Serumpolyneuropathie
Die Serumpolyneuropathie bezeichnet eine seltene Erkrankung mehrerer peripherer Nerven, die als Folge einer überschießenden Immunreaktion auf körperfremde Eiweiße entsteht, welche im Rahmen der Gabe eines tierischen Serums, etwa eines Gegengiftserums, oder seltener nach bestimmten Impfungen in den Körper gelangen. Diese fehlgeleitete Immunreaktion richtet sich neben den eigentlichen Fremdeiweißen auch gegen körpereigenes Nervengewebe, wodurch es zu einer entzündlichen Schädigung mehrerer peripherer Nerven kommt. Die Serumpolyneuropathie tritt typischerweise innerhalb weniger Tage bis Wochen nach der auslösenden Serum- oder Impfstoffgabe auf.
Ursachen
Die Serumpolyneuropathie entsteht durch eine sogenannte Serumkrankheit, eine überschießende Immunreaktion des Körpers auf körperfremde Eiweiße, die im Rahmen der Gabe eines tierischen Serums, etwa zur Behandlung einer Schlangenbiss- oder Tetanusvergiftung, in den Körper eingebracht werden. Die gebildeten Immunkomplexe können sich in verschiedenen Körpergeweben, unter anderem in den peripheren Nerven, ablagern sowie dort eine entzündliche Schädigung auslösen. Seltener kann eine vergleichbare Reaktion auch nach bestimmten Impfungen auftreten.
Symptome
Die Serumpolyneuropathie äußert sich durch eine meist symmetrisch auftretende Schwäche sowie Gefühlsstörung, die insbesondere die Arme betreffen kann, begleitet von Schmerzen sowie einem Kribbelgefühl in den betroffenen Körperregionen. Diese neurologischen Beschwerden treten typischerweise gemeinsam mit den übrigen Zeichen der zugrunde liegenden Serumkrankheit auf, insbesondere Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen sowie einer Schwellung der Lymphknoten, die üblicherweise ein bis zwei Wochen nach der auslösenden Serum- oder Impfstoffgabe beginnen.
Diagnostik
Die Diagnose der Serumpolyneuropathie wird durch eine sorgfältige Befragung nach einer vorausgegangenen Serum- oder Impfstoffgabe sowie eine neurologische Untersuchung mit Beurteilung der betroffenen Nervenfunktion gestellt. Eine Elektroneurographie kann das Ausmaß sowie die Verteilung der Nervenschädigung zusätzlich objektivieren. Eine Blutuntersuchung auf Entzündungswerte sowie spezifische Immunkomplexe unterstützt die Bestätigung der zugrunde liegenden Serumkrankheit.
Behandlung
Die Behandlung der Serumpolyneuropathie richtet sich in erster Linie auf die zugrunde liegende Serumkrankheit, wobei entzündungshemmende Medikamente, insbesondere Kortisonpräparate, zur Unterdrückung der überschießenden Immunreaktion eingesetzt werden. Eine symptomatische Schmerzbehandlung sowie eine begleitende Physiotherapie unterstützen die Erholung der betroffenen Nerven zusätzlich. Eine erneute Gabe des auslösenden Serums sollte, sofern medizinisch möglich, künftig vermieden werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der Serumpolyneuropathie ist bei rechtzeitiger Erkennung sowie gezielter Behandlung der zugrunde liegenden Serumkrankheit insgesamt gut, wobei sich die neurologischen Beschwerden bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen innerhalb einiger Wochen bis Monate deutlich bessern oder vollständig zurückbilden. In seltenen Fällen können jedoch bleibende, leichtere Nervenschädigungen zurückbleiben, weshalb eine engmaschige neurologische Nachsorge während der Erholungsphase empfohlen wird.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Serumpolyneuropathie: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was löst eine Serumpolyneuropathie aus?
Eine überschießende Immunreaktion nach Gabe eines tierischen Serums oder seltener einer Impfung.
Wann treten die Beschwerden typischerweise auf?
Ein bis zwei Wochen nach der auslösenden Gabe.
Welche Begleitsymptome sind typisch?
Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten.
Wie wird sie behandelt?
Mit entzündungshemmenden Medikamenten, insbesondere Kortisonpräparaten.
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