Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Nervensystem & Gehirn

Melkersson-Rosenthal-Syndrom

Das Melkersson-Rosenthal-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, die durch die charakteristische Kombination aus wiederkehrender, schmerzloser Schwellung des Gesichts, insbesondere der Lippen, einer vorübergehenden, meist einseitigen Gesichtslähmung sowie einer angeborenen, gefurchten Zunge gekennzeichnet ist. Diese drei Merkmale müssen nicht zwingend gleichzeitig bei allen Betroffenen auftreten, wobei die vollständige Ausprägung aller drei Symptome relativ selten ist. Das Melkersson-Rosenthal-Syndrom verläuft typischerweise schubweise mit wiederkehrenden Episoden, wobei die Schwellung mit jedem erneuten Schub tendenziell weniger vollständig zurückgeht.

Ursachen

Die genaue Ursache des Melkersson-Rosenthal-Syndroms ist nicht abschließend geklärt, wobei eine Kombination aus erblicher Veranlagung sowie einer fehlgeleiteten örtlichen Immunreaktion, die zu einer chronischen, granulomatösen Entzündung der Gesichtsweichteile sowie der Gesichtsnervenscheide führt, als wahrscheinlichste Erklärung angesehen wird. Bestimmte Auslöser, insbesondere Infektionen, allergische Reaktionen oder psychischer Stress, können einzelne Krankheitsschübe möglicherweise begünstigen, ohne dass ein eindeutiger, ursächlicher Zusammenhang gesichert ist.

Symptome

Das Melkersson-Rosenthal-Syndrom äußert sich durch eine wiederkehrende, schmerzlose Schwellung des Gesichts, die besonders häufig eine oder beide Lippen betrifft sowie zunächst vollständig, mit jedem weiteren Schub jedoch zunehmend unvollständig zurückgeht. Eine vorübergehende, meist einseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur kann begleitend auftreten sowie sich, ähnlich wie bei einer eigenständigen Fazialisparese, zurückbilden. Eine bereits angeboren vorhandene, gefurchte Zunge vervollständigt das charakteristische Bild dieser Erkrankung.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose des Melkersson-Rosenthal-Syndroms wird durch die klinische Kombination der charakteristischen Symptome gestellt, wobei eine Gewebeprobe der geschwollenen Gesichtsregion die für diese Erkrankung typische granulomatöse Entzündungsreaktion nachweisen kann. Eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen Ursachen einer Gesichtsschwellung, insbesondere allergischen Reaktionen oder Infektionen, erfolgt im Rahmen der Diagnostik.

Behandlung

Die Behandlung des Melkersson-Rosenthal-Syndroms umfasst während eines akuten Schubes entzündungshemmende Medikamente, insbesondere Kortisonpräparate, die örtlich gespritzt oder systemisch eingenommen werden können, um die Schwellung sowie die begleitende Gesichtslähmung zu vermindern. Bei einer bereits bestehenden, dauerhaften, kosmetisch störenden Lippenschwellung kann eine operative Verkleinerung erwogen werden. Eine begleitende Gesichtslähmung wird nach denselben Grundsätzen wie eine eigenständige Fazialisparese behandelt.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Melkersson-Rosenthal-Syndroms ist unterschiedlich, wobei die einzelnen Krankheitsschübe bei den meisten Betroffenen gut auf eine entzündungshemmende Behandlung ansprechen. Da die Schwellung mit jedem weiteren Schub tendenziell weniger vollständig zurückgeht, kann sich im Laufe der Zeit eine bleibende, chronische Lippenschwellung entwickeln. Eine langfristige, dermatologische oder neurologische Betreuung ermöglicht eine gezielte Behandlung der einzelnen Krankheitsschübe sowie eine frühzeitige Erkennung einer möglichen bleibenden Veränderung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Aus welchen drei Merkmalen besteht das Melkersson-Rosenthal-Syndrom?

Wiederkehrende Gesichtsschwellung, vorübergehende Gesichtslähmung sowie eine gefurchte Zunge.

Müssen alle drei Merkmale gleichzeitig vorliegen?

Nein, die vollständige Ausprägung ist relativ selten.

Was geschieht mit der Schwellung bei wiederholten Schüben?

Sie geht tendenziell zunehmend unvollständiger zurück.

Wie wird ein akuter Schub behandelt?

Mit entzündungshemmenden Medikamenten, insbesondere Kortisonpräparaten.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen