Pseudotumor cerebri (benigne intrakranielle Hypertension)
Der Pseudotumor cerebri, auch als benigne intrakranielle Hypertension bezeichnet, ist eine Erkrankung mit einem krankhaft erhöhten Druck innerhalb des Schädels, ohne dass eine eigentliche, den Druck verursachende Raumforderung, wie etwa ein Hirntumor, nachweisbar ist. Diese Erkrankung betrifft besonders häufig übergewichtige, jüngere Frauen im gebärfähigen Alter sowie kann, trotz der irreführenden Bezeichnung 'benigne', bei ausbleibender Behandlung zu einer bleibenden, teils erheblichen Sehverschlechterung führen, die durch den anhaltenden Druck auf den Sehnerv entsteht.
Ursachen
Die genaue Ursache des Pseudotumor cerebri ist nicht abschließend geklärt, wobei eine gestörte Aufnahme oder ein gestörter Abfluss des Nervenwassers als wahrscheinlichste Erklärung für den erhöhten Hirndruck angesehen wird. Übergewicht sowie eine kürzliche, deutliche Gewichtszunahme stellen die wichtigsten Risikofaktoren dar. Bestimmte Medikamente, insbesondere hochdosiertes Vitamin A sowie bestimmte Antibiotika, sowie hormonelle Veränderungen können die Entstehung des Pseudotumor cerebri zusätzlich begünstigen.
Symptome
Der Pseudotumor cerebri äußert sich durch anhaltende, häufig morgens besonders ausgeprägte Kopfschmerzen, die von Übelkeit sowie Erbrechen begleitet sein können, sowie durch vorübergehende, wenige Sekunden andauernde Sehstörungen, insbesondere bei plötzlichen Positionswechseln. Ein pulssynchrones Ohrgeräusch sowie Doppeltsehen können zusätzlich auftreten. Ohne rechtzeitige Behandlung kann der anhaltende Druck auf den Sehnerv zu einer fortschreitenden, teils bleibenden Einschränkung des Gesichtsfeldes sowie der Sehschärfe führen.
Diagnostik
Die Diagnose des Pseudotumor cerebri wird durch eine augenärztliche Untersuchung mit Nachweis einer Schwellung des Sehnervenkopfes, eine bildgebende Untersuchung des Gehirns zum sicheren Ausschluss einer den Druck verursachenden Raumforderung sowie eine Lumbalpunktion mit Messung des erhöhten Nervenwasserdrucks gestellt. Eine regelmäßige Gesichtsfelduntersuchung dient der Überwachung einer möglichen Beeinträchtigung des Sehnervs im Verlauf.
Behandlung
Die Behandlung des Pseudotumor cerebri umfasst in erster Linie eine gezielte Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Betroffenen sowie eine medikamentöse Behandlung mit einem den Hirndruck senkenden Wirkstoff. Bei ausbleibendem Ansprechen auf die medikamentöse Behandlung sowie bei einer bereits fortschreitenden Sehverschlechterung können wiederholte, entlastende Lumbalpunktionen oder ein operativer Eingriff, insbesondere eine Druckentlastung des Sehnervs oder die Anlage eines Nervenwasser-Ableitungssystems, notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Pseudotumor cerebri ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie konsequenter Behandlung insgesamt gut, wobei sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen unter einer gezielten Gewichtsreduktion sowie medikamentösen Behandlung deutlich bessern. Eine unbehandelt fortbestehende Erkrankung birgt jedoch ein erhebliches Risiko für eine bleibende, teils schwere Sehverschlechterung, weshalb eine regelmäßige augenärztliche Überwachung sowie eine konsequente Behandlung von entscheidender Bedeutung sind.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Pseudotumor cerebri (benigne intrakranielle Hypertension): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wer ist besonders häufig vom Pseudotumor cerebri betroffen?
Übergewichtige, jüngere Frauen im gebärfähigen Alter.
Warum ist die Bezeichnung 'benigne' irreführend?
Weil die Erkrankung unbehandelt zu einer bleibenden Sehverschlechterung führen kann.
Was ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme?
Eine gezielte Gewichtsreduktion.
Wie wird der erhöhte Druck nachgewiesen?
Durch eine Lumbalpunktion mit Messung des Nervenwasserdrucks.
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