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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Gnathostomiasis

Die Gnathostomiasis ist eine Wurmerkrankung, die durch Larvenstadien verschiedener Gnathostoma-Arten verursacht wird sowie überwiegend durch den Verzehr rohen oder unzureichend gegarten Fisches, Geflügels oder anderen Fleisches, das mit diesen Larven befallen ist, auf den Menschen übertragen wird. Da der Mensch für diese eigentlich auf bestimmte Fleisch- sowie Fischfresser spezialisierten Parasiten keinen geeigneten Endwirt darstellt, können sich die aufgenommenen Larven im menschlichen Körper nicht zu erwachsenen Würmern weiterentwickeln, sondern wandern über Monate bis Jahre unkontrolliert durch verschiedene Gewebeschichten, was zu wiederholten, wandernden Hautschwellungen sowie in selteneren, jedoch schwerwiegenderen Fällen zu einer Beteiligung innerer Organe führen kann. Die Erkrankung kommt vor allem in Teilen Südostasiens sowie Lateinamerikas vor, wo traditionell roher Fisch oder wenig gegartes Fleisch verzehrt wird.

Ursachen

Die Gnathostomiasis entsteht durch den Verzehr rohen oder unzureichend gegarten Fisches, Geflügels, Frosch- oder Schlangenfleisches, das mit den infektiösen Larvenstadien der Gnathostoma-Arten befallen ist, wobei traditionelle kulinarische Zubereitungsweisen mit rohem oder nur kurz mariniertem Fisch, wie sie in bestimmten Regionen Südostasiens sowie Lateinamerikas verbreitet sind, das wichtigste Übertragungsrisiko darstellen. Seltener kann eine Ansteckung auch durch den direkten Kontakt kontaminierten Wassers mit einer Hautverletzung erfolgen. Da der Mensch für diesen Parasiten keinen geeigneten Endwirt darstellt, verbleiben die aufgenommenen Larven über Monate bis Jahre im wandernden, unreifen Larvenstadium.

Symptome

Die Gnathostomiasis äußert sich durch wiederholt an wechselnden Körperstellen auftretende, schmerzhafte sowie juckende Schwellungen der Haut, die durch die Wanderung der Larve durch das Unterhautgewebe verursacht werden sowie sich über Wochen bis Monate in unregelmäßigen Abständen an unterschiedlichen Stellen des Körpers zeigen können. In selteneren, jedoch deutlich schwerwiegenderen Fällen kann die wandernde Larve in innere Organe, insbesondere das Auge oder das Nervensystem, eindringen, was zu einer Sehverschlechterung, starken Kopfschmerzen oder sogar zu einer lebensbedrohlichen Entzündung des Gehirns führen kann.

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Diagnostik

Die Diagnose der Gnathostomiasis wird überwiegend klinisch anhand des charakteristischen, wandernden Musters der Hautschwellungen in Kombination mit einer sorgfältigen Ernährungs- sowie Reiseanamnese mit gezielter Frage nach dem Verzehr rohen Fisches oder Fleisches in bekannten Endemiegebieten gestellt. Ein Nachweis spezifischer Antikörper im Blut kann die Verdachtsdiagnose zusätzlich unterstützen, wobei ein direkter Nachweis der Larve selbst nur gelingt, wenn diese im Rahmen einer Gewebeprobenentnahme zufällig erfasst wird. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Auges oder des Nervensystems werden gezielte, spezialisierte Untersuchungen zur genauen Lokalisation der Larve durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlung der Gnathostomiasis erfolgt mittels spezifischer, gegen die wandernde Larve wirksamer Medikamente, die über mehrere Tage bis Wochen eingenommen werden. Bei einer zugänglichen, gut lokalisierbaren Larve, insbesondere im Bereich der Haut oder des Auges, kann eine gezielte chirurgische Entfernung der Larve eine rasche sowie definitive Behandlungsoption darstellen. Bei einer Beteiligung des Nervensystems ist angesichts des Risikos einer durch das Absterben der Larve ausgelösten, schweren Entzündungsreaktion eine besonders vorsichtige, engmaschig überwachte sowie gegebenenfalls durch entzündungshemmende Medikamente begleitete Behandlung notwendig.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Gnathostomiasis ist bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen mit ausschließlicher Hautbeteiligung gut, wobei die wandernden Schwellungen nach erfolgreicher Behandlung folgenlos abklingen. Bei einer selteneren Beteiligung des Auges oder des Nervensystems ist die Prognose deutlich ernster, wobei bereits eingetretene Schäden trotz erfolgreicher Behandlung nicht immer vollständig rückgängig gemacht werden können. Ein Verzicht auf den Verzehr roher oder unzureichend gegarter Fisch- sowie Fleischgerichte in bekannten Endemiegebieten ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Ansteckung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie erfolgt die Ansteckung mit der Gnathostomiasis?

Durch den Verzehr rohen oder unzureichend gegarten Fisches, Geflügels oder anderen Fleisches.

Warum entwickeln sich im Menschen keine erwachsenen Würmer?

Weil der Mensch für diesen Parasiten keinen geeigneten Endwirt darstellt, sodass die Larve dauerhaft wandert.

Was ist ein typisches Symptom?

Wiederholt an wechselnden Körperstellen auftretende, schmerzhafte und juckende Hautschwellungen.

Welche seltene, schwere Komplikation kann auftreten?

Eine Beteiligung des Auges oder des Nervensystems mit möglicher, bleibender Schädigung.

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