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Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Filariose

Die Filariose bezeichnet eine Gruppe tropischer Infektionskrankheiten, die durch fadenförmige Würmer, sogenannte Filarien, verursacht werden, welche über den Stich infizierter Mücken auf den Menschen übertragen werden sowie sich im menschlichen Körper überwiegend in den Lymphgefäßen ansiedeln. Die Erkrankung ist in weiten Teilen der Tropen sowie Subtropen, insbesondere in Teilen Afrikas, Asiens sowie Süd- und Mittelamerikas, verbreitet, wobei Millionen von Menschen weltweit von dieser Erkrankung betroffen sind. Während eine akute Infektion häufig mit vergleichsweise geringen Beschwerden einhergeht, kann ein über Jahre bestehender, chronischer Befall zu einer ausgeprägten, entstellenden sowie funktionell erheblich beeinträchtigenden Schwellung der Gliedmaßen führen, die als Elephantiasis bezeichnet wird.

Ursachen

Die Filariose entsteht durch die Übertragung der mikroskopisch kleinen Larven fadenförmiger Würmer über den Stich infizierter Mücken, wobei sich die Larven nach dem Eindringen in den menschlichen Körper über mehrere Monate zu erwachsenen Würmern entwickeln, die sich überwiegend in den Lymphgefäßen ansiedeln sowie dort über Jahre verbleiben können. Eine wiederholte Exposition gegenüber infizierten Mücken über einen längeren Zeitraum, wie sie bei langjährigen Bewohnern von Endemiegebieten typisch ist, führt zu einer zunehmenden Wurmlast sowie damit zu einem erhöhten Risiko für die Entwicklung der schweren, chronischen Verlaufsform. Kurzzeitreisende sind für die Entwicklung einer relevanten Wurmlast deutlich seltener betroffen als die langjährige einheimische Bevölkerung von Endemiegebieten.

Symptome

Die Filariose äußert sich in ihrer akuten Phase durch wiederkehrende Fieberschübe, schmerzhafte Schwellungen der Lymphgefäße sowie Lymphknoten sowie eine begleitende Entzündung der betroffenen Extremität. Bei einem über Jahre bestehenden, chronischen Befall kann sich eine ausgeprägte, zunehmend derbe sowie entstellende Schwellung vor allem der Beine, seltener auch der Arme oder Genitalien entwickeln, die als Elephantiasis bezeichnet wird sowie mit einer erheblichen funktionellen sowie psychosozialen Beeinträchtigung der betroffenen Person einhergeht. Wiederholte bakterielle Hautinfektionen der geschwollenen Extremität treten bei der chronischen Verlaufsform gehäuft auf.

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Diagnostik

Die Diagnose der Filariose wird durch einen mikroskopischen Nachweis der zirkulierenden Wurmlarven im Blut gestellt, wobei die Blutentnahme aufgrund eines charakteristischen, nächtlichen Auftretens der Larven im Blut bei vielen Erregerarten bevorzugt in den Nachtstunden erfolgt. Ein Nachweis spezifischer Antikörper oder Antigene im Blut kann die Diagnostik zusätzlich ergänzen, insbesondere wenn kein direkter mikroskopischer Larvennachweis gelingt. Eine Ultraschalluntersuchung der Lymphgefäße kann bei einem Teil der Betroffenen die lebenden, sich bewegenden erwachsenen Würmer direkt sichtbar machen.

Behandlung

Die Behandlung der Filariose erfolgt mittels spezifischer, gegen die Wurmlarven wirksamer Medikamente, wobei die Behandlung der bereits ausgebildeten, chronischen Elephantiasis-Schwellung deutlich eingeschränkter ist, da die medikamentöse Behandlung die bereits eingetretene Schädigung der Lymphgefäße nicht rückgängig machen kann. Eine sorgfältige Hautpflege sowie das konsequente Hochlagern der betroffenen Extremität sind bei der chronischen Verlaufsform wichtige, die Beschwerden lindernde Behandlungsmaßnahmen, die zudem das Risiko wiederholter bakterieller Hautinfektionen vermindern. In ausgewählten, besonders ausgeprägten Fällen kann eine chirurgische Behandlung zur Verringerung der Schwellung in Betracht gezogen werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Filariose ist bei einer frühzeitig, vor der Entwicklung einer chronischen Schwellung eingeleiteten Behandlung günstig, wobei eine vollständige Beseitigung der Wurmlarven aus dem Körper erreicht werden kann. Ist bereits eine ausgeprägte, chronische Elephantiasis-Schwellung eingetreten, bleibt diese trotz erfolgreicher medikamentöser Behandlung der Wurmlarven meist dauerhaft bestehen, wobei die Beschwerden durch konsequente Hautpflege sowie Hochlagerung gelindert werden können. Ein wirksamer Mückenschutz während des Aufenthalts in Endemiegebieten stellt die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Ansteckung dar.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie wird die Filariose übertragen?

Über den Stich infizierter Mücken, die die mikroskopisch kleinen Wurmlarven übertragen.

Was ist Elephantiasis?

Eine ausgeprägte, entstellende Schwellung der Gliedmaßen, die sich bei chronischem, jahrelangem Wurmbefall entwickeln kann.

Kann die Behandlung eine bereits bestehende Schwellung rückgängig machen?

Nein, die medikamentöse Behandlung kann die bereits eingetretene Schädigung der Lymphgefäße nicht rückgängig machen.

Was ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme?

Ein wirksamer Mückenschutz während des Aufenthalts in Endemiegebieten.

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