Komplexes regionales Schmerzsyndrom, Typ II
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom Typ II, früher auch als Kausalgie bezeichnet, ist eine chronische Schmerzerkrankung, die sich, im Unterschied zum Typ I, nach einer eindeutig nachweisbaren Verletzung eines peripheren Nervs entwickelt. Diese Erkrankung teilt viele der charakteristischen Merkmale des Typs I, insbesondere die überproportional starken, brennenden Schmerzen sowie die begleitenden Veränderungen der Haut, Durchblutung sowie Beweglichkeit der betroffenen Extremität, unterscheidet sich jedoch durch den eindeutigen Zusammenhang mit einer direkten Nervenschädigung. Auch beim Typ II ist eine frühzeitige, gezielte Behandlung entscheidend für die weitere Prognose.
Ursachen
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom Typ II entsteht als Folge einer direkten Verletzung eines peripheren Nervs, insbesondere im Rahmen eines Unfalls, einer Operation oder einer Schussverletzung. Die geschädigte Nervenfaser überträgt in der Folge fehlerhafte, überschießende Schmerzsignale, wodurch sich, ähnlich wie beim Typ I, eine anhaltende, überaktive Schmerzverarbeitung sowie begleitende Veränderungen der Durchblutung sowie des umgebenden Gewebes entwickeln.
Symptome
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom Typ II äußert sich durch anhaltende, brennende Schmerzen im Versorgungsgebiet des geschädigten Nervs, die sich durch Berührung deutlich verstärken können sowie sich mit der Zeit auch auf benachbarte, nicht vom betroffenen Nerv versorgte Bereiche ausbreiten können. Begleitend treten dieselben charakteristischen Veränderungen wie beim Typ I auf, insbesondere eine Schwellung, veränderte Hauttemperatur sowie -farbe, vermehrtes Schwitzen sowie eine zunehmende Bewegungseinschränkung der betroffenen Extremität.
Diagnostik
Die Diagnose des komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ II wird durch den klinischen Nachweis der typischen Schmerz- sowie Begleitsymptomatik in Kombination mit dem eindeutigen Nachweis einer vorausgegangenen Nervenverletzung gestellt. Eine Elektroneurographie kann das Ausmaß der zugrunde liegenden Nervenschädigung zusätzlich objektivieren. Eine sorgfältige neurologische Untersuchung unterstützt die Abgrenzung zum Typ I sowie zu anderen Ursachen chronischer Extremitätenschmerzen.
Behandlung
Die Behandlung des komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ II folgt denselben interdisziplinären Grundsätzen wie beim Typ I, wobei eine gezielte Physiotherapie, eine multimodale Schmerzbehandlung sowie eine begleitende psychologische Unterstützung im Vordergrund stehen. Bei einer eindeutig identifizierbaren, weiterhin bestehenden Nervenkompression kann zusätzlich eine gezielte operative Entlastung des betroffenen Nervs erwogen werden.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ II hängt, ähnlich wie beim Typ I, entscheidend von der Frühzeitigkeit der Diagnosestellung sowie der Konsequenz der eingeleiteten Behandlung ab. Eine rechtzeitige, interdisziplinäre Behandlung führt bei einem großen Teil der Betroffenen zu einer deutlichen Besserung, während eine verzögerte oder unzureichende Behandlung das Risiko für eine chronische, schwer behandelbare Schmerzerkrankung mit bleibender Funktionseinschränkung erhöht.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Komplexes regionales Schmerzsyndrom, Typ II: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Typ II vom Typ I?
Beim Typ II liegt eine eindeutig nachweisbare Verletzung eines peripheren Nervs vor.
Welche Begleitveränderungen treten auf?
Schwellung, Temperatur- und Hautveränderungen sowie eingeschränkte Beweglichkeit.
Wie wird Typ II behandelt?
Interdisziplinär mit Physiotherapie, multimodaler Schmerzbehandlung und psychologischer Unterstützung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei einer eindeutig identifizierbaren, weiterhin bestehenden Nervenkompression.
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