Formaldehydvergiftung
Die Formaldehydvergiftung entsteht durch das Einatmen des stechend riechenden Gases Formaldehyd, das in bestimmten Desinfektionsmitteln, Klebstoffen und, in geringerer Konzentration, in manchen Bauprodukten und Möbeln vorkommt. Höhere Konzentrationen reizen die Schleimhäute stark und können bei Verschlucken der wässrigen Lösung zu schweren Verätzungen führen.
Ursachen
Häufige Ursachen sind das Einatmen von Formaldehyddämpfen bei der Anwendung von Desinfektions- oder Konservierungsmitteln in schlecht belüfteten Räumen sowie das versehentliche Verschlucken formaldehydhaltiger Lösungen. Auch eine erhöhte Freisetzung aus neuen Möbeln oder Bauprodukten kann in geringerem Ausmaß zu Reizungen führen.
Symptome
Beim Einatmen treten Reizungen der Augen, der Nase und der Atemwege mit Tränenfluss, Husten und Atembeschwerden auf, bei hoher Konzentration auch ein Lungenödem. Das Verschlucken der konzentrierten Lösung verursacht schwere Verätzungen von Mund, Speiseröhre und Magen mit starken Schmerzen.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte mit Angaben zur Exposition sowie die klinische Untersuchung der betroffenen Schleimhäute und Atemwege. Bei Verschlucken wird häufig eine Magenspiegelung durchgeführt, um das Ausmaß der Verätzung zu beurteilen.
Behandlung
Bei Einatmen steht das Verlassen der belasteten Umgebung und die Zufuhr frischer Luft im Vordergrund, bei stärkeren Atembeschwerden ist eine ärztliche Überwachung erforderlich. Nach Verschlucken darf kein Erbrechen ausgelöst werden, da dies die Speiseröhre ein zweites Mal schädigen würde; stattdessen ist eine umgehende Notfallbehandlung notwendig.
Verlauf und Prognose
Bei leichteren Reizungen der Atemwege ist die Prognose meist gut, mit rascher Besserung nach Beendigung der Exposition. Nach Verschlucken konzentrierter Lösungen können schwere Verätzungen mit bleibenden Vernarbungen der Speiseröhre zurückbleiben, weshalb eine rasche fachärztliche Behandlung wichtig ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Formaldehydvergiftung: Ursachen, Symptome, Erste Hilfe
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wo kommt Formaldehyd vor?
Unter anderem in Desinfektionsmitteln, Klebstoffen und, in geringerer Konzentration, in manchen Bau- und Möbelprodukten.
Darf nach dem Verschlucken Erbrechen ausgelöst werden?
Nein, das würde die Speiseröhre ein zweites Mal schädigen und muss vermieden werden.
Welche Beschwerden verursacht das Einatmen?
Reizungen der Augen, der Nase und der Atemwege, bei hoher Konzentration auch ein Lungenödem.
Welche Folge kann eine schwere Verätzung der Speiseröhre haben?
Eine bleibende Vernarbung und Verengung, die spätere Schluckbeschwerden verursachen kann.
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