige Behandlung notwendig bleibt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Spasmus hemifacialis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste Ursache des Spasmus hemifacialis?
Ein direkter Kontakt zwischen einem Blutgefäß und dem Gesichtsnerv.
Wo beginnen die Zuckungen typischerweise?
Im Bereich des Augenlids.
Wie wird der Spasmus hemifacialis behandelt?
In erster Linie mit regelmäßigen Botulinumtoxin-Injektionen.
Kommt eine Operation infrage?
Bei jüngeren, stark beeinträchtigten Betroffenen mit nachgewiesenem Gefäßkontakt.
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