Fibrothorax
Der Fibrothorax bezeichnet eine dauerhafte, ausgedehnte Vernarbung sowie Verdickung des Brustfells, jener dünnen Gewebeschicht, die die Lunge sowie die innere Brustwand auskleidet, die als Folgezustand einer über längere Zeit bestehenden, unbehandelten oder nicht ausreichend behandelten Ansammlung von Flüssigkeit oder Eiter im Brustfellraum entsteht. Diese Vernarbung führt zu einer zunehmenden Versteifung des Brustfells, wodurch sich die darunterliegende Lunge nicht mehr vollständig entfalten kann sowie ihre normale Atemfunktion erheblich eingeschränkt wird. Der Fibrothorax stellt einen chronischen, meist über Monate bis Jahre fortschreitenden Krankheitszustand dar, der ohne gezielte Behandlung zu einer dauerhaften, spürbaren Beeinträchtigung der Lungenfunktion sowie der körperlichen Belastbarkeit führen kann.
Ursachen
Der Fibrothorax entsteht am häufigsten als Folgezustand eines über längere Zeit bestehenden, unzureichend behandelten Pleuraergusses, insbesondere im Rahmen einer bakteriellen Brustfellentzündung mit Eiteransammlung, einer Tuberkulose oder einer schweren Lungenentzündung, bei denen sich innerhalb des Brustfellraums über Wochen bis Monate bindegewebige Verwachsungen sowie Vernarbungen bilden. Auch eine Verletzung des Brustkorbs mit nachfolgender Blutansammlung im Brustfellraum sowie bestimmte Autoimmunerkrankungen können über einen ähnlichen Mechanismus zu einem Fibrothorax führen. Eine verzögerte oder unzureichende Behandlung der zugrunde liegenden Ursache erhöht das Risiko für die Entwicklung eines dauerhaften Fibrothorax erheblich.
Symptome
Der Fibrothorax äußert sich durch eine langsam über Monate bis Jahre zunehmende Atemnot bei körperlicher Belastung, die durch die zunehmende Einschränkung der Lungenausdehnung auf der betroffenen Seite verursacht wird. Ein Engegefühl im Brustkorb sowie eine deutlich verminderte körperliche Belastbarkeit begleiten die Erkrankung häufig zusätzlich. Bei einer bereits bestehenden, zugrunde liegenden Infektion können zusätzlich anhaltendes Fieber, Husten sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl bestehen, wobei diese Symptome bei einem bereits abgeschlossenen, rein vernarbenden Krankheitsprozess in aller Regel fehlen.
Diagnostik
Die Diagnose des Fibrothorax wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs gestellt, die eine charakteristische, ausgedehnte Verdickung des Brustfells sowie eine damit verbundene Einschränkung der Lungenausdehnung zeigt. Eine Lungenfunktionsprüfung kann das Ausmaß der funktionellen Einschränkung der Atmung zusätzlich objektivieren. Eine sorgfältige Aufarbeitung der zugrunde liegenden Vorgeschichte, insbesondere eine frühere Brustfellentzündung oder ein länger bestehender Pleuraerguss, ist für das Verständnis der Ursache sowie die weitere Behandlungsplanung von erheblicher Bedeutung.
Behandlung
Die Behandlung des Fibrothorax richtet sich nach dem Ausmaß der funktionellen Einschränkung sowie den Beschwerden der betroffenen Person, wobei ein geringfügiger, beschwerdearmer Fibrothorax mitunter keiner spezifischen Behandlung bedarf. Bei einer relevanten, die Lebensqualität deutlich einschränkenden Atemnot kann eine operative Entfernung des verdickten, vernarbten Brustfells, eine sogenannte Dekortikation, in Betracht gezogen werden, bei der die eingeengte Lunge wieder befreit sowie ihre Ausdehnungsfähigkeit weitgehend wiederhergestellt werden kann. Eine gezielte Behandlung einer noch aktiven, zugrunde liegenden Infektion muss der operativen Behandlung des Fibrothorax stets vorausgehen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose des Fibrothorax hängt maßgeblich vom Ausmaß der Vernarbung sowie der resultierenden Einschränkung der Lungenfunktion ab, wobei eine erfolgreiche operative Dekortikation bei einem erheblichen Teil der Betroffenen zu einer deutlichen Verbesserung der Atemfunktion sowie der körperlichen Belastbarkeit führen kann. Eine unbehandelt fortbestehende, ausgeprägte Einschränkung kann dagegen zu einer dauerhaften, relevanten Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie im fortgeschrittenen Stadium zu einer Belastung des Herzens führen. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung der ursprünglich zugrunde liegenden Erkrankung, insbesondere eines Pleuraergusses oder einer Brustfellentzündung, ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung eines Fibrothorax.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Fibrothorax: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wodurch entsteht ein Fibrothorax meist?
Als Folgezustand eines über längere Zeit bestehenden, unzureichend behandelten Pleuraergusses oder einer Brustfellentzündung.
Was ist das Hauptsymptom?
Eine langsam über Monate bis Jahre zunehmende Atemnot bei körperlicher Belastung.
Wie kann die Lungenausdehnung wiederhergestellt werden?
Durch eine operative Entfernung des verdickten Brustfells, eine sogenannte Dekortikation.
Wie kann einem Fibrothorax vorgebeugt werden?
Durch eine frühzeitige, konsequente Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung, insbesondere eines Pleuraergusses.
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