Protrahierte Geburt des zweiten Zwillings, Drillings usw.
Bei einer Mehrlingsschwangerschaft werden die einzelnen Kinder nacheinander geboren, wobei zwischen der Geburt des ersten und der nachfolgenden Kinder üblicherweise nur ein kurzer zeitlicher Abstand liegt. Eine protrahierte Geburt des zweiten Zwillings, Drillings und so weiter bezeichnet eine Situation, in der die Geburt eines nachfolgenden Kindes deutlich langsamer voranschreitet, als es für eine unkomplizierte Mehrlingsgeburt üblich ist, nachdem das vorausgehende Kind bereits geboren wurde. Diese Verzögerung erfordert eine besonders aufmerksame Überwachung, da sich die Situation für das noch ungeborene Kind mit zunehmender Dauer verändern kann.
Ursachen
Eine protrahierte Geburt eines nachfolgenden Zwillings oder Drillings kann verschiedene Ursachen haben. Nach der Geburt des ersten Kindes kann sich die Wehentätigkeit der Gebärmutter vorübergehend abschwächen, bevor sie sich für die Geburt des nächsten Kindes erneut verstärkt. Auch eine ungünstige Lage des noch ungeborenen Kindes innerhalb der Gebärmutter, die sich nach der Geburt des ersten Kindes verändert haben kann, kann den weiteren Geburtsfortschritt verzögern. Seltener kann eine Verengung des Geburtskanals durch das bereits geborene erste Kind vorübergehend den Weg für das nachfolgende Kind erschweren.
Symptome
Das führende Anzeichen einer protrahierten Geburt eines nachfolgenden Zwillings ist ein ausbleibender Fortschritt beim Tiefertreten dieses Kindes, nachdem das vorausgehende Kind bereits geboren wurde, trotz fortbestehender oder wieder einsetzender Wehentätigkeit. Diese Verzögerung wird durch die kontinuierliche geburtshilfliche Überwachung während der laufenden Mehrlingsgeburt erkannt. Begleitend kann eine Veränderung der Herzfrequenz des noch ungeborenen Kindes auf eine mögliche Beeinträchtigung durch die verlängerte Geburtsdauer hinweisen.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine kontinuierliche geburtshilfliche Überwachung während der gesamten Mehrlingsgeburt, bei der nach der Geburt des ersten Kindes die Lage sowie der Geburtsfortschritt des oder der weiteren Kinder engmaschig kontrolliert werden. Eine Ultraschalluntersuchung kann unmittelbar nach der Geburt des ersten Kindes eingesetzt werden, um die genaue Lage des nachfolgenden Kindes zu bestätigen. Die kontinuierliche Überwachung der kindlichen Herzfrequenz des noch ungeborenen Kindes ist während dieser Phase von besonderer Bedeutung.
Behandlung
Bei einer protrahierten Geburt eines nachfolgenden Zwillings können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um den weiteren Geburtsverlauf zu unterstützen, etwa eine gezielte Verstärkung der Wehentätigkeit sowie, bei entsprechender Lage des Kindes, eine instrumentelle Entbindung mittels Zange oder Saugglocke. Bei einer ungünstigen Lage des Kindes kann in bestimmten Situationen ein gezielter Wendungsversuch vorgenommen werden. Zeigt sich trotz dieser Maßnahmen weiterhin kein ausreichender Fortschritt oder deuten die kindlichen Herztöne auf eine zunehmende Beeinträchtigung hin, wird die Geburt des verbleibenden Kindes durch eine notfallmäßige Schnittentbindung beendet.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Erkennung und angemessener Reaktion ist die Prognose für das verbleibende Kind bei einer protrahierten Geburt in aller Regel gut. Eine besonders engmaschige Überwachung während der gesamten Mehrlingsgeburt ist entscheidend, da sich die Situation für das noch ungeborene Kind mit zunehmender Geburtsdauer verändern kann. Aus diesem Grund erfolgt die Geburt von Mehrlingen üblicherweise in einer auf entsprechende Situationen spezialisierten geburtshilflichen Einrichtung, die im Bedarfsfall rasch reagieren kann.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Geburt: Ablauf, Phasen und Betreuung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum kann sich die Geburt eines nachfolgenden Zwillings verzögern?
Etwa durch eine vorübergehend abgeschwächte Wehentätigkeit nach der Geburt des ersten Kindes oder eine ungünstige, sich verändernde Lage des noch ungeborenen Kindes.
Wie wird diese Situation erkannt?
Durch die kontinuierliche geburtshilfliche Überwachung während der laufenden Mehrlingsgeburt, die den Geburtsfortschritt sowie die kindliche Herzfrequenz engmaschig kontrolliert.
Welche Maßnahmen kommen bei einer Verzögerung infrage?
Eine gezielte Verstärkung der Wehentätigkeit, ein Wendungsversuch bei ungünstiger Lage, eine instrumentelle Entbindung oder, falls nötig, eine notfallmäßige Schnittentbindung.
Warum finden Mehrlingsgeburten meist in spezialisierten Einrichtungen statt?
Weil eine besonders engmaschige Überwachung notwendig ist und im Bedarfsfall rasch auf eine Verzögerung reagiert werden können muss.
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