Misslungene Aborteinleitung
Eine misslungene Aborteinleitung liegt vor, wenn ein ärztlich eingeleiteter Schwangerschaftsabbruch nicht zu der beabsichtigten, vollständigen Beendigung der Schwangerschaft führt, sondern die Schwangerschaft ganz oder in Teilen fortbesteht. Dieser Zustand kann sowohl nach einer medikamentösen als auch nach einer operativen Aborteinleitung auftreten und erfordert eine erneute ärztliche Abklärung sowie in der Regel weitere Maßnahmen, um die Schwangerschaft doch noch vollständig zu beenden und mögliche gesundheitliche Risiken für die betroffene Frau zu vermeiden.
Ursachen
Eine misslungene Aborteinleitung kann verschiedene Ursachen haben. Bei einer medikamentösen Einleitung kann es vorkommen, dass die verabreichten Wirkstoffe nicht die erwartete Wirkung zeigen und die Schwangerschaft trotz Einnahme fortbesteht, was individuell unterschiedlich häufig auftreten kann. Bei einer operativen Aborteinleitung kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass nicht das gesamte Schwangerschaftsgewebe vollständig entfernt wurde, sodass Reste im Inneren der Gebärmutter verbleiben. Auch anatomische Besonderheiten der Gebärmutter können in Einzelfällen zu einer erschwerten, unvollständigen Durchführung des Eingriffs beitragen.
Symptome
Anzeichen für eine misslungene Aborteinleitung können anhaltende oder erneut auftretende Schwangerschaftszeichen sein, etwa ein Fortbestehen von Übelkeit oder eine ausbleibende oder nur sehr geringe Blutung nach dem eingeleiteten Abbruch, obwohl eine deutlichere Blutung erwartet worden wäre. Bei verbliebenem Schwangerschaftsgewebe nach einem operativen Eingriff können zudem anhaltende Unterbauchschmerzen, eine über die erwartete Dauer hinausgehende Blutung oder Anzeichen einer Entzündung wie Fieber auftreten, die auf eine notwendige weitere Behandlung hinweisen.
Diagnostik
Die Diagnostik einer misslungenen Aborteinleitung erfolgt durch eine ärztliche Nachkontrolle nach dem eingeleiteten Abbruch, bei der mittels Ultraschall überprüft wird, ob die Schwangerschaft tatsächlich vollständig beendet wurde oder ob noch Schwangerschaftsgewebe beziehungsweise eine fortbestehende Schwangerschaft nachweisbar ist. Diese Kontrolluntersuchung ist ein routinemäßiger, wichtiger Bestandteil der Nachsorge nach jeder Art von eingeleitetem Abbruch, um eine misslungene Einleitung frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Behandlung
Wird eine misslungene Aborteinleitung festgestellt, richtet sich das weitere Vorgehen nach der genauen Situation. Bei einer nach medikamentöser Einleitung fortbestehenden Schwangerschaft wird in der Regel ein ergänzender operativer Eingriff durchgeführt, um die Schwangerschaft doch noch vollständig zu beenden. Bei verbliebenem Schwangerschaftsgewebe nach einem bereits erfolgten operativen Eingriff wird eine erneute, sorgfältige Ausräumung der Gebärmutter vorgenommen. In beiden Fällen wird das weitere Vorgehen ausführlich mit der betroffenen Frau besprochen.
Verlauf und Prognose
Wird eine misslungene Aborteinleitung rechtzeitig durch die routinemäßige Nachkontrolle erkannt und durch die notwendigen weiteren Maßnahmen behoben, ist die Prognose in aller Regel gut, mit einer vollständigen Ausheilung ohne bleibende Folgen. Bleibt eine misslungene Einleitung hingegen unerkannt, besteht das Risiko für eine anhaltende Blutung oder eine aufsteigende Infektion der Gebärmutter, weshalb die empfohlene ärztliche Nachkontrolle nach jedem eingeleiteten Abbruch von großer Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Schwangerschaftsabbruch: Ablauf, Verfahren, Beratung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie häufig kann eine medikamentöse Aborteinleitung misslingen?
Dies kann individuell unterschiedlich häufig auftreten, weshalb eine ärztliche Nachkontrolle nach jeder medikamentösen Einleitung wichtig ist.
Woran erkennt man eine misslungene Aborteinleitung?
An anhaltenden Schwangerschaftszeichen, einer ausbleibenden oder nur geringen Blutung nach dem Eingriff oder, bei verbliebenem Gewebe, an anhaltenden Schmerzen oder Anzeichen einer Entzündung.
Wie wird eine misslungene Aborteinleitung behandelt?
Je nach Situation durch einen ergänzenden operativen Eingriff oder eine erneute, sorgfältige Ausräumung der Gebärmutter, um die Schwangerschaft vollständig zu beenden.
Warum ist die Nachkontrolle nach einem eingeleiteten Abbruch wichtig?
Weil eine unerkannte, misslungene Einleitung das Risiko für eine anhaltende Blutung oder eine aufsteigende Infektion birgt.
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