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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Isosporose (Cystoisosporose)

Die Isosporose, medizinisch heute korrekter als Cystoisosporose bezeichnet, ist eine Darminfektion, die durch den einzelligen Parasiten Cystoisospora belli verursacht wird sowie überwiegend über mit menschlichem Kot verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser übertragen wird. Diese Erkrankung kommt vor allem in tropischen sowie subtropischen Regionen mit unzureichender sanitärer Versorgung vor sowie zählt zu den sogenannten opportunistischen Infektionen, die bei einer geschwächten körpereigenen Immunabwehr, insbesondere bei einer fortgeschrittenen HIV-Infektion, einen deutlich schwereren sowie langwierigeren Verlauf nehmen können als bei Menschen mit intakter Immunabwehr.

Ursachen

Die Isosporose entsteht durch die orale Aufnahme infektiöser Dauerformen des Erregers Cystoisospora belli, die über mit menschlichem Kot verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser in den Körper gelangen, wobei der Mensch im Unterschied zu vielen anderen Darmparasiten den einzigen bekannten Wirt dieses Erregers darstellt. Eine unzureichende sanitäre Versorgung sowie mangelnde Hygiene begünstigen die Übertragung erheblich, weshalb die Erkrankung besonders häufig in tropischen sowie subtropischen Regionen mit begrenzter Abwasserentsorgung auftritt. Eine erheblich geschwächte Immunabwehr, insbesondere infolge einer fortgeschrittenen, unbehandelten HIV-Infektion, stellt den wichtigsten Risikofaktor für einen schweren, chronischen Krankheitsverlauf dar.

Symptome

Die Isosporose äußert sich durch wässrigen Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit sowie leichtes Fieber, die bei Menschen mit intakter Immunabwehr typischerweise innerhalb weniger Wochen von selbst abklingen. Bei einer erheblich geschwächten Immunabwehr kann sich ein chronischer, über Monate anhaltender, sehr wässriger Durchfall entwickeln, der zu einem erheblichen Flüssigkeits- sowie Gewichtsverlust sowie einer ausgeprägten Mangelernährung führen kann. Eine begleitende Blutarmut durch eine Vermehrung bestimmter, allergisch reagierender weißer Blutkörperchen kann die Erkrankung zusätzlich begleiten.

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Diagnostik

Die Diagnose der Isosporose wird durch eine mikroskopische Untersuchung einer Stuhlprobe gestellt, in der die charakteristischen Dauerformen des Erregers nachgewiesen werden können, wobei angesichts einer unregelmäßigen Erregerausscheidung mitunter mehrere Stuhlproben an unterschiedlichen Tagen untersucht werden müssen. Ein Nachweis einer begleitenden Vermehrung bestimmter, allergisch reagierender weißer Blutkörperchen im Blutbild kann einen zusätzlichen, richtungsweisenden Hinweis liefern, der die Isosporose von vielen anderen Darminfektionen unterscheidet. Bei chronischem Durchfall sowie geschwächter Immunabwehr sollte die Isosporose als mögliche Ursache stets gezielt in Betracht gezogen werden.

Behandlung

Die Behandlung der Isosporose erfolgt mittels eines spezifischen, gegen den Erreger gut wirksamen Antibiotikums, das über mehrere Tage bis Wochen eingenommen wird sowie bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer erfolgreichen Beseitigung des Erregers führt. Bei Menschen mit einer erheblich geschwächten Immunabwehr wird angesichts eines erhöhten Rückfallrisikos häufig eine über mehrere Wochen fortgeführte, niedriger dosierte Erhaltungsbehandlung angeschlossen. Eine gleichzeitige, gezielte Verbesserung der zugrunde liegenden Immunschwäche, insbesondere durch eine wirksame antiretrovirale Behandlung bei HIV-Infektion, ist für den langfristigen Behandlungserfolg von entscheidender Bedeutung.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Isosporose ist bei Menschen mit intakter Immunabwehr sowie bei rechtzeitig eingeleiteter Antibiotikabehandlung sehr gut, wobei die Erkrankung innerhalb weniger Wochen ohne bleibende Schäden ausheilt. Bei einer erheblich geschwächten, unbehandelten Immunabwehr kann die Erkrankung dagegen einen chronischen, schweren Verlauf mit erheblichem Flüssigkeits- sowie Nährstoffverlust nehmen. Eine sorgfältige Hygiene sowie das Vermeiden des Verzehrs möglicherweise kontaminierter Nahrungsmittel in Endemiegebieten stellen wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung einer Ansteckung dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wer ist der einzige bekannte Wirt des Erregers?

Der Mensch.

Wo kommt die Isosporose besonders häufig vor?

In tropischen und subtropischen Regionen mit unzureichender sanitärer Versorgung.

Was ist ein richtungsweisender Laborbefund?

Eine begleitende Vermehrung bestimmter, allergisch reagierender weißer Blutkörperchen im Blutbild.

Wer benötigt häufig eine zusätzliche Erhaltungsbehandlung?

Menschen mit erheblich geschwächter Immunabwehr, angesichts eines erhöhten Rückfallrisikos.

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