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Kinder & Jugendliche

Phakomatosen

Die Phakomatosen bezeichnen eine Gruppe seltener, erblicher Erkrankungen, die durch eine gemeinsame, während der frühen Embryonalentwicklung gestörte Reifung bestimmter Gewebeschichten gekennzeichnet sind, wodurch charakteristische Fehlbildungen sowie eine erhöhte Neigung zur Bildung gutartiger, seltener auch bösartiger Tumoren an der Haut, dem Nervensystem sowie verschiedenen inneren Organen entstehen. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Erkrankungsgruppe zählen die Neurofibromatose, die tuberöse Sklerose sowie die von-Hippel-Lindau-Krankheit, die trotz ihrer gemeinsamen embryonalen Entstehungsgrundlage jeweils durch unterschiedliche genetische Veränderungen sowie ein jeweils charakteristisches, eigenständiges Muster von Krankheitszeichen gekennzeichnet sind. Aufgrund der potenziellen Beteiligung zahlreicher Organsysteme sowie des lebenslang bestehenden Risikos für neue Tumorbildungen ist eine interdisziplinäre, lebenslange fachärztliche Betreuung bei allen Phakomatosen von zentraler Bedeutung.

Ursachen

Die Phakomatosen entstehen durch verschiedene, erbliche genetische Veränderungen, die jeweils ein bestimmtes, an der normalen Zellteilung sowie -reifung beteiligtes Gen betreffen, wobei diese genetischen Veränderungen entweder von einem betroffenen Elternteil vererbt werden oder als neu aufgetretene, spontane Veränderung bei dem betroffenen Kind selbst entstehen können. Die zugrunde liegenden genetischen Veränderungen führen dazu, dass bestimmte, normalerweise das übermäßige Zellwachstum bremsende Kontrollmechanismen des Körpers nicht mehr ausreichend funktionieren, wodurch sich an verschiedenen Körperstellen gutartige, seltener auch bösartige Gewebewucherungen entwickeln können. Jede der verschiedenen Phakomatosen beruht auf einer jeweils eigenständigen genetischen Veränderung mit einem charakteristischen, spezifischen Vererbungsmuster.

Symptome

Die Phakomatosen äußern sich je nach zugrunde liegender Unterform durch ein charakteristisches Muster von Hautveränderungen, insbesondere hell- oder dunkelpigmentierten Flecken, sowie durch Tumorbildungen an peripheren Nerven, im Gehirn oder an inneren Organen, die sich häufig erst im Laufe der Kindheit oder Jugend zunehmend entwickeln sowie sichtbar werden. Je nach betroffenem Organsystem können zusätzlich epileptische Anfälle, Entwicklungsverzögerungen, Sehstörungen oder Bluthochdruck auftreten. Das Beschwerdebild sowie der Schweregrad variieren selbst innerhalb derselben Familie sowie derselben genetischen Veränderung erheblich, was die individuelle Beratung betroffener Familien zusätzlich erschwert.

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Diagnostik

Die Diagnose der Phakomatosen wird anhand charakteristischer, für die jeweilige Unterform spezifischer klinischer Kriterien gestellt, die eine Kombination aus Hautveränderungen, bildgebenden Befunden sowie einer möglichen familiären Vorgeschichte umfassen. Eine molekulargenetische Untersuchung ermöglicht die Bestätigung der zugrunde liegenden genetischen Veränderung sowie ist für die genetische Beratung betroffener Familien sowie zukünftiger Schwangerschaften von erheblicher Bedeutung. Eine umfassende, interdisziplinäre Erstuntersuchung mit Beteiligung mehrerer Fachrichtungen wird bei gesicherter Diagnose empfohlen, um das individuelle Ausmaß der Organbeteiligung frühzeitig zu erfassen.

Behandlung

Eine ursächliche Behandlung der Phakomatosen existiert für die meisten Unterformen nicht, weshalb sich die Behandlung auf eine gezielte, symptomorientierte Betreuung sowie eine regelmäßige, lebenslange Überwachung zur frühzeitigen Erkennung neu auftretender Tumoren oder Komplikationen konzentriert. Einzelne, besonders störende oder funktionell beeinträchtigende Tumoren können operativ entfernt werden, wobei bei bestimmten Unterformen zunehmend auch gezielte, gegen die zugrunde liegende genetische Veränderung gerichtete medikamentöse Behandlungen zur Verfügung stehen. Eine regelmäßige, koordinierte fachärztliche Nachsorge über die gesamte Lebensspanne ist bei allen Phakomatosen von zentraler Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Phakomatosen ist sehr unterschiedlich sowie hängt maßgeblich von der jeweiligen Unterform sowie dem individuellen Ausmaß der Organbeteiligung ab, wobei viele Betroffene bei konsequenter, lebenslanger Nachsorge eine gute Lebensqualität sowie eine annähernd normale Lebenserwartung erreichen können. Bei einem Teil der Betroffenen können sich im Laufe des Lebens neue, funktionell bedeutsame oder in seltenen Fällen bösartige Tumoren entwickeln, weshalb eine konsequente, regelmäßige Überwachung von entscheidender Bedeutung für die frühzeitige Erkennung sowie Behandlung solcher Veränderungen ist. Eine genetische Beratung wird betroffenen Familien angesichts des erblichen Charakters dieser Erkrankungsgruppe dringend empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welche Erkrankungen zählen zu den bekanntesten Phakomatosen?

Die Neurofibromatose, die tuberöse Sklerose sowie die von-Hippel-Lindau-Krankheit.

Welche Körperbereiche sind typischerweise betroffen?

Haut, Nervensystem sowie verschiedene innere Organe.

Gibt es eine ursächliche Behandlung?

Für die meisten Unterformen nicht — die Behandlung ist überwiegend symptomorientiert sowie überwachend.

Warum ist eine lebenslange Nachsorge wichtig?

Weil sich im Laufe des Lebens neue, funktionell bedeutsame Tumoren entwickeln können.

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