Sklerodaktylie
Die Sklerodaktylie bezeichnet eine örtlich begrenzte Verhärtung sowie Verdickung der Haut an den Fingern oder, seltener, an den Zehen, die durch eine vermehrte, krankhafte Bildung von Bindegewebe in der betroffenen Hautregion entsteht. Diese Hautveränderung tritt typischerweise als charakteristisches Merkmal im Rahmen einer systemischen Sklerodermie auf, einer chronischen Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer fortschreitenden Verhärtung des Bindegewebes an verschiedenen Körperstellen kommt. Die Sklerodaktylie kann im Verlauf zu einer zunehmenden Einschränkung der Fingerbeweglichkeit sowie zu charakteristischen Fehlstellungen der betroffenen Finger führen.
Ursachen
Die Sklerodaktylie entsteht als Folge einer fehlgeleiteten Immunreaktion im Rahmen einer systemischen Sklerodermie, bei der eine übermäßige Aktivierung bindegewebsbildender Zellen zu einer vermehrten Ablagerung von Kollagen in der Haut führt. Diese vermehrte Kollagenablagerung führt zu einer zunehmenden Verhärtung sowie Verdickung der Haut, die an den Fingern besonders ausgeprägt sein kann. Eine anhaltende, im Rahmen der Grunderkrankung auftretende Durchblutungsstörung der Finger trägt zusätzlich zur Gewebeschädigung bei.
Symptome
Die Sklerodaktylie äußert sich durch eine zunehmende Verhärtung sowie Verdickung der Haut an den Fingern, die sich straff sowie unelastisch anfühlt sowie sich nicht mehr in gewohnter Weise abheben lässt. Im Verlauf kann sich die Haut zunehmend verkürzen, wodurch die Finger in eine gebeugte Fehlstellung geraten sowie ihre Beweglichkeit erheblich einschränken. Begleitend treten häufig eine anfallsartige Weißfärbung der Finger bei Kälte, sogenanntes Raynaud-Phänomen, sowie kleine, schmerzhafte Geschwüre an den Fingerkuppen auf.
Diagnostik
Die Diagnose der Sklerodaktylie wird durch eine klinische Untersuchung mit Beurteilung der Hautverhärtung sowie der Fingerbeweglichkeit gestellt. Da die Sklerodaktylie ein charakteristisches Merkmal der systemischen Sklerodermie darstellt, erfolgt eine umfassende weiterführende Untersuchung auf weitere Anzeichen dieser Grunderkrankung, insbesondere eine Blutuntersuchung auf spezifische Autoantikörper sowie eine Untersuchung der inneren Organe, die im Rahmen der Sklerodermie ebenfalls betroffen sein können.
Behandlung
Eine spezifische, die Hautverhärtung rückgängig machende Behandlung der Sklerodaktylie existiert nicht, weshalb die Behandlung in erster Linie auf die zugrunde liegende systemische Sklerodermie sowie auf die Linderung der begleitenden Beschwerden ausgerichtet ist. Eine konsequente, regelmäßige Physiotherapie sowie Ergotherapie unterstützt den Erhalt der Fingerbeweglichkeit. Eine gezielte Behandlung des begleitenden Raynaud-Phänomens sowie ein konsequenter Kälteschutz der Hände tragen zusätzlich zur Vermeidung von Komplikationen bei.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Sklerodaktylie hängt eng mit dem Verlauf der zugrunde liegenden systemischen Sklerodermie zusammen, wobei die Hautverhärtung an den Fingern im Verlauf der Erkrankung fortschreiten sowie zu einer zunehmenden, bleibenden Beeinträchtigung der Fingerbeweglichkeit sowie -funktion führen kann. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung der Grunderkrankung sowie eine regelmäßige physiotherapeutische Betreuung können den Erhalt der Handfunktion sowie die Lebensqualität der Betroffenen deutlich unterstützen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Sklerodaktylie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Im Rahmen welcher Erkrankung tritt die Sklerodaktylie typischerweise auf?
Im Rahmen der systemischen Sklerodermie.
Was verursacht die Hautverhärtung?
Eine vermehrte, krankhafte Bildung von Bindegewebe.
Welche begleitende Durchblutungsstörung tritt häufig auf?
Das Raynaud-Phänomen.
Was unterstützt den Erhalt der Fingerbeweglichkeit?
Eine konsequente Physiotherapie sowie Ergotherapie.
Weiterlesen
Hyperplasie der Appendix (lymphofollikuläre Hyperplasie des Wurmfortsatzes)
Eine gutartige Vergrößerung des lymphatischen Gewebes im Wurmfortsatz, die meist als Reaktion auf eine Infektion auftritt sowie eine Blinddarmentzündung vortäuschen kann.
Weiterlesen →Haut & HautkrankheitenKreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
Kreisrunder Haarausfall: eine Autoimmunerkrankung der Haarfollikel mit unvorhersehbarem Verlauf.
Weiterlesen →Haut & HautkrankheitenHidradenitis suppurativa (Akne inversa)
Hidradenitis suppurativa: eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die oft lange unerkannt bleibt.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.