Chorioretinale Narben
Chorioretinale Narben bezeichnen bindegewebige Vernarbungen, die gemeinsam in der Aderhaut und der unmittelbar darüberliegenden Netzhaut entstehen, meist als Abheilungsfolge einer zurückliegenden entzündlichen Erkrankung dieser beiden Gewebeschichten oder als Folge einer Verletzung des Augenhintergrunds. Während eine solche Vernarbung grundsätzlich den natürlichen Abschluss eines Heilungsprozesses darstellt, ersetzt das entstandene Narbengewebe die ursprünglich funktionstüchtigen, lichtempfindlichen Strukturen dieser Region, sodass die betroffene Netzhautstelle in der Regel dauerhaft in ihrer Funktion beeinträchtigt bleibt, was je nach Lage der Narbe unterschiedlich ausgeprägte Auswirkungen auf die Sehfunktion hat.
Ursachen
Die häufigste Ursache chorioretinaler Narben ist die Abheilung einer zurückliegenden Entzündung der Aderhaut und Netzhaut, wie sie im Rahmen verschiedener infektiöser oder autoimmuner Erkrankungen des Augenhintergrunds auftreten kann. Nach Abklingen der akuten Entzündungsreaktion wird das ursprünglich entzündlich veränderte Gewebe durch bindegewebiges Narbengewebe ersetzt. Auch Verletzungen des Augenhintergrunds, etwa im Rahmen einer Aderhautruptur, sowie bestimmte, gezielt durchgeführte Laserbehandlungen der Netzhaut können zur Bildung chorioretinaler Narben führen, da auch diese Eingriffe eine begrenzte, kontrollierte Vernarbung des behandelten Gewebes zur Folge haben.
Symptome
Die Symptomatik chorioretinaler Narben hängt entscheidend von deren Lage im Augenhintergrund ab. Liegt eine Narbe außerhalb der für das scharfe Sehen zentralen Netzhautregion, bemerken Betroffene häufig keine oder nur geringe Beschwerden, da das umliegende, gesunde Netzhautgewebe die Funktion der betroffenen Stelle weitgehend kompensieren kann und lediglich ein kleiner, meist nicht bewusst wahrgenommener Gesichtsfeldausfall zurückbleibt. Liegt die Narbe hingegen in der zentralen Netzhautregion, kommt es zu einer bleibenden, umschriebenen Beeinträchtigung der zentralen Sehschärfe an genau dieser Stelle.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds, bei der die charakteristische, meist scharf begrenzte Narbe mit einer typischen Veränderung der Gewebefarbe und -struktur erkannt wird. Eine spezialisierte bildgebende Untersuchung der Netzhautschichten unterstützt die genaue Beurteilung der Ausdehnung der Narbe sowie eine mögliche Beteiligung der zentralen Netzhautregion. Eine sorgfältige Erfassung der Krankengeschichte zu einer möglichen zurückliegenden Entzündung oder Verletzung des Augenhintergrunds ist wichtiger Bestandteil der Abklärung, um die Ursache der Narbenbildung einzuordnen.
Behandlung
Für bereits bestehende chorioretinale Narben existiert keine Behandlung, die das entstandene Narbengewebe rückgängig machen und die ursprüngliche Netzhautfunktion an dieser Stelle wiederherstellen kann, da es sich um einen bereits abgeschlossenen Vernarbungsprozess handelt. Im Vordergrund steht daher die Behandlung einer möglicherweise noch aktiven, zugrunde liegenden Entzündung, um eine weitere Ausdehnung der Narbe sowie die Bildung zusätzlicher Narben an anderer Stelle zu verhindern. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind wichtig, um seltene Komplikationen im Randbereich einer bestehenden Narbe, etwa das Einwachsen krankhafter, neuer Blutgefäße, frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls gezielt zu behandeln.
Verlauf und Prognose
Chorioretinale Narben selbst sind stabile, in ihrer Größe meist unveränderliche Gewebeveränderungen, deren Ausmaß sich nach Abschluss des ursprünglichen Vernarbungsprozesses in der Regel nicht mehr verändert. Die langfristige Prognose hängt daher vor allem davon ab, ob die zugrunde liegende Entzündung erfolgreich zum Stillstand gebracht werden konnte und ob die zentrale, für das scharfe Sehen entscheidende Netzhautregion von der Narbenbildung betroffen ist. Bei Narben außerhalb dieser zentralen Region bleibt die alltägliche Sehfunktion meist gut erhalten, während zentral gelegene Narben zu einer bleibenden, umschriebenen Sehbeeinträchtigung führen, mit der Betroffene im Alltag lernen müssen umzugehen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Erkrankungen der Aderhaut und Netzhaut: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Kann eine chorioretinale Narbe wieder verschwinden?
Nein, es handelt sich um einen abgeschlossenen Vernarbungsprozess, das entstandene Narbengewebe kann nicht rückgängig gemacht werden.
Warum bemerken manche Betroffene ihre Narbe gar nicht?
Liegt die Narbe außerhalb der zentralen Netzhautregion, kann das umliegende, gesunde Gewebe die Funktion weitgehend kompensieren, sodass keine oder nur geringe Beschwerden auftreten.
Wie entstehen chorioretinale Narben am häufigsten?
Meist als Abheilungsfolge einer zurückliegenden Entzündung der Aderhaut und Netzhaut, seltener durch Verletzungen oder gezielte Laserbehandlungen.
Warum sind regelmäßige Kontrollen bei bestehender Narbe wichtig?
Um seltene Komplikationen im Randbereich der Narbe, etwa das Einwachsen krankhafter, neuer Blutgefäße, frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
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