Polyklonale Hypergammaglobulinämie
Die polyklonale Hypergammaglobulinämie bezeichnet eine breit gestreute Erhöhung der Antikörper im Blut, bei der viele verschiedene B-Lymphozyten-Linien gleichzeitig vermehrt Immunglobuline bilden. Sie ist selbst keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Laborbefund, der auf eine anhaltende Aktivierung des Immunsystems durch eine zugrunde liegende Ursache hinweist.
Ursachen
Die polyklonale Hypergammaglobulinämie tritt am häufigsten im Rahmen chronischer Infektionen, chronisch-entzündlicher Erkrankungen des Bindegewebes oder chronischer Lebererkrankungen auf. Auch bestimmte Autoimmunerkrankungen und, seltener, bösartige Erkrankungen des Immunsystems können den Befund hervorrufen.
Symptome
Der Befund selbst verursacht keine eigenen Beschwerden, im Vordergrund stehen die Symptome der zugrunde liegenden Erkrankung, etwa Müdigkeit, Gewichtsverlust oder Beschwerden im Rahmen einer chronischen Infektion oder Entzündung. Häufig wird der erhöhte Antikörperspiegel erst durch eine Blutuntersuchung entdeckt.
Diagnostik
Grundlage ist der laborchemische Nachweis einer breiten, mehrere Immunglobulinklassen umfassenden Erhöhung im Blut, im Unterschied zu einer einzelnen, monoklonalen Vermehrung. Zur Klärung der Ursache werden je nach klinischem Verdacht weitere Untersuchungen wie Entzündungswerte, Leberwerte oder eine gezielte Suche nach chronischen Infektionen durchgeführt.
Behandlung
Eine gezielte Behandlung der Hypergammaglobulinämie selbst ist in der Regel nicht erforderlich, im Mittelpunkt steht die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Mit erfolgreicher Behandlung der Ursache normalisieren sich die Antikörperwerte häufig im Verlauf.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf richtet sich weitgehend nach der zugrunde liegenden Erkrankung, wird diese erfolgreich behandelt, bildet sich die Erhöhung der Antikörper meist zurück. Bleibt die Ursache unbehandelt, kann der erhöhte Antikörperspiegel über längere Zeit bestehen bleiben.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Polyklonale Hypergammaglobulinämie: Ursachen, Bedeutung, Diagnostik
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist eine polyklonale Hypergammaglobulinämie eine eigene Krankheit?
Nein, sie ist ein Laborbefund, der auf eine andere, zugrunde liegende Erkrankung hinweist.
Worin unterscheidet sie sich von einer monoklonalen Vermehrung?
Bei der polyklonalen Form sind viele verschiedene Antikörper-Linien beteiligt, bei der monoklonalen Form nur eine einzelne.
Welche Erkrankungen kommen häufig als Ursache infrage?
Chronische Infektionen, chronisch-entzündliche Erkrankungen sowie chronische Lebererkrankungen.
Muss der Befund immer behandelt werden?
Behandelt wird die zugrunde liegende Ursache, nicht der erhöhte Antikörperwert selbst.
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