Familiäre Dysautonomie (Riley-Day-Syndrom)
Die familiäre Dysautonomie, auch als Riley-Day-Syndrom bezeichnet, ist eine seltene, erblich bedingte Erkrankung, die die Entwicklung sowie Funktion des autonomen sowie eines Teils des sensorischen Nervensystems beeinträchtigt. Diese Erkrankung tritt besonders gehäuft bei Menschen aschkenasisch-jüdischer Abstammung auf sowie äußert sich durch eine gestörte Regulation lebenswichtiger, unwillkürlicher Körperfunktionen, insbesondere des Blutdrucks, der Körpertemperatur sowie der Schweißproduktion, kombiniert mit einer deutlich verminderten Schmerz- sowie Temperaturwahrnehmung. Die familiäre Dysautonomie erfordert eine lebenslange, spezialisierte, interdisziplinäre Betreuung.
Ursachen
Die familiäre Dysautonomie entsteht durch eine erblich bedingte Veränderung eines bestimmten Gens, das für die normale Entwicklung sowie Erhaltung bestimmter Nervenzellen des autonomen sowie sensorischen Nervensystems verantwortlich ist. Diese Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt, das heißt, ein Kind erkrankt nur dann, wenn es die veränderte Genkopie von beiden Elternteilen erbt, die selbst als gesunde Träger keine Krankheitszeichen zeigen.
Symptome
Die familiäre Dysautonomie äußert sich bereits im Säuglingsalter durch Fütterungsschwierigkeiten, eine verminderte Tränenproduktion beim Weinen sowie eine deutlich verminderte Schmerz- sowie Temperaturwahrnehmung, die das Risiko für unbemerkte Verletzungen sowie Verbrennungen erheblich erhöht. Im weiteren Verlauf können ausgeprägte Blutdruckschwankungen, eine gestörte Temperaturregulation, wiederholtes Erbrechen sowie eine verzögerte körperliche Entwicklung hinzukommen. Eine fortschreitende Krümmung der Wirbelsäule sowie eine Sehverschlechterung können im Kindesalter zusätzlich auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose der familiären Dysautonomie wird durch eine molekulargenetische Untersuchung gestellt, die die zugrunde liegende genetische Veränderung nachweist, wobei der klinische Verdacht durch die charakteristische Kombination der Symptome sowie die jüdisch-aschkenasische Abstammung eines großen Teils der Familien gestützt wird. Eine umfassende Untersuchung der autonomen Nervenfunktion sowie der Schmerzwahrnehmung ergänzt die Diagnostik.
Behandlung
Eine ursächliche Behandlung der familiären Dysautonomie existiert bislang nicht, weshalb die Behandlung überwiegend unterstützend erfolgt sowie auf die Vorbeugung sowie Behandlung der zahlreichen möglichen Komplikationen ausgerichtet ist. Diese umfasst eine sorgfältige Ernährungsunterstützung, eine gezielte Behandlung der Blutdruckschwankungen sowie eine konsequente Vorbeugung von Verletzungen angesichts der verminderten Schmerzwahrnehmung. Eine lebenslange, interdisziplinäre Betreuung durch spezialisierte Zentren wird dringend empfohlen.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der familiären Dysautonomie hat sich durch eine verbesserte, spezialisierte Betreuung in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert, wobei die Lebenserwartung der Betroffenen bei konsequenter, interdisziplinärer Behandlung heute wesentlich höher liegt als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Erkrankung bleibt dennoch mit zahlreichen, potenziell schwerwiegenden Komplikationen verbunden, weshalb eine lebenslange, engmaschige Betreuung durch ein auf diese seltene Erkrankung spezialisiertes Zentrum von entscheidender Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Familiäre Dysautonomie (Riley-Day-Syndrom): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Bei welcher Bevölkerungsgruppe tritt die familiäre Dysautonomie gehäuft auf?
Bei Menschen aschkenasisch-jüdischer Abstammung.
Wie wird sie vererbt?
Autosomal-rezessiv, ein Kind muss die veränderte Genkopie von beiden Elternteilen erben.
Welches Risiko birgt die verminderte Schmerzwahrnehmung?
Ein erhöhtes Risiko für unbemerkte Verletzungen und Verbrennungen.
Gibt es eine ursächliche Behandlung?
Nein, die Behandlung erfolgt überwiegend unterstützend.
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