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Vergiftungen

Methadonvergiftung

Die Methadonvergiftung bezeichnet eine akute Überdosierung mit Methadon, einem synthetischen, langwirksamen Opioid, das vor allem im Rahmen der Substitutionsbehandlung opioidabhängiger Menschen sowie zur Behandlung starker chronischer Schmerzen eingesetzt wird. Im Vergleich zu kurzwirksamen Opioiden wie Heroin zeichnet sich Methadon durch einen deutlich verzögerten Wirkeintritt sowie eine erheblich längere Wirkdauer aus, wodurch das Ausmaß einer beginnenden Überdosierung von den Betroffenen häufig zunächst unterschätzt wird, während die eigentliche, gefährlichste Wirkung erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung von mehreren Stunden eintritt. Diese Eigenschaften machen die Methadonvergiftung zu einer besonders tückischen, in ihrem Verlauf verlängerten sowie überwachungsintensiven Opioidüberdosierung.

Ursachen

Die Methadonvergiftung entsteht überwiegend durch eine versehentliche Überdosierung im Rahmen der Substitutionsbehandlung, insbesondere zu Beginn einer solchen Behandlung, wenn die individuelle Toleranz gegenüber dem Opioid noch nicht ausreichend aufgebaut ist, sowie durch die gleichzeitige Einnahme weiterer dämpfender Substanzen wie Alkohol oder Benzodiazepinen. Bei Kindern kann bereits eine geringe Menge des für Erwachsene bestimmten Methadons, etwa durch eine versehentliche Einnahme einer im Haushalt aufbewahrten Substitutionsdosis, zu einer schweren, lebensbedrohlichen Vergiftung führen. Eine erhebliche zusätzliche Gefahr entsteht durch den verzögerten Wirkeintritt, der dazu führen kann, dass weitere Dosen eingenommen werden, bevor die volle Wirkung der ersten Dosis überhaupt eingesetzt hat.

Symptome

Die Methadonvergiftung äußert sich durch die für Opioidüberdosierungen charakteristische Symptomtrias aus punktförmigen Pupillen, einer zunehmenden Bewusstseinstrübung sowie einer deutlich verlangsamten, flachen Atmung, wobei diese Symptome bei Methadon im Gegensatz zu kurzwirksamen Opioiden häufig erst mit einer Verzögerung von mehreren Stunden nach der Einnahme in voller Ausprägung auftreten. Eine bläuliche Verfärbung der Haut sowie der Lippen als Zeichen des Sauerstoffmangels sowie eine ausgeprägte Muskelschwäche begleiten die schwere Vergiftung. Angesichts der langen Wirkdauer von Methadon kann die Atemdepression über deutlich mehr als 24 Stunden anhalten oder nach einer scheinbaren Besserung erneut auftreten.

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Diagnostik

Die Diagnose der Methadonvergiftung wird durch die charakteristische klinische Symptomatik in Kombination mit einer gezielten Befragung nach einer bestehenden Substitutionsbehandlung oder einem möglichen Zugang zu Methadon gestellt, wobei ein Elektrokardiogramm angesichts einer möglichen, methadonbedingten Herzrhythmusstörung zusätzlich durchgeführt wird. Eine kontinuierliche, angesichts der langen Wirkdauer besonders langfristige Überwachung der Atmung, der Sauerstoffsättigung sowie des Herzrhythmus ist während der gesamten notfallmedizinischen sowie der anschließenden stationären Versorgung unerlässlich. Eine toxikologische Untersuchung des Blutes oder Urins kann den Nachweis nachträglich bestätigen.

Behandlung

Die Behandlung der Methadonvergiftung erfordert bei jedem Verdacht sofort den Notruf sowie, sofern verfügbar, die unverzügliche Verabreichung des spezifischen Opioid-Gegenmittels Naloxon, wobei angesichts der langen Wirkdauer von Methadon im Vergleich zu anderen Opioidüberdosierungen häufig mehrfache Nachgaben oder eine kontinuierliche Verabreichung notwendig werden. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes müssen die Atmung sowie das Bewusstsein der betroffenen Person engmaschig überwacht werden, wobei eine bewusstlose, jedoch selbstständig atmende Person in die stabile Seitenlage zu bringen ist. Eine anschließende stationäre Überwachung über mindestens 24 bis 48 Stunden wird aufgrund der langen Wirkdauer sowie des Risikos einer erneut auftretenden Atemdepression dringend empfohlen, selbst wenn sich der Zustand zunächst deutlich bessert.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Methadonvergiftung hängt entscheidend von der Geschwindigkeit der eingeleiteten notfallmedizinischen Versorgung sowie der Dauer der anschließenden Überwachung ab, wobei eine rechtzeitig behandelte, ausreichend lang überwachte Vergiftung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer vollständigen Erholung führt. Ein besonderes Risiko besteht in einer vorzeitigen Entlassung nach zunächst erfolgreicher Behandlung der akuten Symptome, da die lange Wirkdauer von Methadon zu einem verzögerten, mitunter tödlichen Wiederauftreten der Atemdepression führen kann. Nach einer überstandenen Methadonvergiftung wird eine enge Anbindung an die betreuende Suchtmedizin sowie eine sorgfältige Überprüfung der Dosierung dringend empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet Methadon von kurzwirksamen Opioiden wie Heroin?

Ein deutlich verzögerter Wirkeintritt sowie eine erheblich längere Wirkdauer.

Warum ist eine lange Nachüberwachung notwendig?

Weil die Atemdepression über deutlich mehr als 24 Stunden anhalten oder nach scheinbarer Besserung erneut auftreten kann.

Was ist bei der Naloxon-Gabe bei Methadon zu beachten?

Angesichts der langen Wirkdauer sind häufig mehrfache Nachgaben oder eine kontinuierliche Verabreichung notwendig.

Wer ist für eine versehentliche Vergiftung besonders gefährdet?

Kinder, die eine im Haushalt aufbewahrte Substitutionsdosis versehentlich einnehmen.

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