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Vergiftungen

LSD-Intoxikation

Die LSD-Intoxikation bezeichnet eine akute Vergiftung mit Lysergsäurediethylamid, einer bereits in sehr geringen Mengen stark halluzinogen wirkenden Substanz, die tiefgreifende Veränderungen der Wahrnehmung, des Denkens sowie des Erlebens hervorruft. Im Gegensatz zu vielen anderen Rauschmitteln steht bei der LSD-Intoxikation weniger eine unmittelbare, lebensbedrohliche körperliche Gefährdung im Vordergrund als vielmehr das Risiko schwerer psychischer Ausnahmezustände, insbesondere ausgeprägter Angst- sowie Panikreaktionen, die als sogenannter Horrortrip bezeichnet werden sowie zu gefährlichen Fehleinschätzungen der Umgebung führen können. Diese psychischen Folgen können mittelbar zu erheblichen körperlichen Gefahren führen, etwa durch selbstgefährdendes Verhalten infolge einer stark verzerrten Realitätswahrnehmung.

Ursachen

Die LSD-Intoxikation entsteht durch die Einnahme von Lysergsäurediethylamid, das aufgrund seiner extrem hohen Wirksamkeit bereits in sehr geringen Mengen, meist auf kleinen, mit der Substanz getränkten Papierstücken aufgenommen, eine ausgeprägte Wirkung entfaltet. Eine besondere Gefahr besteht in der stark schwankenden, für den Konsumierenden nicht abschätzbaren tatsächlichen Dosierung der auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Substanz. Die individuelle Reaktion auf LSD wird zudem erheblich von der psychischen Verfassung sowie der Umgebung zum Zeitpunkt des Konsums beeinflusst, wobei eine bereits bestehende Angst oder eine als bedrohlich empfundene Umgebung das Risiko einer schweren Angstreaktion deutlich erhöht.

Symptome

Die LSD-Intoxikation äußert sich durch ausgeprägte, meist visuelle Halluzinationen, eine tiefgreifend veränderte Wahrnehmung von Farben, Formen sowie Zeitempfinden sowie eine stark schwankende, mitunter rasch zwischen Euphorie und tiefer Angst wechselnde Stimmungslage. Bei einem sogenannten Horrortrip stehen ausgeprägte Panikattacken, ein Gefühl des Kontrollverlusts sowie paranoide Gedanken im Vordergrund, die zu einem erheblich gefährdenden Verhalten führen können. Körperlich können eine Erweiterung der Pupillen, ein beschleunigter Puls, ein erhöhter Blutdruck sowie eine erhöhte Körpertemperatur auftreten, wobei schwere körperliche Komplikationen im Vergleich zu den psychischen Folgen deutlich seltener sind.

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Diagnostik

Die Diagnose der LSD-Intoxikation wird überwiegend klinisch anhand der geschilderten Wahrnehmungsveränderungen sowie des charakteristischen psychischen Zustandsbildes gestellt, wobei eine sorgfältige Befragung nach dem eingenommenen Zeitpunkt sowie einem möglichen Mischkonsum weiterer Substanzen für die Einschätzung der Situation wichtig ist. Eine körperliche Untersuchung dient insbesondere dem Ausschluss anderer, ähnliche Symptome verursachender Ursachen, etwa einer Unterzuckerung oder einer Kopfverletzung. Ein spezifischer, in der akuten Notfallsituation rasch verfügbarer Labornachweis von LSD spielt für die unmittelbare Behandlungsentscheidung nur eine untergeordnete Rolle.

Behandlung

Die Behandlung der LSD-Intoxikation besteht in erster Linie in einer beruhigenden, unterstützenden Begleitung der betroffenen Person in einer reizarmen, sicheren sowie vertrauenserweckenden Umgebung, einem als Talking-down bezeichneten Vorgehen, das bei den meisten Betroffenen zu einer deutlichen Linderung der Angst- sowie Panikreaktion führt. Bei einer schweren, durch beruhigende Zuwendung nicht ausreichend beherrschbaren Angstreaktion kann die Verabreichung eines angstlösenden Medikaments aus der Gruppe der Benzodiazepine notwendig werden. Eine kontinuierliche Überwachung der betroffenen Person ist angesichts des Risikos einer selbstgefährdenden Handlung infolge der veränderten Wahrnehmung unerlässlich, bis die Wirkung der Substanz vollständig abgeklungen ist.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der LSD-Intoxikation ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen gut, da die Wirkung der Substanz nach mehreren Stunden ohne bleibende körperliche Schäden vollständig abklingt. Bei einem Teil der Betroffenen können jedoch länger anhaltende psychische Beeinträchtigungen, insbesondere eine erneute, spontan auftretende Wiederkehr einzelner Wahrnehmungsstörungen ohne erneuten Substanzkonsum, zurückbleiben, die eine fachärztliche Abklärung erfordern. Bei einer bereits vor dem Konsum bestehenden psychischen Erkrankung besteht zudem ein erhöhtes Risiko für eine länger anhaltende psychische Verschlechterung, weshalb eine fachärztliche Nachbetreuung nach einer schweren LSD-Intoxikation empfohlen wird.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was steht bei einer LSD-Intoxikation meist im Vordergrund?

Nicht die körperliche, sondern die psychische Gefährdung durch schwere Angst- und Panikreaktionen.

Was ist ein Horrortrip?

Eine schwere Angst- und Panikreaktion mit Kontrollverlust und paranoiden Gedanken während der LSD-Wirkung.

Was hilft bei einer akuten Panikreaktion am besten?

Eine beruhigende, unterstützende Begleitung in reizarmer, sicherer Umgebung (Talking-down).

Wann wird ein Medikament notwendig?

Bei einer schweren, durch Zuwendung allein nicht beherrschbaren Angstreaktion, meist ein Benzodiazepin.

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