Krankheiten des Kreislaufsystems, die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett komplizieren
Während der Schwangerschaft muss das mütterliche Herz-Kreislauf-System erhebliche Anpassungsleistungen erbringen, um sowohl die Mutter als auch das heranwachsende Kind ausreichend mit Blut zu versorgen, wobei sich unter anderem das zirkulierende Blutvolumen sowie die vom Herzen zu leistende Pumparbeit deutlich erhöhen. Krankheiten des Kreislaufsystems, die Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett komplizieren, umfassen ein breites Spektrum vorbestehender oder während der Schwangerschaft neu auftretender Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch diese zusätzliche Belastung ungünstig beeinflusst werden können und daher eine besonders aufmerksame, interdisziplinäre Betreuung erfordern.
Ursachen
Zu den Krankheiten des Kreislaufsystems, die eine Schwangerschaft komplizieren können, zählen verschiedenste Erkrankungen, darunter angeborene oder erworbene Herzklappenfehler, Herzrhythmusstörungen, eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens sowie Erkrankungen der herznahen großen Blutgefäße. Diese Erkrankungen können bereits vor der Schwangerschaft bestehen und sich durch die zusätzliche Kreislaufbelastung während der Schwangerschaft verschlechtern, oder sie treten, seltener, erstmals während der Schwangerschaft selbst in Erscheinung, wenn die erhöhte Belastung eine bislang unbemerkte Herzerkrankung offenbart.
Symptome
Die Symptomatik richtet sich nach der Art und dem Ausmaß der zugrunde liegenden Herz-Kreislauf-Erkrankung. Häufige Beschwerden umfassen eine über das bei einer normalen Schwangerschaft übliche Maß hinausgehende Atemnot bei Belastung, ein spürbares Herzklopfen oder unregelmäßiges Herzschlagen, eine rasche Ermüdbarkeit sowie ausgeprägte Wassereinlagerungen. Da viele dieser Beschwerden auch im Rahmen einer normalen Schwangerschaft in milderer Form auftreten können, ist eine sorgfältige ärztliche Einschätzung wichtig, um eine tatsächlich bedeutsame Herz-Kreislauf-Erkrankung von harmloseren, schwangerschaftstypischen Veränderungen zu unterscheiden.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine enge Zusammenarbeit zwischen kardiologischer und geburtshilflicher Betreuung, bei der eine gezielte Untersuchung des Herzens, etwa mittels Ultraschall oder Elektrokardiogramm, zum Einsatz kommt. Bei bereits bekannter Herzerkrankung wird bereits vor oder früh in der Schwangerschaft eine Beurteilung der Belastbarkeit des Herzens vorgenommen, um das individuelle Risiko einschätzen zu können. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft erfolgen regelmäßige Kontrollen, um eine mögliche Verschlechterung frühzeitig zu erkennen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich individuell nach der Art der zugrunde liegenden Herz-Kreislauf-Erkrankung und erfolgt in enger interdisziplinärer Abstimmung. Bestimmte Medikamente zur Behandlung von Herzerkrankungen müssen aufgrund möglicher Risiken für das ungeborene Kind während der Schwangerschaft durch geeignetere Alternativen ersetzt werden. Je nach Ausmaß der Erkrankung kann eine engmaschige, gegebenenfalls stationäre Überwachung notwendig werden. Die Wahl des Geburtsmodus sowie eine mögliche Verkürzung der Austreibungsphase werden individuell geplant, um die Kreislaufbelastung während der Geburt für die Mutter möglichst gering zu halten.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf und die Prognose hängen wesentlich von der Art und dem Schweregrad der zugrunde liegenden Herz-Kreislauf-Erkrankung sowie von der Qualität der interdisziplinären Betreuung ab. Bei leichteren Erkrankungen sowie guter medizinischer Begleitung ist der Ausgang für Mutter und Kind in vielen Fällen günstig. Bei schwerwiegenderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, weshalb eine besonders sorgfältige, spezialisierte Betreuung durch ein interdisziplinäres Team von großer Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Schwangerschaft: Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen können eine Schwangerschaft komplizieren?
Unter anderem angeborene oder erworbene Herzklappenfehler, Herzrhythmusstörungen, eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens sowie Erkrankungen der herznahen großen Blutgefäße.
Warum ist die Schwangerschaft für das Herz eine besondere Belastung?
Das zirkulierende Blutvolumen sowie die vom Herzen zu leistende Pumparbeit steigen während der Schwangerschaft deutlich an.
Wie wird eine bekannte Herzerkrankung während der Schwangerschaft überwacht?
Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen kardiologischer und geburtshilflicher Betreuung mit regelmäßigen Untersuchungen des Herzens sowie Kontrollen im weiteren Schwangerschaftsverlauf.
Warum werden manche Herzmedikamente während der Schwangerschaft gewechselt?
Bestimmte Medikamente bergen mögliche Risiken für das ungeborene Kind und werden deshalb durch für die Schwangerschaft geeignetere Alternativen ersetzt.
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