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Verdauung & Magen-Darm

Kryptosporidiose

Die Kryptosporidiose ist eine weltweit verbreitete Darminfektion, die durch einzellige Parasiten der Gattung Cryptosporidium verursacht wird sowie überwiegend über verunreinigtes Trinkwasser, kontaminierte Nahrungsmittel oder den direkten Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren übertragen wird. Diese Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen wasserbedingter Durchfallausbrüche weltweit, da die widerstandsfähigen Dauerformen des Erregers gegenüber der üblichen Trinkwasserchlorierung eine bemerkenswerte Resistenz aufweisen. Während die Kryptosporidiose bei Menschen mit intakter Immunabwehr meist einen selbstlimitierenden, wenige Tage bis Wochen anhaltenden Verlauf nimmt, kann sie bei einer erheblich geschwächten Immunabwehr, insbesondere bei einer fortgeschrittenen HIV-Infektion, zu einer schweren, langwierigen sowie potenziell lebensbedrohlichen Durchfallerkrankung führen.

Ursachen

Die Kryptosporidiose entsteht durch die orale Aufnahme widerstandsfähiger Dauerformen des Einzellers Cryptosporidium, die über verunreinigtes Trinkwasser, insbesondere aus öffentlichen Schwimmbädern oder unzureichend aufbereitetem Leitungswasser, sowie über kontaminierte Nahrungsmittel oder den direkten Kontakt mit infizierten Menschen oder Nutztieren übertragen werden. Die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit der Erregerdauerformen gegenüber der üblichen Chlorierung von Trinkwasser sowie Schwimmbadwasser begünstigt größere, wasserbedingte Ausbrüche erheblich. Eine erheblich geschwächte Immunabwehr, insbesondere infolge einer fortgeschrittenen HIV-Infektion, stellt den wichtigsten Risikofaktor für einen schweren, langwierigen Krankheitsverlauf dar.

Symptome

Die Kryptosporidiose äußert sich durch wässrigen, teils krampfartigen Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit sowie leichtes Fieber, die bei Menschen mit intakter Immunabwehr typischerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst abklingen. Bei einer erheblich geschwächten Immunabwehr, insbesondere bei einer fortgeschrittenen HIV-Infektion, kann sich ein chronischer, über Monate anhaltender, sehr wässriger Durchfall entwickeln, der zu einem erheblichen Flüssigkeits- sowie Gewichtsverlust sowie einer ausgeprägten Mangelernährung führen kann.

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Diagnostik

Die Diagnose der Kryptosporidiose wird durch eine spezielle mikroskopische Untersuchung einer Stuhlprobe gestellt, bei der eine gezielte Färbetechnik notwendig ist, um die kleinen Dauerformen des Erregers sicher nachzuweisen, da diese mit einer üblichen Stuhluntersuchung leicht übersehen werden können. Ein Nachweis spezifischer Erregerbestandteile oder Erbgutmaterial im Stuhl kann die Diagnose zusätzlich mit höherer Empfindlichkeit bestätigen. Bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr sowie chronischem Durchfall sollte die Kryptosporidiose als mögliche Ursache stets gezielt in Betracht gezogen werden.

Behandlung

Die Behandlung der Kryptosporidiose besteht bei Menschen mit intakter Immunabwehr überwiegend in einer ausreichenden Flüssigkeits- sowie Elektrolytzufuhr, da die Erkrankung in aller Regel von selbst ausheilt, wobei ein spezifisches, gegen den Erreger wirksames Medikament den Krankheitsverlauf bei ausgeprägten Beschwerden zusätzlich verkürzen kann. Bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr steht die möglichst weitgehende Verbesserung der zugrunde liegenden Immunschwäche, insbesondere durch eine wirksame antiretrovirale Behandlung bei HIV-Infektion, im Vordergrund der Behandlung, da diese die Chance auf eine erfolgreiche Beseitigung des Erregers erheblich verbessert.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Kryptosporidiose ist bei Menschen mit intakter Immunabwehr sehr gut, wobei die Erkrankung innerhalb weniger Wochen ohne bleibende Schäden von selbst ausheilt. Bei einer erheblich geschwächten Immunabwehr, insbesondere bei einer unbehandelten, fortgeschrittenen HIV-Infektion, kann die Erkrankung dagegen einen chronischen, schweren sowie mitunter lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Eine sorgfältige Trinkwasserhygiene sowie das Vermeiden des Schluckens von Wasser in öffentlichen Schwimmbädern stellen wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung einer Ansteckung dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum sind wasserbedingte Ausbrüche der Kryptosporidiose häufig?

Weil die Dauerformen des Erregers gegenüber der üblichen Trinkwasserchlorierung widerstandsfähig sind.

Wie verläuft die Infektion bei intakter Immunabwehr?

In aller Regel selbstlimitierend, mit Abklingen der Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Wer ist für einen schweren Verlauf besonders gefährdet?

Menschen mit erheblich geschwächter Immunabwehr, insbesondere bei fortgeschrittener HIV-Infektion.

Was steht bei geschwächter Immunabwehr im Vordergrund der Behandlung?

Die möglichst weitgehende Verbesserung der zugrunde liegenden Immunschwäche.

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